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Wenig Wasser im Löden- und Mittersee

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Ruhpolding: Seen haben wenig Wasser
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Die Trockenheit hinterlässt Spuren: Wenig Wasser haben der Lödensee (unser Bild) und der Mittersee. (Foto: Pültz)

Ruhpolding – Ein schneearmer Winter und ein trocknes Frühjahr haben zwischen Ruhpolding und Reit im Winkel deutliche Spuren hinterlassen: Nur noch über wenig Wasser verfügen der Löden- und der Mittersee. Viel Seeboden ist zum Vorschein gekommen, die Wasserfläche hat sich da wie dort sichtbar verringert. Walter Raith, der Leiter des Wasserwirtschaftsamts Traunstein, verweist – wie er auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts mitgeteilt hat – auf das »bekannte Phänomen«, dass der Wasserstand der beiden Seen in niederschlagsarmen Perioden »schnell sinkt und natürliche Schwankungen von vier bis fünf Meter aufweist«.


War im Winter 2018/19 besonders viel Schnee gefallen, so hielt sich die weiße Pracht 2019/20 in engen Grenzen. Gering war die Schneeschmelze – und hinzukam dann auch, dass im Anschluss an den Winter wenig Regen fiel. Viele Bäche und Flüsse im Landkreis Traunstein führen nun wenig Wasser. Auch und gerade an den stehenden Gewässern ist die Trockenheit in den vergangenen Wochen nicht spurlos vorübergegangen: Niedrig sind die Pegelstände der Seen.

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Besonders deutliche Spuren hinterlässt eine Trockenheit stets im Naturschutzgebiet der drei Seen zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl. So sind die Wasserstände von Löden- und Mittersee derzeit gering – sie sind auf einen Stand gesunken, wie man sich ihn vor dem Beginn des Sommers, der weitere Trockenheit bringen könnte, nicht erhoffen würde.

Den Wasserstand der beiden Seen genau angeben kann das Wasserwirtschaftsamt nicht – auch nicht im Vergleich zu den Pegelständen, die zu dieser Jahreszeit normal sind. So erstellt die Behörde keine Messungen. »Mitter- und Lödensee sind an einer Engstelle miteinander verbunden, daher spiegeln sich die Wasserstände aus und wir betrachten hydrologisch die beiden Seen als eine Einheit«, berichtet Raith. »Der Mitter-/Lödensee wird vom westlich gelegenen Weitsee gespeist, die Seen bilden eine Seenkette. Des Weiteren gibt es Gräben und Wildbäche, die den Seen von den umgebenden Berghängen zufließen, aber nicht ständig Wasser führen.«

Am Weitsee betreibe das Wasserwirtschaftsamt Traunstein seit September 2017 einen Pegel, an dem der Wasserstand erfasst wird. »Den aktuellen Wasserstand des Weitsees halten wir aus unserer Erfahrung heraus nicht für außergewöhnlich niedrig«, sagt der Leiter der Behörde. Am Mitter- und Lödensee sei derzeit kein Pegel vorhanden. »Es ist aber ein bekanntes Phänomen, dass der Wasserstand dort in niederschlagsarmen Perioden – im Gegensatz zu Weitsee und Förchensee – schnell sinkt und natürliche Schwankungen von vier bis fünf Meter aufweist.« Dieses Phänomen habe das Wasserwirtschaftsamt in einer hydrogeologischen Studie Ende der 1990er Jahre untersuchen lassen.

»In niederschlagsarmen Perioden geht der Abfluss aus dem Weitsee zurück, während das Wasser des Mitter-/Lödensees weiterhin versickert. Der See läuft langsam leer«, sagt Raith. »An den Quelltöpfen des Förchensees kommt der Teil des Wassers, der im Hangschutt des 'Langen Sandes' versickert, dann wieder zum Vorschein.«

Bei der Seenkette handelt es sich laut dem Behördenleiter um ein natürliches Gewässersystem, das nicht durch den Menschen reguliert wird. Die Wasserstandsschwankungen seien natürlichen Ursprungs. Raith: »Aus wasserwirtschaftlicher Sicht gibt es keine Veranlassung, in dieses natürliche System einzugreifen.«

Niedrige Wasserstände in Flüssen und Seen seien in den letzten Jahren in ganz Bayern als Folge niederschlagsarmer Perioden beobachtet worden. Raith zufolge ist davon auszugehen, dass künftig in Folge des Klimawandels vermehrt Extremereignisse auftreten – sowohl Niedrigwasser-Perioden als auch Starkregenereignisse und Hochwasser. »Somit werden auch an den Gewässern immer wieder ungewöhnliche Situationen zu beobachten sein.«

Mit der hydrogeologischen Studie Ende der 90er Jahre seien die Zusammenhänge geklärt worden, betont Raith. »Handlungsbedarf besteht aus wasserwirtschaftlicher Sicht nicht.«

Justus Pfeifer: »Kein extremes Ereignis«

Auch Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer ist nicht in Sorge. Perioden der Trockenheit – mit der Folge, dass der Wasserstand im Löden- und im Weitsee zurückgeht – seien keine Seltenheit. Vor drei Jahren sei der Wasserstand im Mittersee so niedrig gewesen, dass er ihn habe durchwaten können. Der Bürgermeister sieht in den Wasserständen der beiden Seen »kein extremes Ereignis«. Sie seien »absolut kein Problem«. Und wie der Leiter der Behörde in Traunstein, Walter Raith, meint auch Justus Pfeifer, der Bürgermeister der Gemeinde Ruhpolding, dass kein Handlungsbedarf bestehe. pü