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Gemeinderat beschließt einstimmig Fortbestand – »Rahmenbedingungen müssen verbessert werden«

Weiterbetrieb des »Werk 34« ist gesichert

Berchtesgaden – Die drei Jahre sind nun vorbei, in denen sich das Werk 34 an der Bergwerkstraße etablieren konnte. In der Gemeinderatssitzung am Montag ging es um den Fortbestand des Mehrgenerationenhauses, das bei Senioren und Jugendlichen nach Aussage der Verantwortlichen gut ankommt. Einstimmig gab der Gemeinderat grünes Licht für einen unbefristeten Erhalt des Hauses. Die Seniorenreferentin hatte dennoch einige Kritikpunkte in petto, die es zu verbessern gelte.

Das Werk 34 wird auch weiterhin fester Bestandteil von Berchtesgaden sein. (Foto: Pfeiffer)

Wenn Andreas Lindner vom Werk 34 spricht, ist er Feuer und Flamme. Lindner arbeitet bei der »Jonathan Jugendhilfe« und kümmert sich in Berchtesgaden um jene Kinder und Jugendlichen, die das Mehrgenerationenhaus regelmäßig besuchen. Er ist zuständig für die offene Jugendarbeit, organisiert zwei Mal pro Woche einen Treff, an dem durchschnittlich 20 Personen teilnehmen. Zwischen 9 und 21 Jahre alt sind die Teilnehmer. Die Besucherzahlen des Werk 34 seien seit Eröffnung von Jahr zu Jahr gestiegen, natürlich habe sich das Angebot erweitert. Neben den Treffs gibt es ein reichhaltiges Angebot: Dazu gehören Ausflüge, etwa ins Kino, in die Watzmann Therme, nach Salzburg. »Wir waren schon gemeinsam beim Bowlen und am ›Seimei Beach‹ beim Baden«, berichtet Andreas Lindner in seinem Referat vor dem Gemeinderat. Mit der Berchtesgadener Jugend ging es zum Skifahren auf den Götschen und zu einer Fackelwanderung. Mehrere Musikveranstaltungen wurden in den letzten Jahren im Mehrgenerationenhaus realisiert, »unser Ziel ist, vier Konzerte im Jahr umzusetzen«, sagt Lindner. Bis zu 200 Personen kommen dann, »damit erreichen wir die meisten Leute«.

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Aber auch abseits der musikalischen Bespaßung ist das Angebot im Werk 34 groß. Das Haus bietet zahlreiche Möglichkeiten, darunter das gemeinsame Kochen, die Kurzfilm-Werkstatt oder das Schmuckbasteln.

Kooperationen mit anderen Jugendtreffs aus dem Landkreis werden regelmäßig durchgeführt, Ziel sei es auch, die Zusammenarbeit mit heimischen Vereinen zu vertiefen. Regelmäßig wird die Einrichtung von minderjährigen, unbegleiteten jugendlichen Asylbewerbern aufgesucht, die viel Zeit an der Bergwerkstraße verbringen und das Freizeitangebot nutzen.

Für die Zukunft wünscht sich Andreas Lindner, weitere Kulturveranstaltungen mit lokalen Musik-Acts durchzuführen. Die Erweiterung der Öffnungszeiten sei ein Thema, das angegangen werden müsse. Darüber hinaus möchte Lindner in erweitertem Maß die Jugendlichen einbinden, etwa bei der Mitgestaltung von Wochenend- und Ferienprogrammen.

Die Seniorenbeauftragte des Marktes Berchtesgaden, Elisabeth Homberg, zeigt sich ähnlich zufrieden mit dem Zuspruch der Senioren. »Unsere Angebote werden sehr gut angenommen«, meint Homberg. Die Gruppenstärken, je nach Angebot, umfassten 10 bis 25 Personen. Viele Ehrenamtliche gestalten die zahlreichen Programme. Gut ankommen würde die Jahresparty für Ehrenamtliche des Marktes, von Bürgermeister Franz Rasp veranstaltet. »Die Freude ist jedes Mal groß.«

Gute Arbeit sei in den vergangenen drei Jahren geleistet worden. In Zukunft wird es Veränderungen geben, ist sich Elisabeth Homberg sicher. Denn so manche ehrenamtlich Tätige werde ihre Arbeit beenden. Außerdem müssten sich die Rahmenbedingungen insgesamt verbessern, sagte Homberg und äußerte vorsichtig Kritik, die – wenn behoben –, die Arbeit im Werk 34 erleichtern könnte: So gebe es keine Abstell- und Lagermöglichkeiten, außerdem fehle ein kleines Besprechungszimmer, etwa, wenn sich Seniorenbeauftragte gemeindeübergreifend treffen wollten. »Bislang gehen wir dann immer in die Insula«, so Homberg. Wichtig sei ebenso, dass abschließbare Spinde im Haus installiert werden. Diese gibt es bislang noch nicht. Um den zusätzlichen Arbeitsaufwand besser zu koordinieren, fordert die Seniorenbeauftragte »stundenweise« einen Mitarbeiter vor Ort: »Hier ist die Marktgemeinde in der Pflicht«, so die deutliche Botschaft. Der Mitarbeiter soll sich künftig um die Belegung, die Planung, das Beschwerdemanagement und Einkäufe kümmern.

Bürgermeister Franz Rasp sagte, dass »wir in Zukunft deutlich besser werden wollen«. Die angetragenen Vorschläge für die organisatorische und inhaltliche Weiterentwicklung sollen nun in der Verwaltung erarbeitet werden. Auch das Thema Barrierefreiheit im Mehrgenerationenhaus spiele eine wichtige Rolle. Einstimmig ging der Grundsatzbeschluss über den Weiterbetrieb durch den Gemeinderat. Kilian Pfeiffer