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Wenn Frauen Theater machen

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Inka Meyer hat mit »Kill me, Kate – Die gezähmte Widerspenstige« im NUTS ihr erstes Soloprogramm gespielt. Nicht alle Pointen zündeten dabei. (Foto: Heel)

Was hat der Feminismus bis heute bewirkt? Oder genauer gefragt: Sind die Frauen heute besser dran als vor 30, 40 Jahren? Ja und nein, meinte die diplomierte Designerin, Schauspielerin und Kabarettistin Inka Meyer bei ihrem Auftritt in der nur mäßig besuchten Traunsteiner Kulturfabrik NUTS, wo sie mit »Kill me, Kate – Die gezähmte Widerspenstige« ihr erstes Soloprogramm vorstellte.


Ja und nein deswegen, weil die Frauen heute zwar mehr und bessere Chancen hätten, diese aber häufig nicht nützen würden. Um dies zu veranschaulichen, schlüpfte sie in die Rolle einer Theaterintendantin, die gerade Shakespeares »Der Widerspenstigen Zähmung« inszenieren soll. Ein nicht gerade zeitgemäßes Stück, wie sie findet, und sie zu einer Bestandsaufnahme animiert, temporeich, engagiert und mit viel komödiantischem Talent: Wie steht es heute um die Frauen – und wo stehen die Männer?

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Eine Bestandsaufnahme, die nicht allzu optimistisch ausfiel, lieben viele Frauen doch immer noch ihre Opferrolle, so Meyer, während von den Männern verlangt wird, sich als Macho-Softie zu profilieren. Zwar zündeten nicht alle Beispiele und Pointen, die sie dazu präsentierte, was durch ihr quirliges, überaus sympathisches Wesen aber locker wettgemacht wurde. Zumal sie immer wieder abschweifte und sich über Dinge wie Orthografie beim Sex-Chat, Barbie mit Burka oder Botox to go lustig machte.

Als Zugabe servierte sie eine Passage aus dem Buch »Essen kann jeder! Ein satirischer Überlebensführer durch den Ernährungsdschungel«, das sie gemeinsam mit dem Kabarettisten und studierten Chemiker Philipp Weber verfasst hat. Thema: Der Boom der Nescafé-Kapseln und die damit verbundenen Umweltbelastungen. Wolfgang Schweiger