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Dramatische Eröffnung der Salzach-Festspiele: Besucher in Triebenbach ließen sich von Gewitter nicht vertreiben

Wasser und Feuer von oben

Der Auftakt zu den elften Salzach-Festspielen, den zehnten auf Schloss Triebenbach vor den Toren der Stadt Laufen, hatte es in sich: Pünktlich zur Eröffnung öffnete Sankt Petrus die Schleusen und die vielen Besucher der ausverkauften Premierenvorstellung konnten nur noch die Flucht ergreifen unter das Tribünendach und in die Gastronomiehalle.

Die Bad Reichenhaller Philharmonie eröffnete die Salzach-Festspiele auf Schloss Triebenbach bei Laufen mit einem Konzert, das von einem Feuerwerk gekrönt wurde. (Foto: Bohm)

Trotzdem wurden viele pudelnass. Es war ein Wunder, dass niemand die Nerven verlor, sondern alle ausharrten bis zur Besserung und dann die musikalischen Schmankerl genoss, die ihnen die Bad Reichenhaller Philharmonie und Sopranistin Bernadette Müller boten. Das Konzert fand zudem in Kooperation mit dem »Musiksommer zwischen Inn und Salzach« statt.

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Der Dirigent, Generalmusikdirektor Christian Simonis, erzählte eingangs aus dem Leben und Schaffen des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart, der mehrfach auf Schloss Triebenbach geweilt hat. Von ihm erklang schwungvoll die Ouvertüre aus der »Hochzeit des Figaro«.

Anschließend war Bernadette Müller, Sopran, zu hören mit »Exsultate jubilate« mit den vier Sätzen »Exsultate, Jubilate – Jauchzet, jubelt. O ihr glücklichen Seelen«, einem Allegro, gefolgt von »Fuget amica dies«, also »Es leuchtet der freundliche Tag«. Beim dritten Satz »Tu virginum corona tu nobis pacem dona« flehte die Sängerin »Du Krone der Jungfrauen; du gib uns Frieden«, um mit jubelnden »Alleluja«-Kolleraturen zu schließen. Das Publikum bedankte sich mit herzlichem Beifall, bevor es in die Pause ging.

Mozart beendete seine »Sinfonie Nummer 29 A-Dur« bereits im Alter von 18 Jahren, erfuhren die Besucher. Sie besteht aus den Sätzen »Allegro moderato – Andante – Menuetto – Allegro con spirito«, von einem Teil des Orchesters zu Gehör gebracht, zarte Streicher, Oboenklänge und Bläser. Weniger zart waren die »Klänge« von oben – es donnerte unüberhörbar von Flugzeugen, die am Abendhimmel gen Salzburg unterwegs waren.

Zum Abschluss präsentierten die Musiker großartige Musik von Georg Friedrich Händel: Die »Feuerwerksmusik«. Mit Paukenschlag und dem gesamten Orchester erklang »La Réjouissance«, die Streicher zelebrierten die »Bourrée«, Oboe und Fagott gestalteten das »Menuett I« und alle zusammen mit vollem Einsatz die »Ouvertüre«. Dazu passte dann die Überraschung: Es blitzte, zischte und krachte, Sterne stoben über den Himmel, Raketen schossen in die Höhe, um als gleißender Sternenregen wieder herabzufallen – es war ein tolles Feuerwerksspektakel, das eine Traunsteiner Sprengtechnik-Firma dem begeisterten Publikum präsentierte. Die anwesenden Feuerwehrler sagten im Nachhinein, dass sie froh über den Regen vorher waren: In unmittelbarer Nachbarschaft des Schlosses war nämlich ein trockenes Stoppelfeld, das beim Feuerwerk hätte feuer fangen können.

Die vielen Besucher aus dem ganzen Berchtesgadener Land und den Nachbarlandkreisen Traunstein, Altötting und Rosenheim sowie aus dem Salzburger Land jedenfalls honorierten die ausgezeichneten musikalischen Leistungen und das Feuerwerkspektakel mit großem Beifall. Es war ein gelungener Auftakt für die Salzach-Festspiele. Am Freitag geht es weiter mit Willy Astor, am Samstag mit I dolci signori und Sonntag mit Konstantin Wecker und in den Wochen darauf mit weiteren Konzerten bis zum 30. Juli. Hannelore Bohm