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Weltgrößter Stahlkocher ArcelorMittal macht Milliardenverlust

Luxemburg (dpa) - Abgekühlte Geschäfte in Europa haben den weltgrößten Stahlkocher ArcelorMittal tief in die roten Zahlen gerissen. 2012 stand ein Verlust von 3,7 Milliarden US-Dollar (2,7 Mrd Euro) unter dem Strich, teilte der Stahlkonzern am Mittwoch in Luxemburg mit.

ArcelorMittal
Im gesamten vergangen Jahr steht der Stahlkocher ArcelorMittal mit rund 3,7 Milliarden Dollar (2,7 Mrd Euro) in den roten Zahlen. Foto: Christian Charisius Foto: dpa

Ein Jahr zuvor hatte der Riese noch einen Gewinn von knapp 2,3 Milliarden Dollar gemacht. Wegen der schwachen Nachfrage hatte ArcelorMittal im Dezember 4,3 Milliarden Dollar auf sein Europageschäft abschreiben müssen. «2012 war ein sehr schwieriges Jahr für die Stahlindustrie», sagte Konzernchef Lakshmi Mittal.

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Vor allem in Europa sei die Nachfrage nach Stahl um weitere knapp neun Prozent gesunken. Sie liege damit um 29 Prozent niedriger als vor der Wirtschaftskrise. Auch dieses Jahr werde herausfordernd, wenn es auch Anzeichen auf Besserung gebe.

Die Stahlauslieferungen sollten um zwei bis drei Prozent steigen, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) solle wachsen. 2012 war das Ebitda von gut 10 Milliarden (2011) auf 7 Milliarden Dollar gefallen. Der Jahresumsatz sank um fast zehn Milliarden auf gut 84 Milliarden Dollar.

Als Reaktion auf die schwache Nachfrage hat ArcelorMittal seit längerem in Europa nur 16 von ursprünglich 25 Hochöfen in Betrieb. Je zwei Öfen im lothringischen Florange und im belgischen Lüttich sind bereits dauerhaft ausgeblasen.

Zudem legt der Stahlkocher mehrere Produktionslinien in und um Lüttich still. Weitere Schließungen von Anlagen seien in Europa nicht geplant: Die Restrukturierungen seien ausreichend, sagte Finanzchef Aditya Mittal. Die Beschäftigungszahl weltweit sank innerhalb eines Jahres um 16 000 auf 245 000.

In Europa werde die Stahlnachfrage dieses Jahr voraussichtlich um ein Prozent sinken - im Rest der Welt dagegen um sieben Prozent zulegen, sagte Mittal. «Wenn wir in Europa wieder auf Wachstumskurs sind, können wir auch wieder profitabel arbeiten.» Die Dividende wird 2013 von 75 auf 20 US-Cent pro Aktie gekürzt. Im Schlussquartal von 2012 hatte der Stahlkocher fast vier Milliarden Dollar Verlust gemacht, drei Milliarden mehr als im Vorjahresquartal.

Aditya Mittal bestätigte, dass sein Konzern Interesse an dem zum Verkauf stehenden Stahlwerk von ThyssenKrupp im US-Bundesstaat Alabama habe. «Wir sind an der Anlage interessiert.» Nach Medienberichten hat der Konzern ein Angebot von 1,5 Milliarden Dollar abgegeben. Dies wollte Mittal weder dementieren noch bestätigen.

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