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»Wer Verantwortung trägt, muss auch einstecken können«

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Neuwahlen gab es beim Kreisverband Traunstein der CSU im Festsaal in Bergen. Unser Foto zeigt (von links) Schriftführer Marc Nitschke, Schatzmeister Thomas Eberl, die stellvertretenden Kreisvorsitzenden Martin Lackner, Magdalena Obermayer, Seppi Mayer junior und Dr. Christian Hümmer sowie den Kreisvorsitzenden, Landrat Siegfried Walch.

Bergen – Mit 100 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen wurde Landrat Siegfried Walch bei der Kreisdelegiertenversammlung des CSU-Kreisverbands Traunstein im Festsaal Bergen als Kreisvorsitzender wiedergewählt. Ziel der Partei sei es, das Beste für unsere Heimat zu erreichen. Deshalb sei es wert, sich für die CSU und die eigene Heimat einzusetzen, so Walch. Jedoch sei es in dieser Zeit nicht immer einfach, Teil der CSU zu sein. Aber wer Verantwortung trage, müsse auch einstecken können.


Der gleichen Meinung sind auch Dr. Christian Hümmer aus Traunstein, Martin Lackner aus Engelsberg, Seppi Mayer junior aus Chieming und Magdalena Obermayer aus Waging, die sich wieder als Walchs Stellvertreter zur Verfügung stellten. Das Amt des Schatzmeisters behält Thomas Eberl aus Bergen. Als Schriftführer bestätigt wurden Marc Nitschke aus Übersee und Annette Schneider aus Inzell.

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Als Beisitzer gewählt wurden Josef Bauer (Siegsdorf), Stephan Bierschneider (Altenmarkt), Andreas Bratzdrum (Tittmoning), Magdalena Fischer (Vachendorf), Andrea Haslwanter (Traunreut), Karl Kaditzky (Staudach-Egerndach), Ulrike Kecht (Inzell), Florian Kick (Traunstein), Anna-Elisabeth Marx (Fridolfing), Michael Reithmeier (Pittenhart), Hannah Schroll (Traunreut), Georg Schützinger (Grabenstätt), Johannes Weber (Unterwössen) und Josef Wolferstetter (Nußdorf). Kassenprüfer sind Bernd Gietl (Bergen) und Hans Pertl (Grabenstätt).

Stärkster Landkreis, den es jemals gab

In seinem Rechenschaftsbericht betonte Walch, die CSU könne stolz darauf sein, was sie im Landkreis Traunstein gemeinsam mit den anderen Fraktionen geschaffen habe. Der Landkreis Traunstein sei der stärkste, den es jemals gegeben habe. Nun gelte es, die Region pragmatisch fortzuentwickeln.

In vielen Dingen sei der Landkreis ökologischer Vorreiter. Mit gemeinsamen Aktionen von Landwirtschaft und Naturschutzverbänden habe man die Gegnerschaft aufgelöst, um das Gesicht der Heimat zu bewahren. Die Landwirtschaft habe beispielsweise rund 70 Hektar insektenfreundlich umgebaut. »So etwas geht nur, wenn Landwirtschaft und Naturschutzverbände partnerschaftlich zusammenarbeiten«, sagte der Kreisvorsitzende.

Auch bei sozialen Maßnahmen habe der Landkreis Traunstein eine Vorreiterrolle übernommen. Walch verwies dabei auf die Umstellung der Jugendhilfe und die Investitionen in den Wohnungsbau durch die landkreiseigene Wohnungsbaugesellschaft.

Wirtschaftlich stehe der Landkreis Traunstein so stark wie nie da, wobei die Klein- und Handwerksbetriebe das Gros der Wirtschaftskraft ausmachten, erklärte Walch. Der Landkreis Traunstein habe deshalb seine Wirtschaftsförderung-GmbH als gestaltende Einrichtung weiterentwickelt.

Bei der Bildung investiere der Landkreis Traunstein vor allem in die berufliche Bildung. »Die jungen Menschen müssen unsere Wertschätzung spüren, egal für welchen Bildungszweig sie sich entscheiden«, unterstrich der Kreisvorsitzende. Die berufliche Bildung sei der Schlüssel für den Wohlstand der Region, weshalb der Landkreis Traunstein viel Geld in die Berufsschulen investiere.

Beim »Campus Berufliche Bildung Chiemgau« höre er fast keine Kritik mehr, spüre aber den Unglauben vieler. Zentrale Elemente des Campus seien die Handwerksakademie und die Technische Hochschule Rosenheim. In dem für dieses Jahr geplanten Institut für Digitalisierung und IT-Management werde künftig in Traunstein alles beschult, was mit der Digitalisierung zu tun habe. Dies sei ein großer Schritt für alle Mittelstands- und Handwerksbetriebe, die sich keine Digitalisierungsspezialisten leisten könnten.

Mit der Handwerkskammer und der Technischen Hochschule würden die Inhalte entwickelt, die beschult werden sollen. Bereits 2020/21 gebe es die ersten Kurs- und Workshopangebote. Für 2022 sei der Start des Studiums vorgesehen. Mit einem Wohnheim für 150 Studenten und einem Parkhaus sorgte der Landkreis für die Basisinfrastruktur. Die größte Gefahr sah der Landrat darin, dass das Projekt zerredet werde. Deshalb habe der Landkreis Traunstein mit der Technischen Hochschule, der Handwerkskammer und der IHK-Akademie ein Memorandum unterzeichnet (wir berichteten).

Schulden wurden seit 2013 verringert

Der Landkreis Traunstein stehe auch bei den Finanzen für Nachhaltigkeit. Von 70 Millionen Euro 2013 seien die Schulden auf 49 Millionen Euro 2019 verringert worden. Gleichzeitig sei die Kreisumlage auf 49,5 Prozentpunkte gesenkt worden, obwohl die Investitionen vor allem in die Bildung hochgehalten worden seien. Die genannten Erfolge seien nicht die des Landrats, sie seien vielmehr das Ergebnis einer großartigen Mannschaftsleistung des Kreistags, betonte Walch. Bjr