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Was vor Fahrraddiebstahl schützt

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Ortungsmodule fürs Rad
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Vernetzte Sicherheit: Einige Hersteller wie etwa Riese & Müller bieten Ortungsmodule auch schon ab Werk an. Foto: Michael Muller/www.r-m.de/pd-f/dpa-tmn Foto: dpa
App fürs Fahrradschloss
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Smarte Sicherheit: Immer mehr Schlossmodelle lassen sich auch per App auf- und zumachen. Foto: Paul Masukowitz/pd-f/dpa-tmn Foto: dpa
Alarmbox von Abus
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Elektronischer Wachhund: Die Alarmbox von Abus macht Lärm, wenn sich Langfinger am Rad zu schaffen machen. Foto: Abus/pd-f/dpa-tmn Foto: dpa
Fahrradklau mit Bolzenschneider
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Schnapp-Schnapp: Fahrraddiebe sind mit unterschiedlichen Werkzeugen wie auch etwa Bolzenschneider ausgestattet, um sich an Drahtesel heranzumachen. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn Foto: dpa
Elektronische Diebstahllösung
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Der Strom ist schon da: Manche Elektrofahrräder bieten elektronische Diebstahllösungen schon ab Werk an. Foto: Florian Schuh/pd-f/dpa-tmn Foto: dpa
Abus-Schloss mit Alarm-Funktion
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Robust und laut: Schlösser wie dieses Modell von Abus wollen nicht nur robusten mechanischen Schutz bieten, sondern Diebe auch mit einem lauten Alarm in die Flucht schlagen. Foto: Abus/pd-f/dpa-tmn Foto: dpa
Fahrrad sicher anschließen
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Symbolbild/ Foto: Inga Kjer/dpa-tmn

Die Zahl gestohlener Fahrräder ist nach wie vor hoch. Gleichzeitig gibt es immer mehr Möglichkeiten, das Velo zusätzlich abzusichern, etwa durch GPS-Tracker oder andere elektronische Hilfsmittel.


Kassel (dpa/tmn) - Sie gehen runter zu Ihrem Fahrrad und sehen - nüscht, es ist futsch. Das geht Ihnen nicht alleine so. Was schützt vor Fahrraddiebstahl? Hier führt Experten zufolge an klassischen Schlössern aus Stahl nach wie vor kein Weg vorbei.

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»Hochwertige Bügelschlösser sind die sichersten Modelle und hier ist auch das Preis-Sicherheitsverhältnis am besten. Sehr gute Bügelschlösser gibt es schon ab 30 Euro«, sagt René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). »Fahrraddiebe nehmen das Schloss meistens nicht mit, daher kann es eine große Hilfe sein, wenn ein Rad zusätzlich beispielsweise noch mit einem GSM- beziehungsweise GPS-Modul ausgestattet ist, über das sich das Fahrrad orten lässt«, sagt David Koßmann vom Pressedienst Fahrrad (pd-f).

Das allerdings sind Extras, die sich in der Regel nicht selbst installieren lassen. »Hier ist immer eine gesonderte Stromversorgung notwendig und so ein Modul sollte ja auch so angebracht werden, dass es sich möglichst unauffällig ins Rad integriert«, sagt Koßmann. Beides seien auch Gründe, warum sich das bisher quasi nur an E-Bikes findet. Manche Hersteller wie etwa Riese & Müller und Stromer würden Ortungsmodule aber auch bereits ab Werk anbieten. In Verbindung etwa mit Serviceverträgen könnten Kunden ihre Fahrräder so für Kosten zwischen 50 und 130 Euro pro Jahr zusätzlich absichern.

Intelligente Kombinationen sollen Dieben das Handwerk legen

Eine Kombination aus klassischem Schloss und digitaler Nachverfolgung ohne zusätzliche Installation bietet zudem ein neues Schlosssystem von Abus, das vorrangig auf Baustellen oder in der Logistik aber auch bei Fahrrädern angewendet werden kann. Das zusammen mit dem Mobilfunkanbieter Vodafone entwickelte Schloss wird komplett über das Smartphone gesteuert und besteht aus einem Bügel oder einer Kette sowie einem digital abgesicherten Schloss.

»Das Schloss an sich beinhaltet eine SIM-Karte, die im Internet der Dinge funkt, wodurch es überall geortet werden kann. Zusätzlich ist das Schloss mit Bluetooth, Bewegungssensoren und einem GPS-Sender ausgestattet«, erklärt Tobias Krzossa von Vodafone. Dadurch seien die abgesicherten Gegenstände immer nachverfolgbar. Die zusätzliche Sicherheit hat allerdings auch ihren Preis: Neben den einmaligen Anschaffungskosten von rund 200 Euro wird für die SIM-Karte im Vodafone-Netz je nach Tarif monatlich ein niedriger einstelliger Euro-Betrag fällig.

Wie steht es mit der Datensicherheit?

Fahrrad-Experte Koßmann hält Ortungsmodule grundsätzlich für eine gute Möglichkeit der zusätzlichen Absicherung, verweist aber auch auf den damit verbundenen Datentransfer: »Man darf nicht vergessen, dass ein Radler durch die Positionsdaten regelrechte Bewegungsprofile erstellt, die für einen Hacker natürlich ein echter Schatz sind.« Würden etwa potenzielle Fahrraddiebe diese Daten abgreifen, sei damit nicht nur schnell nachvollziehbar, wo ein Fahrrad jeden Tag geparkt werde, sondern auch, wann und wie lange.

Zudem bieten auch Trackingsysteme keine Garantie, dass gestohlene Fahrräder tatsächlich wiedergefunden werden. »So eine GPS-Ortung ist sehr ungenau, wenn ein Rad etwa in Innenräumen aufbewahrt wird. Wurde das Diebesgut ins Ausland geschafft, sei man zudem auf die Zusammenarbeit mit den dortigen Behörden angewiesen. Insgesamt aber wächst der Markt an elektronischen und digitalen Schlössern.

Alarm - Alarm - Alarm

»Wir erleben derzeit eine schrittweise Abkehr vom klassischen Schlüssel«, sagt Koßmann. »Immer mehr Fahrradschlösser funktionieren schlüssellos und lassen sich per Fingerprint oder via Bluetooth über eine Smartphone App öffnen. Das ist besonders dann praktisch, wenn die Räder in der Familie oder im Freundeskreis geteilt werden.«

Daneben werden auch immer mehr Schlösser mit zusätzlichen Alarm-Features ausgestattet. »Hier registrieren dann Bewegungssensoren, wenn sich jemand am Schloss zu schaffen macht«, sagt Koßmann. »Die Reaktion ist dann ein sehr lauter Alarmton, der natürlich zunächst abschreckend wirkt.« Bei smarten Schlössern erhält der Besitzer zudem eine Warnung via Smartphone. Die größtmögliche Sicherheit aber haben Fahrradfahrer nach wie vor, wenn sie verschiedene Systeme miteinander kombinieren.

© dpa-infocom, dpa:210118-99-73665/2

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