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Werders Erstliga-Party nach 1:1 gegen Frankfurt

Bremen (dpa) - Das Zittern ist vorbei und ganz Bremen liegt sich in den Armen: Genau 14 Jahre nach seinem Amtsantritt hat sich Trainer Thomas Schaaf mit Werder Bremen wie auch damals aller Abstiegssorgen aus der Fußball-Bundesliga entledigt.

Werder Bremen -  Eintracht Frankfurt
Kevin De Bruyne (l) darf mit Werder Bremen nach dem 1:1 gegen Frankfurt den Klassenverbleib feiern. Foto: Carmen Jaspersen Foto: dpa

Mit dem umkämpften 1:1 (1:0) gegen Eintracht Frankfurt sind die Hanseaten mit 34 Punkten gerettet, weil die Konkurrenz aus Düsseldorf und Augsburg patzte. «Ich freue mich riesig, vor allem über die hohe Identifikation mit den Fans», betonte Schaaf, der über seinen eigenen Verbleib an der Weser nichts sagen wollte.

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Kevin de Bruyne (22.) traf für die Gastgeber. Srdjan Lakic (51.) sorgte für den Ausgleich. Frankfurt braucht nun noch einen Punkt aus dem Heimspiel gegen Wolfsburg, um einen Europa-League-Platz abzusichern. «Das Spiel war intensiv, nach dem Ausgleich war Werder psychologisch im Nachteil, aber wir haben unsere Chancen nicht genutzt», sagte Frankfurts Coach Armin Veh.

Unter den ständigen Anfeuerungsrufen der Fans im mit 42 100 Zuschauern ausverkauften Weserstadion begannen die nun seit zwölf Spielen sieglosen Norddeutschen offensiv und zweikampfstark. Schaaf hatte die gleiche Elf aufgeboten wie beim 2:2 gegen Hoffenheim in der Vorwoche, der nach Magen-Darm-Problemen genesene Zlatko Junuzovic nahm auf der Bank Platz. Werders erste Chance schoss Aaron Hunt (10.) nach einem Eckball aus etwa 16 Metern über das Gehäuse von Oka Nikolov.

Veh musste umstellen, nach dem Ausfall von Kapitän Pirmin Schwegler (Leiste) und Alexander Meier (Bänderverletzung) ließ er mit einer Raute und zwei Spitzen spielen. In der Anfangsphase waren die Hessen nur darum bemüht, kein frühes Tor zu kassieren. Der starke de Bruyne nutzte jedoch eine Vorlage von Philipp Bargfrede und überwand aus Nahdistanz den Frankfurter Schlussmann. Sein Selbstbewusstsein demonstrierte de Bruyne (35.), als er mit einem Distanzschuss nur knapp das Tor verfehlte.

Das siebte Saisontor wird wahrscheinlich das letzte des Belgiers vor heimischem Publikum gewesen sein. Der vom FC Chelsea ausgeliehene Offensivspieler wird nicht länger an der Weser bleiben, Leverkusen und Dortmund wollen ihn gern kaufen. Offiziell verabschiedet wurde er wegen der Konzentration auf den Kampf gegen den Abstieg aber noch nicht. Nur Ersatzkeeper Christian Vander bekam einen Blumenstrauß, der 32-Jährige wechselt in den Trainerstab.

Gefahr von den Gästen drohte durch Karim Matmour (23./25.), der von Sebastian Prödl gestoppt wurde. Zwar stießen die Gäste immer wieder in die Bremer Hälfte vor, das aggressive Pressing der Schaaf-Elf verhinderte den Ausgleich. In Bedrängnis geriet sie als Bastian Oczipka den Ball im Strafraum auf Marco Russ (43.) chippte, doch der köpfte über die Latte.

Als die Bremer nach der Pause ihre Möglichkeiten durch Abspielfehler vergaben, setzte Frankfurt nach und kam durch Lakic zum Ausgleich. Karim Matmour hatte sich gegen zwei Bremer durchgesetzt und die Vorlage gegeben. Nach einem Konter hätte Sebastian Jung (64.) nachlegen können, verfehlte aber ebenso wie Nils Petersen im Gegenzug das Tor. Werder verfiel durch das Gegentor in alte Spielmuster zurück, agierte zu ängstlich und riskierte eine Niederlage. Doch am Ende reichte das Remis zur Rettung.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 44,6 - 55,4

Torschüsse: 15 - 10

gew. Zweikämpfe in %: 44,1 - 55,9

Fouls: 10 - 11

Ecken: 8 - 3

(Quelle: optasports.com)