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Wechsel-Theater um Lewandowski hat Gomez «geärgert»

Florenz (dpa) - Mit Blick auf das monatelange Theater um einen möglichen Wechsel von Robert Lewandowski zum FC Bayern hat Mario Gomez fehlende Rückendeckung der Münchner Vereinsführung beklagt.

Konsequent
Mario Gomez schildert seinen Wechsel als «schleichenden Prozess». Foto: Carlo Ferraro Foto: dpa

«Ich hatte damals auf die Lewandowski-Gerüchte reagiert und sagte, dass man den Club nach Lewandowski fragen solle und nicht mich. Danach wurde mir öffentlich mitgeteilt, dass wir Spieler mal entspannt mit den Gerüchten um Lewandowski umgehen sollten. Die Rückendeckung gab es für die Stürmer, die da waren, von Vereinsseite nicht», sagte Gomez, der für rund 20 Millionen Euro zum italienischen Serie-A-Club AC Florenz gewechselt ist, dem Magazin «Sport Bild». Gomez räumte ein, dass ihn die Spekulationen geärgert hätten.

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So sei der Abschied ein «schleichender Prozess» gewesen. «Der Wunsch der Vereinsführung nach Robert Lewandowski wurde immer intensiver, das habe auch nicht nur ich gespürt. Im Laufe der Rückrunde hat es sich so herauskristallisiert, dass es alle wollen, dass es im Sommer zu Ende geht», ergänzte Gomez.

Er habe gleich das Gespräch mit dem neuen Bayern-Trainer Pep Guardiola gesucht und ihm mitgeteilt, dass er den Club verlassen möchte. Der Spanier habe sich «großartig» verhalten. «Er hat mir in dem Gespräch mitgeteilt, welche Vorstellungen er vom Fußball hat. Er meinte auch, dass er nie meinen Abschied gefordert hat.

Trotz allem sei die Zeit beim Triple-Gewinner «traumhaft» gewesen. «Ich habe beim Abschied zu Karl-Heinz Rummenigge gesagt, dass ich dem Verein ewig dankbar gegenüber sein werde. Der Club hat mir den größten Traum, die Champions League zu gewinnen, erfüllt», ergänzte Gomez, der einräumte, dass der Wechsel vom FC Bayern weg sportlich ein Rückschritt sei. Es habe auch Angebote von europäischen Top-Vereinen gegeben. Der 28-Jährige habe sich aber bewusst für Florenz entschieden. Das sei ein aufstrebender Club mit interessanten Zielen, das Gesamtpaket habe gestimmt.

Gomez befürchtet nicht, dass er künftig aus dem Blickfeld des Bundestrainers geraten könnte. Joachim Löw sei aufgrund mehrerer Spieler, die im Ausland tätig sind, viel unterwegs «und wird sicher auch ab und zu einen Abstecher nach Italien machen», sagte Gomez der «Stuttgarter Zeitung» (Donnerstag-Ausgabe). Auch Stürmerkollege Miroslav Klose von Lazio Rom ist in der Serie A tätig. Er habe Gomez per SMS in Italien willkommen geheißen. «Das hat mich gefreut», erklärte der 59-malige Nationalspieler.