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»Was wir heute erleben, ist einmalig«

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Der Betriebsleiter des Salzbergwerks Berchtesgaden, Raimund Bartl (l.) und Reichenhalls Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner während der Rede des Ministerpräsidenten.
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Mit einer Maß Bier stieß Ministerpräsident Horst Seehofer mit Landrat Georg Grabner an. (Fotos: Pfeiffer)

Berchtesgaden – Ministerpräsident Horst Seehofer hat an dem Festakt zum 500-Jahr-Jubiläum des Salzbergwerks Berchtesgaden im Kongresshaus teilgenommen.


Vor 2 000 Menschen gratulierte er der Südwestdeutschen Salzwerke AG zu »einem einmaligen Jubiläum«, das er in einem Atemzug mit der 500-Jahr-Feier zum Reinheitsgebot des Bieres nannte. »Bayern gilt weitläufig als die Vorstufe zum Paradies«, sagte Seehofer, »ich muss sagen: Berchtesgaden ist das Paradies.« Der Festakt schloss sich an den großen Festzug an.

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Staatsminister Marcel Huber unterstrich die »historische und wirtschaftliche Bedeutung des Salzes für die Region«. Das in Berchtesgaden geförderte und in Reichenhall verarbeitete Speisesalz sei fest verankert mit dem Berchtesgadener Land: »Ich bin der festen Überzeugung, dass dies noch lange Bestand haben wird.« Auch Landtagsabgeordnete Michaela Kaniber pries die hohe Wirtschaftlichkeit des Salzes. Berchtesgaden habe es verdient, damit gesegnet zu sein. Auch in Zukunft werde die Region davon profitieren. Das Signal, dass auch weiterhin in Berchtesgaden Salz abgebaut werde, sei ein großartiges.

Bilder-Galerie Teil 1:

Ministerpräsident Seehofer traf gegen 13.15 Uhr mit Ehefrau Karin vor dem Kongresshaus ein. Er begrüßte Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp und Landrat Georg Grabner. Einigen Fans erfüllte der Ministerpräsident den Wunsch eines gemeinsamen Bildes. Danach marschierte er begleitet vom Defiliermarsch, gespielt von der Bergknappenmusikkapelle, unter anhaltendem Applaus und einigen Buh-Rufen in den Großen Saal. Ihm folgten Prinz Leopold von Bayern, der Vorstand der Südwestdeutschen Salzwerke AG, Ulrich Fluck, sowie Edeltraud Glänzer von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie.

»O, sei du unseren Unternehmungen gewogen«

Moderator Markus Othmer eröffnete die Feierlichkeiten. Dann betrat Vorstand Ulrich Fluck das Rednerpult: »1517 wurde der Petersberg-Stollen angeschlagen. Die lateinische Inschrift auf der Marmortafel heißt sinngemäß übersetzt: »O, sei du unseren Unternehmungen gewogen.« Das galt vor 500 Jahren – und das soll zukünftig genauso gelten«, sagte er.

Bilder-Galerie Teil 2:

Er erinnerte daran, dass zwar das Salzbergwerk Berchtesgaden ein halbes Jahrtausend existiere. »Aber wir wollen nicht vergessen, dass dessen Existenz und Zukunft aufs Engste verknüpft ist mit unserer Saline in Bad Reichenhall.« Der Erfolg des dort produzierten Speisesalzes sei ein »Garant für den Fortbestand des Bergwerks«. Überall spürbar sei die Verbundenheit der Menschen zu ihrer Region, aber auch der Bürger zu ihrem Salzbergwerk, sagte Fluck: »Die Berchtesgadener und ihre Bergler im Salzbergwerk sind eine große Familie.« Besondere Worte des Lobes fand er für Peter Botzleiner-Reber, der die Gesamtverantwortung für weite Teile des Festjahres innehatte.

»Ihr schätzt eure Mitarbeiter und steht zusammen«

Ministerpräsident Horst Seehofer begrüßte die 2 000 Menschen im Saal mit einem »Glück auf«. Ein solch geselliges Beieinander gebe es »nur in Bayern«, sagte er. Für Seehofer ist klar: »Bayern – und Berchtesgaden im Besonderen – schwammen schon immer auf der Seite des Erfolges, der richtigen Seite.« Das werde nun anlässlich des 500-jährigen Bestehens des Salzbergwerks bis zum Ende des Jahres hinweg gefeiert. »Das, was wir heute hier erleben, ist einmalig.«

Im geschichtsträchtigen Bayern sei ein 500. Geburtstag nicht selbstverständlich. »Wir haben eine lange Geschichte, 1 500 Jahre. Wir feiern heuer 500 Jahre Reformation, wir haben im letzten Jahr 500 Jahre Reinheitsgebot des bayerischen Bieres gefeiert und nun ist das Salzbergwerk dran«, sagte Seehofer. Er gratulierte der Unternehmensleitung und den Bergleuten. Seine persönliche Überzeugung sei, dass man es der Unternehmensleitung der Südwestdeutschen Salzwerke AG anmerke, dass »ihr eure Mitarbeiter wertschätzt und zusammensteht«, so Seehofer.

Der Umstand falle nicht nur ihm persönlich auf, sondern auch Außenstehenden. Mit 380 000 Besuchern pro Jahr sei das Salzbergwerk eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Region, »überhaupt ist Bayern der meist besuchte Urlaubsort, der bayerische Dialekt der beliebteste und für Amerikaner und Japaner besteht Deutschland sowieso nur aus Bayern.« Dafür erntete der Ministerpräsident lang anhaltenden Applaus.

Seehofer erinnerte an Franz-Josef Strauß, der mal gesagt hatte: »Außerhalb von Bayern gibt es kein richtiges Leben.« Dies könne man nur so unterstreichen. Bayern sei nicht nur ökonomisch erfolgreich: »Dass unser Bundesland blüht, dass wir einen Großteil der Bundesländer mitfinanzieren, verdanken wir der hiesigen Bevölkerung.« Zukunftsstark könne nur derjenige sein, der traditionsstark sei, sagte Seehofer und verwies darauf, dass die christliche Prägung auch weiterhin »absolute Notwendigkeit hat«.

Dank äußerte er gegenüber allen ehrenamtlich Tätigen: »Ohne Ehrenamt geht es nicht.« Als Ministerpräsident wisse er um das große Engagement der Bevölkerung. Und auch hinsichtlich der Sicherheit im eigenen Land ist für Seehofer die Perspektive klar: »Wir brauchen einen starken Staat und eine gute Polizei, die die Bürger beschützt und Terror, wie nun wieder in London passiert, von der Bevölkerung abhält.« Zum Abschluss seiner Rede wünschte er dem Salzbergwerk eine gute Zukunft, »mindestens weitere 500 Jahre«, und versprach, dass er beim nächsten Jubiläum wieder mit dabei sein werde. Kilian Pfeiffer

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