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Wenn Fans den Atem anhalten - Pink startet Deutschlandtour

Hamburg (dpa) - Als Popstar Pink zum letzten Rundflug über die Köpfe der jubelnden Fans an diesem Abend ansetzt, schauen selbst Sicherheitsleute in der Halle nur noch nach oben. «So What! I'm Still A Rockstar» singt die US-Musikerin trotzig - als ob daran überhaupt noch einer zweifeln würde.

Pink
Pink schaukelt auf der Bühne. Foto: Axel Heimken Foto: dpa

Kreuz und quer fliegt die 33-Jährige am Seil durch die Arena und verabschiedet sich so selbst von ihren Fans auf den obersten Zuschauerrängen unterm Hallendach noch einmal ganz nah. Denen hatte die Sängerin zum Auftakt ihrer Deutschlandtour am Mittwochabend in Hamburg wieder einmal mehr als ein Konzert geliefert - eine spektakuläre Show von der ersten bis zur letzten Minute.

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«Zurück in Deutschland!», ruft Pink den 12 800 Fans in der ausverkauften O2 World in den ersten Minuten zu. Da hat sie den Zuschauern schon mit den ersten Nummern längst bewiesen, wie sie zurück ist - musikalisch wie akrobatisch in Topform. Spielte sie in einem Video-Einspieler auf der Leinwand noch einen normalen Konzertbesucher, der plötzlich nach vorn ins Schweinwerferlicht gebeten wurde, ist jedem ihrer Fans klar: Pink geht nicht einfach auf die Bühne, Pink wirbelt ins Zentrum ihrer Show. Diesmal schießt das blonde Energiebündel am Bungeeseil aus dem Bühnenboden nach oben und startet, meist kopfüber singend, mit «Raise Your Glass» ein Feuerwerk.

Funken sprühen, ein großes Herz entflammt im Hintergrund - «The Truth About Love» - so wie ihr aktuelles, sechstes Studioalbum - hat Pink die Tour genannt. Seit dem Start in Februar im amerikanischen Phoenix geht die Show des US-Stars noch mindestens bis Ende des Jahres weltweit über die Bühne. Nach einer längeren Pause war die Mutter der einjährigen Willow damals wieder auf die Tourneebühne zurückgekehrt. In der Hansestadt gastierte Pink zuletzt mit ihrer «Funhouse»-Tour vor vier Jahren, in anderen deutschen Städten 2010 mit der «Funhouse Summer Carnival Tour». Als sie ein Konzert im britischen Birmingham in der vergangenen Woche wegen einer Atemwegserkrankung absagte, sorgten sich ihre deutschen Fans.

Doch zum Start in Hamburg, dem elf weitere Konzerte bundesweit folgen sollen, zeigt sie sich wieder topfit. Die Fans ignorieren die manchmal schlechte Akustik, bejubeln die akrobatischen Einlagen der Musikerin und halten den Atem an, während ihr Idol selten außer Atem zu kommen scheint. Mal schwebt Pink im Spagat durch die Lüfte, zu «Sober» turnt sie in einer Art Käfig hoch über der Bühne, zeigt sich zu «Try» als Artistin am Seil, und immer wieder wirbelt sie mit ihren Tänzern über die Bühne. Das Schuhwerk - ob auf hohen Absätzen oder einfach barfuß - zu den immer wieder wechselnden, sexy und meist bauchfreien Outfits, scheint der 1,63 Meter großen Musikerin egal zu sein.

Doch auch ruhigere Nummern und leise Momente mit eigenen Balladen oder ihrer Version von Chris Isaaks «Wicked Game» kommen im Mix aus alten und neuen Hits gut an beim Publikum. Zu den Highlights gehört das Duett mit Nate Ruess zu ihrer aktuellen Nummer Eins «Just Give Me A Reason». Und Pinks Publikumsnähe: Immer wieder zeigt sie sich als Star zum Anfassen, schüttelt Hände, plaudert mit ihren Anhängern und nimmt Geschenke entgegen. Als ein Besucher ihr dann sogar mal etwas anderes reicht, jubelt sie: «Du hast mir Käse mitgebracht!» Sonst bekomme sie vor allem Süßigkeiten. Die Fans ihrer nächsten Stationen, darunter Berlin, Frankfurt und München - wissen, was sie einzupacken haben.