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Wenn die Lehrer beim Konzert den Ton angeben...

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Mit Volksmusik hat vor 50 Jahren alles begonnen. Mit Volksmusik wurde auch das Lehrerkonzert anlässlich des Jubiläums »50 Jahre Sing- und Musikschule Traunwalchen« in der Aula der Carl-Orff-Grundschule eröffnet. (Foto: Gabi Rasch)

Musiklehrer sind das Herz einer Musikschule. Ohne sie geht gar nichts. Während sie sonst eher im Hintergrund agieren und ihre Schützlinge im Rampenlicht stehen, waren sie es, die anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Sing- und Musikschule Traunwalchen im Zentrum standen und die Jubiläumsfeierlichkeiten mit einem beeindruckenden Konzert in der Aula der Carl-Orff-Grundschule Traunwalchen bereicherten. Ein kurzweiliges und sehr ansprechendes Musikerlebnis auf hohem Niveau.


Das Publikum, darunter viele Kinder und Eltern, bekam anspruchsvolle Musik hören. Die zum Teil außergewöhnliche instrumentale Zusammensetzung und interessante Mischung waren ein beredtes Zeichen dafür, dass das Kollegium nichts dem Zufall überlassen hatte. Von der ganz alten Musik, Volksmusik, Klassik bis zu Folklore und Jazz reichte die stilistische Bandbreite.

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Dementsprechend Vielseitiges gab es zu hören: Mit dem »Boarischen für d´Marion« stimmte die Hausmusikgruppe Lisbeth Genghammer, Markus Gromes, Brigitte Leitermann, Brigitte Brüderl und Gitti Edtmayer auf den kurzweiligen Konzertreigen ein und erinnerte damit an die Anfänge der Sing- und Musikschule, die bekanntlich aus der Volksmusik heraus geboren ist. Thomas Hartmann schlug auf dem Flügel mit einer ungarischen Melodie von Franz Schubert zunächst zarte Töne an, die sich bei der anschließenden Jazz-Sonata von George Antheil in eine »wilde Studie« verwandelten.

Auf den zarten »Wellentanz im Schilf« des Zither-Duos Schuhbauer/Genghammer folgte mit Bestsellern von John Dowland eine ganz besondere Mischung aus Gesang und Laute, vorgetragen von Viola Matthias (Sopran) und Sebastian Pointner (Laute). Von einer anrührenden Tragik geprägt war die »Legende op. 17« des Komponisten Henri Wieniawski, arrangiert von Hans Zunhammer. Mit Hans Zunhammer (Akkordeon) und Alexander Krins (Violine) saßen hier zwei leibhaftige »Legenden« der Musikschule auf der Bühne, die es schafften, mehr als 100 Prozent zu geben.

Dass die Zither vielfältig einsetzbar ist und sogar vor Tango-Musik nicht Halt macht, bewiesen Schuhbauer und Genghammer mit Klaus Danner (Gitarre) und Brigitte Brüderl (Kontrabass) mit einer Tango Serenade. Mächtig ins Zeug legte sich Ference Tornai (Klarinette) bei den Rumänischen Volkstänzen von Bela Bartock, begleitet von Thomas Hartmann auf dem Klavier. Tornai begleitete auch das Jazzensemble mit Thomas Schnabel (Gitarre), Andreas Bubmann (E-Bass) und Christoph Jungböck (Schlagzeug) bei einem Medley aus »All of me« von Seymour Simons und Leon Russells »This Masquerade«.

Beeindruckend waren auch das Stück »Sentimental« aus der Suite für Flöte und Klavier von Claude Bolling, gespielt vom Ensemble Ralph Glas (Querflöte), Thomas Hartmann (Klavier), Marin Marinov (Schlagzeug) und Brigitte Brüderl (Kontrabass) und die Folklore Tänze aus Griechenland und Israel. Dieses Ensemble war besetzt mit Liese und Klaus Danner (Blockflöte und Mandoline), Elisabeth Bäuml (Harfe), Roswitha Huber (Akkordeon), Brigitte Brüderl (Kontrabass) und Ference Tornai (Klarinette).

Um dem Namen der Sing- und Musikschule gerecht zu werden, wurde auch gesungen. Die sieben Kolleginnen, die sich zu einem Chor formierten und sich neben dem Lied »Die Gedanken sind frei« und dem bekannten Song »Only you« des englischen Popmusikers Vincent Clarke keine einfache Musikliteratur ausgesucht hatten, ernteten sowohl für ihren gesanglichen Beitrag als auch für die Idee, großen Beifall.

Moderiert wurde das kurzweilige Konzert, das am Vormittag stattgefunden hatte, vom Musikschullehrer Bertram Weihs, dem österreichischen Landsmann von Musikschulleiter Josef Mayer. Mayer genoss es, sich entspannt zurückzulehnen und einfach nur zuzuhören. Wegen der vielfältigen organisatorischen Arbeiten im Vorfeld der Jubiläumsfeierlichkeiten habe er auf die Teilnahme beim Lehrerkonzert verzichtet. »Es war ziemlich stressig«, sagte er am Rande des Konzerts dem Traunsteiner Tagblatt und fügte scherzhaft an: »Ich habe mich nicht mehr qualifizieren können.« Gabi Rasch

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