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Wenn James Brown in der Alm auf Stubnmusi trifft

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Eva Fenninger und Jo Miska aus München verzauberten als Duo »Südsaitn« die Zuhörer des Bergener Brettls mit Handpan und Harfe. (Foto: Effner)

Zu einer gefragten Kultureinrichtung hat sich das Bergener Brettl entwickelt. Bereits etablierte Künstler und sonstige kreative Köpfe nutzen die Bühne gern, um ihre Songs, Texte, Satire oder Kabarett zu präsentieren. Auf originelle Weise versteht es Mit-Initiator Robert Gapp, die einzelnen Interpreten vorzustellen. Vor vollbesetzten Stuhlreihen stieß auch das Programm der sechsten Auflage in der Kunst- und Kulturwerkstatt in Bergen auf großes Interesse.


Mit Calypso, Blues, Walzer und weiteren Jazz-Standards stimmten die Musiklehrerin Christina Pigerl vom Chiemgau Gymnasium und Katja Weisbecker, Umweltpädagogin im Nationalpark Berchtesgaden, die Zuhörer auf dem Saxophon ein. Nicht immer alles so verkniffen sehen – »Mach’s dir leicht, sonst macht’s dir keiner« ist das Motto und ein Buchtitel der Journalistin und Trainerin Heidi Wahl aus München. Sie zeigte den verblüfften Zuschauern mit Origami-Falttechnik, wie sich wirksam Stress begegnen lässt.

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Eine äußerst originelle Frage stellten sich Eva Fenninger und Jo Miska aus München: »Wie würde sich das anhören, wenn Soulfather James Brown in eine Almhütte mit Stubenmusi kommt und dort zur Gitarre greift?« Auf Hackbrett und Gitarre hörte sich die Antwort des Duos »Südsaitn« absolut mitreißend an – ebenso wie ihre Hommage an Attila Zoller und eine musikalische »Almwanderung«. Mit Harfe und Percussion-Handpan präsentierten die beiden Mitglieder der »Salonboarischen« einen weiteren Höhepunkt.

Von wilden Graffi-Gruama und Traktorfahrten als Jugendlicher auf dem alten 1-PS-Fendt sowie Begebenheiten von »schwindelschauriger Ergriffenheit« unter dem Klosterfraubaum erzählte Siglinde Krammer. Die gefragte Vorleserin entführte die Besucher damit ein weiteres Mal mit dem Buch »Meine ganzen Geister« vom Huber Wast in die abenteuerliche Zeit der sechziger Jahre. Frisch und mitreißend mit originellen Texten servierten Regina Zieher (Harfe, Gitarre) und Philip Schulz (Gitarre) als Duo »Lime Desert« ihre Songs. Die beiden Bergener thematisieren in ihren selbstkomponierten Liedern Ausbeutung, Kinderarbeit und Waffenhandel, aber auch die entspannte Stimmung auf ihrem Hausberg Hochfelln oder sie stellen »Bäda« vor, den fliegenden Goldfisch, der in Gedanken seinem Gefängnis im Aquarium entkommt. Auf die »Helden der Nacht«, den »Windschatten« oder die »Geschichtenerzählerin« ging die Songwriterin Sonja Zajontz mit Gitarrenspiel und gefühlvoller Stimme bei ihrem Auftritt ein. Die Gastwirtstochter aus Niederbayern verblüffte bereits im Kindergartenalter mit ihren Gesangseinlagen.

Das nächste Bergener Brettl ist am 18. Mai um 20.15 Uhr im Ladenbergen. Anmeldung ist bei Robert Gapp per E-Mail unter r.x.gapp@t-online.de möglich. Axel Effner