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Wembley-Fluch hält gegen Deutschland an - «alte Leier»

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Verflucht
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Auch im sechsten Spiel in Serie konnte England nicht gegen Deutschland gewinnen. Foto: Andreas Gebert Foto: dpa

London (dpa) - Die Ernüchterung war groß, nachdem sich für die englische Nationalmannschaft der Wembley-Fluch gegen Deutschland wieder einmal bestätigt hatte.


«Die alte Leier: Die Deutschen sind zu heiß für England», klagte das Blatt «Independent» und auch die Zeitung «Mirror» fand nach dem 0:1 (0:1) gegen den alten Rivalen kaum aufmunternde Worte für Wayne Rooney und Co.: «Zwei Niederlagen in fünf Tagen, besonders die zweite gegen ein deutsches B-Team, kann man wohl kaum als eine Verstärkung der Moral ansehen.»

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Wenig aufbauend waren auch die Buhrufe, mit denen die Three Lions vom eigenen Anhang in die fast viermonatige Länderspielpause verabschiedet wurden. Das sei «enttäuschend», sagte Teammanager Roy Hodgson und merkte an, dass es in der Vergangenheit mehr Applaus gegeben habe.

Nicht aber gegen Deutschland, speziell auf dem heiligen Rasen in Wembley gibt es gegen den dreimaligen Weltmeister regelmäßig Enttäuschungen. Als England letztmals daheim gegen die DFB-Auswahl gewann, war Kapitän Steven Gerrard noch gar nicht auf der Welt und Coach Hodgson kickte seinerzeit noch selbst mit mäßigem Erfolg für Carshalton Athletic. Das war 1975, vor über 38 Jahren hieß 2:0. Niki Lauda wurde damals zum ersten Mal Formel-1-Weltmeister und Udo Jürgens stürmte mit «Griechischer Wein» die deutschen Charts.

«Englands Probleme mit den alten Schwächen erlaubt es Deutschland, Wembley zu regieren», schrieb der «Guardian», nachdem es bereits die siebte Niederlage im achten Heimspiel nach dem gewonnenen WM-Finale von 1966 für England setzte. In Per Mertesacker war es auch noch einem Wahl-Londoner vorbehalten, mit einem Kopfball die zweite Niederlage der Hodgson-Elf innerhalb von vier Tagen zu besiegeln. Das Mutterland des Fußballs hatte bereits am Freitag in seinem «Headquarter» 0:2 gegen Chile verloren und musste nun zum ersten Mal seit 1977 wieder zwei Heimniederlagen in Serie einstecken.

Hodgson will deswegen aber nicht in Panik verfallen. «Ich denke nicht daran, dass zwei Testspielniederlagen, bei denen ich viel experimentiert habe, den Glanz eines sehr guten Jahres verblassen lassen sollen», meinte der 66-Jährige, der die Engländer ohne Niederlage durch die WM-Qualifikation geführt hatte. Im Gegenteil: Nach den beiden Partien sei er weiser und wisse, woran er mit seiner Mannschaft im Vorfeld der Endrunde noch arbeiten müsse. In den beiden Testspielen hatte Hodgson 25 Spieler eingesetzt, darunter waren drei Debütanten. Auch die mussten anerkennen, dass der Wembley-Fluch anhält.