Wenn Träume in Erfüllung gehen

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Von Country-Eigenkompositionen bis Welthits: Die Band »More than Words« mit (von links) Stefanie Hertel, Lanny Lanner und Johanna Mross (im Hintergrund Martina Cisarova) begeisterte auf der NUTS-Sommerbühne. (Foto: Heel)

Die Sturmböen am Abend verhießen zunächst nichts Gutes, doch pünktlich zum Konzertbeginn der Band »More than Words« auf der NUTS-Sommerbühne flaute der Wind ab und auch der angekündigte Regen setzte erst nach Ende der Vorstellung ein.

Die zahlreichen Besucher konnten sich so ganz auf den Auftritt der Formation im Traunsteiner König-Ludwig-Hof konzentrieren. Und hatten dabei allen Grund zur Freude, denn was Stefanie Hertel, Lanny Lanner und Tochter Johanna Mross da boten, war Country-Rock-Pop erster Güte, technisch versiert und so authentisch wie leidenschaftlich spielten. Unterstützt wurden sie dabei von der Bassistin Martina Cisarova, die extra für dieses Konzert aus ihrer Heimatstadt Prag angereist war, von dem aus Sachsen stammenden Gitarristen Florian Stölzel und dem österreichischen Schlagzeuger Wolfgang Lindner.

Zum Leben erweckt wurde die Formation vor drei Jahren, als Stefanie Hertel, Lanny Lanner und Johanna Mross, inspiriert durch die amerikanische TV-Serie »Nashville«, ihre musikalischen Interessen auf einen Nenner brachten. Mit großem Erfolg, wie sich mit ihrer ersten Single und dem gleichnamigen Debüt-Album »Home« zeigte. Denn das Album kletterte sofort nach Erscheinen in den Amazon Country Charts auf den ersten Platz, wo es sich wochenlang hielt. Inzwischen haben sie weitere Songs produziert und demnächst erscheint auch eine Deluxe-Version von »Home«, mit fünf neuen Songs plus einer »vercountryfizierten« Coverversion des Beatles-Hits »Help«.

Als Einstieg an diesem Abend in Traunstein wählte das Trio den Song »It's On Tonight«, dem ein knapp zweistündiger mitreißender Mix aus Eigenkompositionen von Lanny Lanner, Songs aus der Serie »Nashville« und diversen Welthits folgte – teils eigens für das Programm in neuem Countrygewand arrangiert. Besonderen Anklang fanden dabei »Jolene« (Dolly Parton) oder John Denvers »Take Me Home, Country Roads«, und den Refrain des ABBA-Hits »Dancing Queen« sangen die meisten Zuhörer mit. Mit Begeisterung aufgenommen wurden aber auch Lanny Lanners Eigenkompositionen, allen voran der wunderbare Stiefvater-Stieftochter-Song »Something Like Dad« und das musikalische Road-Movie »Two Seconds« über eine unerwartete Begegnung am Rande der Autobahn.

Zwischendurch erzählte Lanny Lanner von seinen Eindrücken aus New York, der Stadt, in der er zehn Jahre lang gelebt hatte, und gab den Rat »If you don't dream it, you can't do it«. Seinen Traum hat er sich jedenfalls erfüllt, und da ihm das NUTS nach seiner Rückkehr aus New York eine Bühne bot, spielte das Trio an diesem Abend ohne Gage – der Reinerlös bleibt beim NUTS. Wolfgang Schweiger