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Freizeitbad sucht vor dem Hintergrund zunehmender Konkurrenz nach neuen Konzepten

Watzmann Therme rüstet sich für Wettbewerb

Berchtesgaden – Noch schwärmen vor allem die Salzburger Gäste zu Tausenden in die Watzmann Therme und ermöglichen der GmbH einen ausgeglichenen Wirtschaftsplan. Doch vor dem Hintergrund entstehender Freizeitbäder in Salzburg und Freilassing befürchtet man im Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee hier einen Rückgang bei den Besucherzahlen. Im Rahmen der Verabschiedung des Wirtschaftsplans 2015 wurde deshalb am Donnerstagabend im Kongresshaus Berchtesgaden deutlich, dass die Suche nach neuen Konzepten und Lösungen bereits jetzt beginnen soll.

Die Sauna der Watzmann Therme ist wieder fast so beliebt wie vor dem großen Brand. »Es werden heuer wohl nur ein paar Besucher weniger werden als im Jahr 2012«, schätzt Geschäftsführer Christoph van Bebber. (Foto: privat)

Dr. Bartl Wimmer griff das Thema in der Diskussion auf und wiederholte die Feststellung von Thermen-Geschäftsführer Christoph van Bebber, dass mindestens 50 Prozent der Besucher aus dem Salzburger Raum kämen. »Vor dem Hintergrund wachsender Konkurrenz müssen wir uns bereits jetzt Konzepte überlegen, wie es dann weitergehen soll«, forderte Wimmer. Das bestätigte Verbandsvorsitzender Franz Rasp. »Die Weichen müssen wir bereits jetzt stellen, denn in drei Jahren wird es zu spät sein.« Rasp meinte damit die fortschreitenden Badbaupläne in Salzburg und Freilassing. In der Mozartstadt sollen über 50 Millionen Euro und in Freilassing 20 Millionen Euro investiert werden. »Wir werden beides zu spüren bekommen«, zeigte sich Rasp überzeugt.

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Als ersten Teil der Gegenmaßnahmen führe man bereits in den nächsten Wochen eine Überprüfung der Bausubstanz und der technischen Anlagen durch, sagte der Vorsitzende. Und für das Jahr 2015 sollen Mittel für entsprechende Beratungsleistungen eingeplant werden, darüber bestehe Konsens im Verbandsausschuss.

Bisher jedenfalls hat man keinen Grund, über die Besucherzahlen zu klagen. So geht Christoph van Bebber davon aus, das man in diesem Jahr auf rund 240 000 bis 245 000 Besucher kommen wird. Das wäre eine Steigerung der Besucherzahlen um rund 5 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 2012 vor dem Brand. Zwar kommen die meisten Besucher aus dem Salzburger Raum und aus dem Berchtesgadener Talkessel, doch der Geschäftsführer präsentierte eine Grafik, die darlegte, dass Gäste aus ganz Deutschland die Therme besuchen. Und von je weiter her die Gäste kommen, desto größer wird der Umsatz pro Gast.

Sehr gut ist in diesem Jahr vor allem der Januar gelaufen, dann gab es monatliche Schwankungen. Nach einem Einbruch im WM-Monat Juli bescherte der verregnete August dem Bad einen Ansturm, den es bisher noch nicht gab. »Im August hatten wir über 10 000 Besucher mehr als im August 2012«, sagte van Bebber.

Vor dem Hintergrund der langen Schließungszeit zur Behebung der Brandschäden zeigte sich der Geschäftsführer auch mit dem Ergebnis in der Sauna zufrieden. »Normalerweise gehen in der Branche nach solchen Ereignissen die Besucherzahlen um bis zu 35 Prozent zurück, weil sich die Leute durch Jahreskarten und Geldwertkarten an andere Einrichtungen binden.« Oft dauere es dann zwei Jahre, bis sich die Zahlen wieder stabilisieren. In der Watzmann Therme allerdings läuft die Sauna schon wieder fast so gut wie vor dem Brand. »Es werden vielleicht ein paar Leute weniger als im Jahr 2012«, sagte van Bebber.

Und weil weitgehend alles nach Plan lief, wird man auch den Wirtschaftsplan 2014 mit einem Umsatz von 2,75 Millionen Euro in etwa wie geplant abwickeln können. Nach Abzug der Pachtzahlung soll es dann auch ein ausgeglichenes Ergebnis geben. Für das Jahr 2015 ist ein Umsatz von 2.9 Millionen Euro anvisiert. Auch hier soll es nach Abzug der Pacht in Höhe von 200 000 Euro ein ausgeglichenes Ergebnis geben.

Obwohl Bartl Wimmer kritisierte, dass dem Zweckverband als Gesellschafter kein Bilanzplan vorgelegt worden sei, genehmigte das Gremium den Wirtschaftsplan 2015 einstimmig. Immerhin erfuhr Wimmer noch, dass das Eigenkapital in Höhe von 51000 Euro unangetastet bleibt. UK