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»Wenn jeder nur a bisserl mehr gibt, als er nimmt - dann passt's«

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Traunreut: Vier neue Stadträte bekamen Referate und stellen ihre Ziele vor
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Die 34-jährige Veronika Lauber aus Pertenstein hofft, dass sie als Jugendreferentin etwas für die Jugend in Traunreut bewegen kann. (Foto: Rasch)

Traunreut – »Wenn jeder nur a bisserl mehr gibt, als er nimmt – dann passt's!« So lautete das Lebensmotto des neuen Traunreuter Stadtrats Markus Schupfner von der Bayernpartei (BP). Mit diesem Leitgedanken verbindet der gelernte Schreinermeister und Kreisrat aus Anning aber nicht nur seine neue Aufgabe als Stadtrat. Eng verwurzelt und engagiert in den Vereinen, möchte der 42-Jährige verheiratete Familienvater auch das Brauchtum fördern.


»Mir persönlich ist es wichtig, dass wir unsere Wurzeln kennen und wissen, wo sie herkommen«, sagt Schupfner. Wie berichtet, wurde ihm bei der Verteilung der Referate im Rahmen der konstituierenden Sitzung das neue, von ihm angeregte Referat« Brauchtum«, anvertraut.

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Beim Thema »Brauchtum« gebe es ein großes Feld zu bearbeiten, sagte Schupfner dem Traunsteiner Tagblatt. Deshalb habe er sich im Vorfeld mit Bürgermeister Hans-Peter Dangschat und der jetzt wiedergewählten Kulturreferentin Steffi Gampert-Straßhofer darauf verständigt, das Referat in »Brauchtum« und »Kunst- und Kultur« aufzuteilen.

Schupfner ist zuversichtlich, dass diese Zweiteilung auch gelingt: »Wir sind uns sicher, dass die Zusammenarbeit untereinander gut funktionieren wird. Es wird durchaus auch Überschneidungen geben. Aber da werden wir uns absprechen und sicher gut ergänzen.« Zunächst will er sich ein Bild über die Vereine im Stadtgebiet machen, die mit dem Brauchtum zu tun haben.

Er habe bereits während des Wahlkampfes die Gelegenheit genutzt, sich mit den verschiedensten Gruppierungen auszutauschen. Dabei hätten vor allem kleinere Vereine den Wunsch nach einem »Sprachrohr« im Stadtrat geäußert. »Mir geht es vor allem darum, dass die Menschen aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern, die in Traunreut leben, die Möglichkeit haben, ihre Tradition und ihr Brauchtum auch bei uns mit einzubringen.« Gerade die bunte Mischung der Bürger mache unsere Stadt aus und bereichere unser Leben«, betont der Brauchtumsreferent.

Natürlich soll bei seinem Engagement auch das bayerische Brauchtum nicht zu kurz kommen. Und dazu gehören für Schupfner nicht nur Traditionsveranstaltungen wie das Maibaumaufstellen, das Bauerntheater oder die bodenständige Hausmusik, sondern auch die bayerische Sprache und der Dialekt. »Ich freue mich, diese große Aufgabe antreten zu dürfen und als Bindeglied zwischen den Ehrenamtlichen und dem Stadtrat zu wirken.«

Veronika Lauber

Auf ihre Aufgaben als Jugendreferentin freut sich auch Veronika Lauber, die neben Schupfner, Angelika Zunhammer und Ingo Plontsch als neue Mitglieder des Stadtrats mit einem Referat betraut wurde. Die 34-jährige Pertensteinerin hofft, dass sie neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin etwas für die Jugend in Traunreut bewegen kann. Zunächst wolle sie Kontakt zu den Jugendeinrichtungen aufnehmen um herauszufinden, was gut laufe und wo noch mehr getan werden könne. »Sicher gibt es da bereits viele Projekte und Ideen, bei denen ich unterstützen kann.« Bisher habe sie sich als Lehrerin hauptsächlich bei ihrer Arbeit für Kinder und Jugendliche innerhalb des Bildungssystems einsetzen können.

»Als Klassenleiterin von Ganztagsklassen wurde mir da täglich bewusst, wie wichtig es für Jugendliche ist, dass sie eine Sicherheit und einen Halt haben, sich irgendwo zugehörig, ernst genommen und gesehen fühlen«, sagt Veronika Lauber. Entgegen vieler Vorurteile, die »die Jugend von heute« beträfen, habe sie zum ganz großen Teil beobachtet, dass die Jugendlichen sehr wohl mitgestalten wollen und sich für das interessieren, was um sie herum passiert. »Wenn sich Jugendliche jedoch abgehängt fühlen und sich nicht mehr als Teil dieser Gesellschaft verstehen, werden sie leicht empfänglich für scheinbar einfache Lösungen für die Probleme dieser komplexen Zeit oder werden verführbar für Dinge, die sie dann daran hindern, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Gerade auch dann, wenn das Elternhaus vielleicht nicht die benötigte Stabilität bieten kann.« Daher sei es ihr unglaublich wichtig, dass jeder Jugendliche Anlaufstellen habe, wo er seinen Platz finden könne, sich zugehörig und gesehen fühle und dort eben auch aktiv Verantwortung für sich und die Welt drum herum übernehmen wolle.

Angelika Zunhammer

Als neue Referentin für Senioren will Angelika Zunhammer (CSU) aus Traunwalchen an die bereits laufende Seniorenbetreuung anknüpfen und ihre eigenen Ideen einbringen. »Ich habe mich sofort um das Referat der Seniorenbetreuung beworben. Hier kann ich meine kommunikativen Stärken und meine Aufgaben in die Familien am besten einbringen«, erklärt die 40-jährige Mutter von zwei sieben und zehn Jahre alten Söhnen. Sie wolle sich zunächst mit ihrer Vorgängerin Gabriele Liebetruth austauschen und mit dem Vorsitzenden des Seniorenbeirats, Richard Schuster, habe sie bereits telefonischen Kontakt aufgenommen.

In der Anfangsphase seien für sie auch Gespräche mit den verschiedenen Einrichtungen und Vereinen wichtig. Auch über neue Ideen und vor allem Aktivitäten habe sie sich schon Gedanken gemacht: »Hier möchte ich aber zuerst die Machbarkeit und Umsetzung prüfen«, so die gelernte Hotelfachfrau.

Ingo Plontsch

Ebenfalls aus den Reihen der CSU kommt der neue Feuerwehrreferent Ingo Plontsch. Für den 47-jährigen Polizeibeamten aus St. Georgen besteht als Zugehöriger der »Blaulichtfamilie« seit jeher ein enger Kontakt zur Feuerwehr. »Angesichts dieser, ausnahmslos positiven dienstlichen Erlebnisse, bestand meinerseits ein reges Interesse an der Tätigkeit als Feuerwehrreferent. Ich hoffe, ich kann durch mein Zutun ein wirkungsvolles und objektives Bindeglied zwischen den einzelnen Feuerwehren und der Stadtverwaltung beziehungsweise dem Stadtrat werden«, sagt Plontsch.

Toleranz gegenüber allen Beteiligten stehe bei ihm an oberster Stelle und sei unbedingt notwendig, um einen gemeinsamen Entscheidungsprozess in Gang zu bringen. »Ich freue mich auf meine neue Tätigkeit und gehe mit einem sehr positiven Gefühl in die kommenden sechs Jahre.« ga