weather-image
12°

Wehret den Anfängen

Bischofswiesen - Bei der Jahreshauptversammlung des WSV Bischofswiesen im Gasthaus Brenner Bräu zeigte sich, dass der Verein sehr gut aufgestellt ist und auch im letzten Jahr mit seinen Sportlern zahlreiche große Erfolge gefeiert hat. Sogar Ex-Weltmeisterin Kathrin Hölzl gab ihrem Verein die Ehre. Vorstand Bernhard Heitauer drückte seine Hoffnung darüber aus, dass die Technik-Spezialistin nach einer Odyssee an Verletzungen noch einmal in den Weltcup zurückkehrt.

Erster und zweiter Vorstand im WSV Bischofswiesen Bernhard Heitauer (r.) und Werner Böhm (l.) ehrten zusammen mit Weltmeisterin Kathrin Hölzl (M.) die erfolgreichen alpinen Nachwuchshoffnungen Jonas Bolz (2.v.l.) und Philipp Porwol (2.v.r.). Fotos: Anzeiger/Wechslinger

Unverständnis herrschte jedoch darüber, dass der traditionelle Skijugendtag in Bischofswiesen nicht mehr von der Schule unterstützt wurde.

Anzeige

Der Vorstand des WSV Bischofswiesen Bernhard Heitauer sprach von einem gut aufgestellten Verein in den Bereichen Ski alpin und nordisch sowie Snowboard. Ein »Big Air« am Götschen habe großen Zuspruch gefunden und man hoffe unter dem neuen und alten Trainer Oliver Hutzschenreuter wieder starke Freestyler hervorzubringen.

Dagegen zeigte sich Heitauer über das Verhalten der Bischofswieser Schule enttäuscht, die das Abschlussrennen der Aktion »Sport nach eins« nicht unterstützt hat. Sehr gute Erinnerungen hege man allerdings an den alpinen Weltcup im Olympiapark München, der am Schuttberg mit großer Unterstützung der Helfer des WSV Bischofswiesen wieder ein ganz großer Erfolg war. »Sogar die strengen Österreicher haben vor uns den Hut gezogen, das ist höchste Anerkennung«, freute sich der Vorstand über die glänzende Durchführung und richtete schon den Blick voraus auf den nächsten Parallel-Slalom, der im Januar in München stattfinden soll.

Als sehr unerfreulich nannte Heitauer das Gebaren beim Masterskirennen (Skirennen für ältere Rennläufer), da ein Rennen komplett gestrichen wurde. Grund dafür war der Protest eines Läufers wegen nicht konformer Torflaggen, was Heitauer geradezu lächerlich fand.

Für den 18. und 19. Januar sei ein Ski Cross Weltcup am Götschen geplant. Darüber müsse man ebenso reden wie über die Kündigung des Schneemeisters Franz Ilsanker durch den Deutschen Skiverband, so der Vorstand.

Kassier Michael Griesser sprach vor Steuern von einem satten Guthaben des WSV Bischofswiesen. Dabei stellte Griesser ausführlich Einnahmen und Ausgaben gegenüber. Die Kassenprüfer Simon Schwaiger und Klaus Swatosch stellten keinerlei Beanstandungen bei der Kassenprüfung fest.

Aus dem Rechenschaftsbericht des nordischen Sportwarts Alfred Burgstaller ging hervor, dass die Saison für den Langlaufnachwuchs mit einigen Spitzenplatzierungen und auch weiteren Toprängen sehr gut war. Man dürfe die Leistungen der Kinder allerdings nicht nur an den Spitzenplatzierungen festmachen, sondern müsse das gesamte Teilnehmerfeld und deren Leistungen betrachten, so der nordische Experte, der von einer Steigerung auf allen Ebenen sprach und sich sehr über viele neue Langlaufkinder freute. Sehr schwer zu ersetzen sei Sigrid Wille, die in den Bereich Bayerischer Skiverband in Verbindung mit den CJD-Christophorusschulen aufgestiegen sei. Nachdem Burgstaller die einzelnen Erfolge seiner Schützlinge in Erinnerung gerufen hat, sprach er davon, dass gerade der Götschen ein ideales Terrain für alpine Fahrformen beim Langlauf sei und besser genützt gehörte.

Von 27 Schneetagen im letzten Winter sprach Oliver Hutzschenreuter für den Bereich Snowboard. Seine Kindergruppe erfasse Talente von sieben bis 12 Jahren, was den Sportwart und Trainer zur Aussage »Wir kommen wieder ran« bewogen hat.

Bei den Alpinen seien 34 Kinder in drei verschiedenen Alters- und Leistungsgruppen von Katharina Wieber, Theresa Schwaiger und Tobias Angerer betreut worden, erklärte der Alpinsportwart Stefan Pistor. Am 10. Mai beginne das Sommertraining, so Pistor.

Eine besondere Freude machte dem Vorstand die Ehrung der erfolgreichen Aktiven Anke Karstens, Jonas Bolz und Philipp Porwol, die auf eine sehr erfolgreiche Saison zurückblicken können. Ferner zeichnete Heitauer mehrere langjährige Mitglieder für ihre Treue zum WSV Bischofswiesen mit geschmackvollen Urkunden aus (siehe Kasten).

Mit Freude verkündete Vorstand Bernhard Heitauer, einen neuen Sponsor gefunden zu haben, der gleich einen neuen Satz Startnummern angeschafft hat. Der Zeitnehmerchef im WSV Bischofswiesen, Marcel Häusler, sprach die Probleme mit der Zeitmessung an. Heitauer versprach, die Sache zu prüfen und neue Leitungen für die Zeitnahme legen zu lassen.

»Was möchte man als Bürgermeister mehr, als solch einen Verein in der Gemeinde zu wissen, der eine Weltmeisterin, Weltcupsieger, deutsche Meister und viele weitere erfolgreiche Sportler hervorbringt«, so Gemeindeoberhaupt Toni Altkofer, der auch davon sprach, wie erfolgreich es die Helfer des WSV Bischofswiesen verstehen, Rennen sowohl am Götschen als auch in München auf höchstem Niveau durchzuführen.

Vorzeigewürdig sei auch die Kinder- und Jugendarbeit im WSV Bischofswiesen. Gleichwohl müsse man aufpassen, dass diese Arbeit nicht durch eine neue Gesinnung gewisser Gruppierungen infrage gestellt werde, mahnte der Bürgermeister an. »Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass der seit den 50er-Jahren traditionelle Skijugendtag nicht mehr von der Schule unterstützt wird«, monierte Altkofer in aller Deutlichkeit. Mit den Worten »Wehret den Anfängen und behaltet euere Traditionen« schloss Toni Altkofer seine Ausführungen.

Zum Schluss einer dennoch harmonischen Jahreshauptversammlung des WSV Bischofswiesen bedachte Vorstand Bernhard Heitauer die Weltmeisterin Kathrin Hölzl mit einem Blumenstrauß und drückte seine große Hoffnung auf eine Rückkehr der erfolgreichen Rennläuferin in den alpinen Weltcup aus.

An die Versammlung richtete Bernhard Heitauer letztlich noch den Appell, sich über Nachfolger Gedanken zu machen, da jede Ära einmal zu Ende gehe. Christian Wechslinger