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Das Veronika Zunhammer Quartett zu Gast im Studiotheater des Traunreuter k1

»Weihnachtssterne am Jazzhimmel«

Christian Elsässer, Henning Sieverts, Veronika Zunhammer und Fabian Rösch begeisterten mit jazzigen Weihnachtsliedern im k1. (Foto: Heel)

Es begann vor zwei Jahren: Da nahm Veronika Zunhammer zusammen mit Christian Elsässer das aus dem Brixental stammende Lied »Es wead scho glei dumpa« auf, das so gut ankam, dass man beschloss, ein ganzes Album mit Weihnachtsliedern zu produzieren. Also spielten sie, verstärkt durch Henning Sieverts am Kontrabass und Fabian Rösch am Schlagzeug, mit »Weihnachtssterne am Jazzhimmel« ein Album ein, das nun vorliegt. Und das sich, wie eigentlich zu erwarten war, wer Veronika Zunhammers bisheriges Schaffen verfolgt hat, wohltuend von der Masse der jährlichen Weihnachts-CDs abhebt und damit nicht nur Jazzfans erfreuen dürfte.


So wie jetzt bei ihrem Auftritt im vollbesetzten Studiotheater des Traunreuter k1, wo die in Traunwalchen aufgewachsene und derzeit in München lebende Sängerin die meisten Titel des Albums vorstellte und dabei erneut ihr großes (Live)Können unter Beweis stellte. Etwa anhand von ausgewählten, neu arrangierten Weihnachtsklassikern wie »Leise rieselt der Schnee« oder »Süßer die Glocken nie klingen«, denen sie so kraftvoll wie einfühlsam neue, spannende Facetten abgewann. Oder mit »Weihnachten«, einer virtuosen Vertonung des gleichnamigen Gedichts von Joseph von Eichendorff (Musik: Christian Elsässer). Aber auch mit hochwertigen Eigenkompositionen wie »Just The Stars« glänzte die Sängerin, einem Lied über eine erste »richtige« Begegnung zweier Liebender, bei der nur die Sterne Zeugen sind.

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Begleitet wurde Veronika Zunhammer dabei von den Musikern, die bereits an den Aufnahmen zu »Weihnachtssterne am Jazzhimmel« beteiligt waren. Allen voran Christian Elsässer, mit dem sie schon seit vielen Jahren erfolgreich zusammenarbeitet. Der Komponist, Arrangeur und Pianist, der bereits zahlreiche hoch angesehene Preise und Stipendien abgeräumt hat, unter anderem den ECHO Jazz in der Kategorie »Instrumentalist des Jahres National Piano/Keyboards«, zeigte sich auch an diesem Abend in Hochform und begeisterte durch sein rasantes, hochkonzentriertes Spiel.

Erstklassig waren auch seine zwei Mitspieler, beide fabelhafte, sich harmonisch einfügende Instrumentalisten, die zudem viel Raum für Soloparts bekamen. Nicht umsonst zählt Henning Sieverts zu den renommiertesten Bassisten Europas, während Drummer Fabian Rösch, ein ehemaliger Studienkollege von Veronika Zunhammer, ein gefragter Mann in der Berliner Jazzszene ist.

Entsprechend gut zu hören war alles, was an diesem Abend im k1 geboten wurde, darunter noch Stücke von Veronika Zunhammer (»Kinderaug’n«), Max Reger (»Mariä Wiegenlied«, nach einem Text von M. Boelitz) und G. F. Händel (»Tochter Zion«, nach einem Text von F. H. Ranke). Und sehr beeindruckend war auch das hierzulande weitgehend unbekannte Kärntner Weihnachtslied »Werst mei Liacht ume sein« von Günther Mittergradnegger und Gerhard Glawischnig, das Veronika Zunhammer, nur begleitet vom Kontrabass, auf ganz eigene Weise interpretierte.

Kurzum, ein feines Konzert, das einem die wahre Bedeutung von Weihnachten unaufdringlich wieder nahe brachte. Wolfgang Schweiger