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»Wenn man mit Liebe hingeht, ist es nicht viel Arbeit«

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Sobald man den Garten von Evi und Werner Stichter aus Siegsdorf betritt, kann man die unterschiedlichsten Rosensorten bewundern und den Duft der Blüten riechen.
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An der Rückseite des Hauses hat Evi Stichter diese Mini-Eden-Rosen gepflanzt. Heuer steht sie besonders schön in Blüte, sagt die Siegsdorferin. (Fotos: Artes)

Siegsdorf – Ein wunderbarer Blütenduft weht einem entgegen, wenn man durch das Gartentor von Evi und Werner Stichter aus Siegsdorf geht. Die beiden haben ihren, mit viel Liebe zum Detail gestalteten Garten in eine Wohlfühloase verwandelt.


Dazu passt auch das Schild »Willkommen im Paradies«, das neben der Haustüre steht. Rund 80 Rosen sind derzeit in voller Blüte und begeistern Evi Stichter jeden Tag aufs Neue.

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Täglich steht die 57-Jährige im Garten – oft schon in der Früh vor der Arbeit. »Für mich ist das komplette Entspannung. Der Garten gibt mir auch etwas zurück. Wenn man mit Liebe hingeht, ist es nicht viel Arbeit.« Evi Stichter und auch ihr Mann Werner genießen es, auf ihrer Terrasse zu sitzen, den Duft der Rosen zu riechen, das Wasser des Gartenteichs plätschern zu hören oder den Vögeln im Vogelhäuschen zuzusehen. Die ersten Rosen sind inzwischen schon wieder verblüht, andere erst kurz vor dem Aufblühen.

»Im Lauf der Jahre entwickelt es sich«

Vor rund 20 Jahren hat es Evi Stichter und ihren Mann nach Siegsdorf verschlagen, nachdem sie die gemeinsame Pension in Ruhpolding verkauft haben. »Anfangs war im Garten alles relativ praktisch angelegt. Man fängt an mit dem Teich, dann kommt der Bachlauf dazu und im Lauf der Jahre entwickelt es sich halt.«

So war es auch bei den Rosen. »Wir haben mit einer angefangen und es wurden immer mehr.« Wieso es ausgerechnet die Königin der Blumen geworden ist, kann die 57-Jährige inzwischen gar nicht mehr sagen. Aber der Duft und die Vielfalt haben es ihr angetan. Inzwischen sind es so viele Rosen, dass sie keinen Platz mehr hat für neue Sorten. »Wollen würde ich natürlich schon noch mehr, aber die Pflanzen müssen auch noch wirken können. Ich möchte auch noch die Erde sehen und nicht alles so eng zugepflanzt haben«, erzählt die Siegsdorferin. Immerhin müsse sie ja auch noch gut an die Rosen herankommen, wenn sie mal zugeschnitten oder gedüngt werden müssen. »Mit Rosen kann man mir aber immer eine Freude machen«, sagt sie schmunzelnd. »Irgendwo findet sich dann schon noch ein Plätzchen im Garten.«

Während ihr Mann Werner sich vor allem um die bautechnischen Dinge im Garten kümmert, wie dem Bauen der Sitzmöbel, der Rankhilfen oder des Vogelhäuschens aus Schwemmholz, übernimmt Evi Stichter alle Arbeiten, die mit den Rosen zu tun haben, zum Beispiel das Wegschneiden der vertrockneten Blüten. »Ich habe immer die Gartenschere in der Hosentasche.« Alles, was verblüht ist, muss weg. Ein oder zwei Stunden seien da schnell mal vorbei. »Du bist im Garten und merkst nicht, wie die Zeit vergeht.«

Manchmal hilft nur der Radikalschnitt

Das ein oder andere Mal musste Evi Stichter ihre Rosen innerhalb des Gartens schon umpflanzen, zum Beispiel, weil der Platz zu eng wurde oder es nicht der richtige Standort war. Vor dem Haus hatte die Siegsdorferin in einem Blumenbeet ein kleines Weidenbäumchen, doch weil es den Rosen das Licht nahm, und diese deshalb nicht mehr so gut wuchsen, wurde die Weide umgeschnitten. Auch wenn es einer Rose mal »nicht so gut geht«, gibt die 57-Jährige die Hoffnung nicht gleich auf. »Weggeworfen wird erstmal gar nichts. Die Rose kommt auf die 'Krankenstation' hinters Haus und dann schaue ich mal, was los ist.« Manchmal hilft dann nur noch der Radikalschnitt. »Aber, so schnell gebe ich nicht auf.« Es sei auch normal, dass eine Rose mal nicht so schön blüht, das könne aber im nächsten Jahr wieder ganz anders sein. »Einmal ist die eine Rose besser, im kommenden Jahr dann wieder die andere.« Besonders schön in Blüte steht heuer die Mini-Eden-Rose hinter dem Haus. »Das liegt an dem warmen Wetter.«

Eine Lieblingsrose hat Evi Stichter nicht. Die Sorte »Grace« gefällt ihr ganz gut, weil sie apricot ist und diese Farbe nicht so häufig vorkommen würde wie Weiß oder Rot. Auch ein Rezept oder Zaubermittel, warum ihre Rosen jedes Jahr aufs Neue so schön blühen, hat die 57-Jährige nicht. Ihr Tipp ist: »Die Liebe zu dem, was man anfasst und tut, ist wichtig.« Und auch die Erfahrung mache es ein wenig aus. »Aber die eignet man sich mit den Jahren selbst an.« jar