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Weniger Übernachtungen, mehr Gäste

Unterwössen. Die Übernachtungszahlen gehen weiter zurück, doch die Gästezahlen erholen sich. Dieses Fazit zog die Geschäftsführerin des Verkehrsvereins Oberwössen und Leiterin der dortigen Tourist-Information, Uschi Grünbacher, in der diesjährigen Jahreshauptversammlung im Gasthof zur Post in Oberwössen. Der Verein blickte auch auf erfolgreiche Veränderungen im Wintertourismus zurück. Ziel ist es, mit kleinen, wirksamen Schritten den Oberwössner Tourismus anzukurbeln.

Der Ortsteil Oberwössen konnte im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 0,84 Prozent bei den Gästezahlen und einen leichten Rückgang bei den Übernachtungen von 0,53 Prozent verzeichnen. Für die Gesamtgemeinde Unterwössen sähe es ähnlich aus, berichtete Grünbacher: Die Gästezahlen stiegen 2012 um 1,13 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die Übernachtungen sanken um 0,35 Prozent. Im Ortsteil Unterwössen, so Grünbacher, habe mit einem Plus bei der Betriebsart Ferienwohnung ein Minus bei anderen Betriebsarten »auffangen« können. In Oberwössen würden demgegenüber auch Gästehäuser und der Campingplatz positive Zuwachszahlen ausweisen. Mit Blick in die Zukunft rechnet die Geschäftsführerin mit einer »positiven Entwicklung«.

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In der Kasse des Verkehrsvereins gibt es aktuell ein geringes Minus. Vereinsvorsitzender Lorenz Plenk sagte, dass es seinen Ursprung in den Kosten für die Loipen- und Winterwanderwege-Pflege mit dem vor drei Jahren angeschafften Loipenspurgerät hat. Der Aufwand rechtfertige sich allemal, fand Plenk, und berichtete, dass Gäste aus der Region Traunstein und Rosenheim immer wieder großes Lob für das Oberwössner Winterangebot zollten. Und auch Feriengäste nähmen das Angebot begeistert an. Natürlich sei die finanzielle Belastung durch einen solchen Winterdienst hoch, aber die Kosten würde die Gemeinde fast vollständig erstatten, stellte Plenk klar.

Sepp Schweinöster, einer der beiden Fahrer des Pflegegerätes, wusste, dass ungefähr ein Drittel des Pflegeaufwandes auf die Winterwanderwege entfalle, die heuer wieder bis hinauf zur Feldlahnalm geführt hatten.

Vor dem Hintergrund des Etats verwies Geschäftsführerin Uschi Grünbacher, dass die Gelder für den Tourismus in Oberwössen sorgfältig und sinnvoll eingesetzt werden müssten. Die Zufriedenheit des Gastes müsse dabei höchste Priorität genießen. Der heutige Urlauber sei weit gereist und habe konkrete Qualitätsansprüche. Und weil er in mehreren Urlauben über das Jahr jeweils andere Akzente setze, gäbe es auch nicht mehr eine Zielgruppe im ursprünglichen Sinn. »Jeder kann für uns ein potenzieller Urlaubsgast sein.«

Den Qualitätsansprüchen zu genügen, dabei helfe ein gutes Qualitätsmanagement, weiß Grünbacher. Die Sterneklassifizierung sei deshalb kein Kontrollinstrument, sondern Hilfestellung für die eigene Qualitätssicherung. Das zweite Merkmal der Kundengewinnung sei die Gastfreundschaft. »Die Gastfreundschaft war und ist ein geläufiges Instrument im täglichen Umgang mit dem Gast. Dies ist die Chance und gleichzeitig großer Vorteil unserer Kleinvermieterstruktur«, so Grünbacher.

Diplombiologe Stefan Kattari, Gebietsbetreuer im Ökomodell Achental, stellte die neue einheitliche Wander- und Radwegebeschilderung vor. Die lehnt sich an eine DIN-Vorschrift an und bringt gelbe Schilder mit schwarzer Schrift oder weiß-grüne für die Radwege. Zweiter Bürgermeister Barthl Irlinger, zugleich auch zweiter Vorstand im Verkehrsverein, sagte dazu: »Unsere Holzschilder sind zwar schöner, aber alle anderen Gemeinden haben die. Und es macht Sinn, dass alle die Schilder gleich gestalten.« Auf Dauer, so Kattari, werden für die Gemeinde rund 800 Wanderschilder benötigt. lukk