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Weitwanderwillig

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Gut zu Fuß: Frank Ahlbrecht geht in elf Tagen den Salzalpensteig von Prien am Chiemsee bis nach Obertraun zum Hallstätter See. (Foto: Pfeiffer)

Ramsau – Dass Frank Ahlbrecht auf dem Salzalpensteig ganz allein unterwegs ist, stört ihn nicht sonderlich. »Da muss ich auf keinen Rücksicht nehmen«, sagt der Hannoveraner mit einem Augenzwinkern. Ende Juni war er in Prien gestartet, weiter ging es nach Grassau, über Ruhpolding und Inzell nach Bad Reichenhall. Jetzt machte er Station in der Ramsau. 230 Kilometer lang ist der Steig.


Frank Ahlbrecht hat sich Ambitionierteres vorgenommen: In elf Tagen möchte er die 230 Kilometer gehen. Wie es die Route vorgibt, hat er in Prien am Chiemsee begonnen. Über Grassau ging es zur Brachtalm, zu Toni und Hilde. »Ich war der einzige Gast«, erzählt Frank Ahlbrecht. Familiär sei er aufgenommen worden. Ein besonderes Erlebnis sei der Besuch gewesen, bei einer »guten Brotzeit« und interessanten Gesprächen. Genau so habe es sich der Hannoveraner vorgestellt, als er im Februar seine bislang größte Weitwanderung geplant hatte. Gar nicht so einfach sei das gewesen mit den ganzen Unterkünften. Dank des Salzalpensteigführers habe er aber einige gute Vorschläge unterbreitet bekommen.

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230 Kilometer ist Frank Ahlbrecht bislang noch nie am Stück gewandert. Sein Vorhaben ist deshalb ziemlich ambitioniert. Bislang waren es immer mehrtägige Ausflüge über eine Strecke von rund 100 Kilometern, die er sich vorgenommen hatte. So ist er in den vergangenen Jahren bereits den Harzer Hexen-Stieg sowie den Lechweg gegangen, 15 Etappen, vom Hochgebirge bis ins Alpenvorland, vom Formarinsee bis nach Füssen. Der Lechweg steht für leichtes Weitwandern durch eine alpin geprägte Region. Der Salzalpensteig mit seinen 230 Kilometern und 18 Etappen – von Prien am Chiemsee bis nach Obertraun am Hallstätter See – ist da schon ein anderes Kaliber. Offiziell heißt es, dass der Salzalpensteig »zahlreiche Facetten für geübte Wanderer und erholungssuchende Naturliebhaber« bietet. Die wenigstens gehen alle 18 Etappen am Stück, sondern wählen lieber eine der 25 Salzalpentouren für Rundwanderungen.

Seit dem vergangenen Wochenende ist er also nun unterwegs und hat bislang recht gute Tage erwischt. »So habe ich mir das vorgestellt«, freut sich Frank Ahlbrecht, dem es aber nichts ausmacht, wenn auch mal Regen auf ihn niederprasselt und er bei trübem Nebelwetter durch die Natur wandert. Die Schönheit der Landschaft entschädigt ihn, findet er. Im Rucksack hat er sein spärliches Gepäck für die knapp zweiwöchige Tour dabei, unter anderem einen Regenschirm. »Ich habe Spaß an der Bewegung«, sagt der Hannoveraner, der als Hausmeister an einer Schule arbeitet. Hobbymäßig ist er ein guter Läufer, häufig mit dem Rad unterwegs – und in jedem Fall begeistert von der Schönheit der Natur, die ihm in den letzten paar Tagen untergekommen ist. Seinen Routenplaner hat er kaum gebraucht, denn der Salzalpensteig sei gut beschildert und markiert, fasst er seine bisherigen Erfahrungen zusammen. Morgen geht es für Frank Ahlbrecht weiter, erst an den Königssee, dann nach Berchtesgaden. Die nächsten Tage führen ihn dann nach Golling in Richtung Abtenau und weiter über Gosau bis nach Obertraun, wo er spätestens am 5. Juli ankommen will. Kilian Pfeiffer

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