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Wenn das Tanz-Fieber steigt

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Eine Neubearbeitung des Musicals »Saturday Night Fever« war jetzt im Traunreuter k1 zu sehen. (Foto: Heel)

Als Kinofilm löste »Saturday Night Fever« Ende der 70er Jahre eine weltweite Disco-Welle aus und machte John Travolta zum Star. Unglaublich erfolgreich war auch die Musik der Bee Gees dazu, deren Soundtrack-Album zu einem der meistverkauften Alben aller Zeiten wurde.


Als Musical feierte die Geschichte um den ehrgeizigen Tänzer Tony Manero seine Uraufführung 1998 in London, im Jahr danach wurde es auch in Deutschland und am Broadway aufgeführt, wobei als Co-Autor Robert Stigwood fungierte, der bereits den Film produziert hatte. Und weil Musicals immer gehen, wie es scheint, hat vor kurzem der Frank Serr Showservice eine Neubearbeitung herausgebracht, die nun im sehr gut besuchten Saal des Traunreuter k1 zur Aufführung kam.

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Auch hier spielt die Geschichte im New Yorker Stadtteil Brooklyn des Jahres 1976, veranschaulicht durch die Fassade eines schäbigen Mietshauses, wo der 19-jährige Italoamerikaner Tony Manero, gespielt von Marius Bingel, in einem Farbengeschäft arbeitet. Um seinem tristen Arbeitsalltag zu entkommen, verbringt er jeden Samstagabend in der Disco »2001 Odyssey«, um als König der Tanzfläche von einem anderen, besseren Leben zu träumen. Als dort ein Tanzwettbewerb stattfinden soll, sieht er darin seine große Chance. Doch dazu bräuchte er eine Partnerin, und zwar eine nach seinem Geschmack. Und das wirft Probleme auf. Bis er Stefanie (Carina Fitzi) kennenlernt, die es als soziale Aufsteigerin bereits nach Manhattan geschafft hat.

Etliche Nebenhandlungen wie die um Tonys älteren Bruder Frank (Pascal Jounais), der seinen Priesterberuf an den Nagel hängt, weil er mit der rigiden Sexualmoral der katholischen Kirche nicht klarkommt, weiteten die etwas simple Geschichte von Tonys Aufstieg, aber was an diesem Abend im k1 wirklich zählte, waren die vielen tollen Songs wie »Stayin’ Alive«, Night Fever« oder »How Deep Is Your Love«, die leider nicht von einer Liveband begleitet wurden. Zwar wurden mit Ausnahme von Carina Fitzi und Jannik Gräf, der als Tonys Freund Bobby C mit seiner Interpretation des Songs »Tragedy« dem Hauptdarsteller fast die Show stahl, stimmlich dabei keine Spitzenleistungen geboten, aber in Verbindung mit den abwechslungsreichen und teils recht dynamischen Tanzeinlagen gelang es dem 16-köpfigen Ensemble dennoch rasch, das bunt gemischte Publikum auf Fahrt zu bringen. Dazu kam ein ansprechendes Bühnenbild, das die zahlreichen Schauplätze geschickt in sich integrierte und so einen flüssigen Ablauf des Geschehens möglich machte.

Schade war nur, dass neben den teilweise holprigen deutschen Dialogen (von Anja Hauptmann) auch Marius Bingel etwas weich und wenig geschmeidig für seine Rolle als tanzwütiger Ehrgeizling wirkte. Trotzdem, der Stimmung im k1 tat’s keinen Abbruch, zumal die Musik, die Hits der Bee Gees einfach unwiderstehlich waren, auch heute noch und wahrscheinlich für immer. Wolfgang Schweiger