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Werder hält an Schaaf fest - Eichin: Wechsel «Nonsens»

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Trotz der Niederlage in Leverkusen bleibt Werder-Trainer Thomas Schaaf im Amt. Foto: Marius Becker Foto: dpa

Leverkusen (dpa) - Bremen bangt, Bremen zittert. Eines jedoch ist bei Werder unerschütterlich: Die Nibelungentreue zu Trainer-Denkmal Thomas Schaaf.


«Ja! Natürlich!» - die Antwort von Geschäftsführer Thomas Eichin auf die Frage, ob Schaaf im Amt bleibt, ließ keine Interpretationsmöglichkeiten offen. Eichin legte zur Verdeutlichung noch einen nach: «Es wird in dieser Hinsicht auch keine Gespräche geben.» Punkt. Ende. Null Diskussionen. Eichin: «Ein Trainerwechsel wäre in dieser Situation so oder so Nonsens.»

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Keiner indes verkennt nach dem 0:1 (0:1) in Leverkusen den Ernst der Lage an der Weser. Die Serie nicht gewonnener Spiele wuchs nach Stefan Kießlings Treffer durch einen umstrittenen Foulelfmeter (35. Minute) auf zehn, vom Relegationsplatz ist der viermalige deutsche Fußballmeister lediglich noch zwei Punkte entfernt.

Warum also der unerschütterliche Glaube, dass Schaaf noch der Richtige ist? Eichin: «Weil er sehr akribisch arbeitet. Er ist sehr kämpferisch. Die Mannschaft hört ihm zu und nimmt es auch an.» Klare Worte kommen auch von Schaaf selbst. «Ich glaube, ich habe keinen erkennbaren Sprachfehler» - so wies er einen penetranten Fragesteller zurecht, der partout und wiederholt wissen wollte, ob Schaaf seinen bis Ende kommender Saison laufenden Vertrag erfüllen werde.

Andere Vereine reagieren bei Abstiegsgefahr mit dem Reflex der Beurlaubung des Cheftrainers. Werder verhält sich antizyklisch, wenngleich in anderer Hinsicht knallhart. Die Suspendierung der Profis Marko Arnautovic und Eljero Elia war ein deutliches Signal: Solche Disziplinlosigkeiten lässt sich an der Weser keiner gefallen. Denn gerade jetzt sind Einheit und absoluter Zusammenhalt gefragt. Kapitän Clemens Fritz wollte zu der nächtlichen Autobahnaffäre seiner Kollegen nichts sagen: «Da fehlen mir die Worte.»

Ob Arnautovic und Elia für die restlichen Spiele gegen Mit-Abstiegskandidat Hoffenheim, gegen Frankfurt und in Nürnberg begnadigt werden, ist offen. «Das weiß ich nicht», meinte Eichin. Eines aber wussten er und Schaaf: Die Allianz mit den Fans ist, so jedenfalls beurteilte es der Coach, «großartig, einzigartig». Mediendirektor Tino Polster sagte: «Das ist für mich bewegend.» Für Felix Kroos war es «ein Gänsehautmoment».

Die Werder-Anhänger unter den 30 210 Zuschauern in der BayArena feierten Schaaf und das kämpferisch auftretende Team, dem aber fast jegliche Offensivkraft fehlte, noch 30 Minuten nach dem Schlusspfiff überschwänglich. «Sie haben ein feines Gespür», meinte Eichin. Genau diesen Zusammenhalt brauche man jetzt. Schaaf sagte ganz einfach «Dankeschön» - und forderte sein Team auf, die Leidenschaft zurückzugeben. Man habe alles noch selbst in der Hand, betonte Aaron Hunt - das könnte beim Showdown der große Werder-Bonus sein.

Bayer hat sich den Bonus mit 23 Rückrundenzählern längst erarbeitet und kann die Champions-League-Planungen aufnehmen. «Wir haben letzte Woche einen kleinen und heute einen sehr, sehr großen Schritt gemacht», sagte Torschütze Kießling. Leverkusen hat sich etabliert hinter den großen Zwei aus München und Dortmund - und will personell nachlegen. Bremens Chelsea-Leihgabe Kevin de Bruyne soll den wechselwilligen André Schürrle möglicherweise ersetzen. Sportchef Rudi Völler hielt sich vorläufig bedeckt: «Kevin de Bruyne ist ein sehr guter Spieler, aber es ist noch nichts entschieden.»

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