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Wenn auch kein »Kerschgeist« mehr hilft...

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Da durfte sich der Boandlkramer (rechts, Johannes Weiss) von Petrus (Korbinian Huber) aber etwas anhören, als das Fehlen des Brandner-Kaspers im Himmel schließlich doch bemerkt wurde. (Foto: T. Eder)

Staudach-Egerndach – Eine perfekte Vorstellung des »Brandner Kaspers« bot die Jugendgruppe der Staudach-Egerndacher Heimatbühne. Die elf Jugendlichen spielten sich schnell in die Herzen der vielen Zuschauer im Gasthof Mühlwinkl. Sowohl am morgigen Freitag, als auch am Freitag, 11. Januar wird der Dreiakter erneut um 20 Uhr und ein weiteres Mal am Sonntag, 13. Januar um 16 Uhr gezeigt.


Die Jugendgruppe feierte doppelte Premiere. Nicht nur, dass sie ihr neues Stück präsentierten, auch wagten sich die jungen Darsteller zum ersten Mal an einen Dreiakter. Unterstützt wurden sie von Martina Gaukler, Elisabeth Schmidt und Anita Huber, die die Jugendlichen seit September in 33   Proben zu dieser hervorragenden Leistung animierten. Die Geschichte von Franz von Kobell, ist bekannt und in der Version der Jugendlichen doch neu interpretiert.

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Der 70-jährige Brandner- Kasper (Andreas Weiss), dessen Frau und Söhne längst tot sind, möchte noch einmal heiraten. Die junge Monika (Julia Weiss) hält an dem Versprechen des Seniors fest, jedoch nicht aus Überzeugung, sondern um den Hias (Hannes Gaukler) eifersüchtig zu machen. Eines Nachts, als gerade in Staudach-Egerndach Fasching gefeiert wird, erscheint dem Brandner der Boandlkramer (Johannes Weiss). Doch der Brandner ist noch nicht bereit, das irdische Leben zu verlassen, und luchst dem Sensenmann weitere 20 Lebensjahre ab.

Dem himmlischen Pförtner Petrus (Korbinian Huber) fällt dieser Handel aber auf, als die Sennerin der Staudacher Alm (Julia Zaiser) über das Leben in der Gemeinde berichtet. Sofort wird der Tod nach oben zitiert und aufgefordert, den Brandner endlich in den Himmel zu holen. Ein weiteres Mal bekommt der Brandner Besuch vom Boandlkramer und dieses Mal hilft ihm auch kein »Kerschgeist« und kein Kartenspiel. Schließlich siegt die Neugier nach dem Paradies.

Die Besetzung der elf Rollen war hervorragend gewählt. Petrus (Korbinian Huber) mit dem lustigen und verschmitzten Erzengel Gabriel (Pirmin Schrittenlocher) und dem tapferen Erzengel Michael (Veit Sedlmayer) begeisterten als himmlische Vertreter und amüsierten zugleich mit ihrer Art, das Leben in Staudach-Egerndach zu beschreiben. Auch der Brandner-Kasper begeisterte das Publikum mit seiner herrischen, sturen Art, und Monika (Julia Weiss) wusste mit gezielter Mimik das Gesagte zu negieren.

Sennerin Resi (Julia Weiss) zeigte sich als zurückhaltendes Wesen und Traudl (Eva Reithaler), Kaspers verstorbene Gattin, konnte sich energisch Gehör verschaffen. Besonders begeisterte aber der Boandlkramer (Johannes Weiss), der um den Brandner unsicher, aber doch aufdringlich herumschlich und auch den betrunkenen und letztlich hintergangenen Tod perfekt mimte. Hias (Hannes Gaukler), der Schlossergeselle, musste seinen Text stottern und sicherte sich dabei die ersten Lacher. Zuspruch findet Kasper bei seinem Freund, dem Förster (Simon Schmidt), und der Pfarrer (Sebastian Gaukler) las dem sturköpfigen Brandner ordentlich die Leviten.

Die elf jungen Theaterspieler meisterten ihre Rollen mit Bravour und begeisterten das Publikum, das während der Aufführung immer wieder lachte und auch Szenenapplaus spendete. tb