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Werders Hoffnung gegen Hoffenheim ist Grün

Bremen (dpa) - Werder Bremen setzt in Krisenzeiten ganz auf die Farbe der Hoffnung. Beim Abstiegskampf-Gipfel gegen den noch stärker bedrohten Vorletzten 1899 Hoffenheim soll jeder Zuschauer im grünen Dress ins Weserstadion kommen. «ALLEz Grün» heißt die Initiative.

Aufgefordert
Grün wie das Trikot von Sebastian Prödl soll auch das Bremer Stadion werden. Foto: Marius Becker Foto: dpa

Der zwölfte Mann soll die seit zehn Spielen sieglosen Hanseaten zu drei eminent wichtigen Punkten gegen den weiteren Absturz in der Fußball-Bundesliga führen. «Die Menschen in der Stadt Bremen haben ein feines Gespür dafür, dass wir uns jetzt gegenseitig brauchen«, erläuterte Sportchef Thomas Eichin.

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Am vergangenen Wochenende kam es trotz der 0:1-Niederlage in Leverkusen zum Schulterschluss zwischen dem Verein und seinen Anhängern. Es gab keine Pfiffe mehr, wie noch zuletzt bei den Heimspielen gegen Wolfsburg (0:3) und Schalke 04 (0:2), sondern Anfeuerungsrufe. «Wir finden das großartig. Man hat es der Mannschaft in dieser Woche beim Training auch angemerkt. Sie hat ein positives Gefühl mitgenommen«, sagte Trainer Thomas Schaaf.

Den Zuspruch der Zuschauer haben die Bremer auch bitter nötig. Werder holte in den sieben Heimspielen der Rückrunde lediglich vier Punkte. Der neue Zusammenhalt soll für das Ende der schwarzen Serie sorgen. «Der Zuspruch wird den einen oder anderen Spieler beflügeln. Man fühlt sich deshalb verpflichtet, sich voll einzusetzen, sich dagegen zu stemmen», meinte Schaaf. Eigenschaften, die man zuletzt in der heimischen Arena vergeblich suchte.

Unterstützung hin, Zuspruch her: Werder muss gegen Hoffenheim unbedingt Punkte holen. Der Vorsprung auf den 16. Platz, auf dem der FC Augsburg steht, beträgt nur noch zwei Zähler. Auch der wiedererstarkte Samstags-Gegner kann im Falle eines Sieges in diesem Kellerduell bis auf zwei Punkte an die Bremer heranrücken. «Gegen Hoffenheim führen wir einen Krieg«, twitterte Mittelfeldspieler Kevin de Bruyne. Schaaf relativierte die verbale Entgleisung seines Profis: «Solche Wörter müssen nicht sein. Aber wir müssen ans Limit gehen und bedingungslosen Einsatz zeigen. Damit hat Kevin Recht.»

De Bruynes Äußerungen, aber auch die Suspendierungen von Marko Arnautovic und Eljero Elia bis zum Saisonende zeigen: Die Nerven in Bremen sind angespannt, der über Jahre so erfolgsverwöhnte Verein steht gehörig unter Druck. Hoffenheims Routinier Sejad Salihovic meinte deshalb auch in einem «Kicker»-Interview: «Sie haben mehr zu verlieren und zu verkraften als wir.»

Bei der TSG ist der Trend eher gegenläufig. Zwei von vier Spielen gewann der Tabellenvorletzte unter seinem neuen Trainer Markus Gisdol. Die Hauptkonkurrenten Augsburg und Düsseldorf sind mit lediglich drei Punkten mehr auf ihrem Konto in Reichweite. «Ich bin weiter überzeugt, dass wir das noch schaffen können», sagte Salihovic und schreibt einen großen Anteil daran Gisdol zu. «Er hat eine klare Linie und weiß genau, was er will. Das kommt sehr gut rüber. Eine Zeit lang fehlte der Spaß, zum Training zu kommen. Jetzt kommt jeder lachend und hat Lust zu trainieren.»

Gisdols Gegenüber Schaaf stand in den vergangenen Wochen permanent im Fokus in Bremen. Aber auch dank der Unterstützung der Fans hat sich das zumindest vorerst ein wenig geändert. «Ein Trainerwechsel wäre in diesem Augenblick absoluter Nonsens. Unsere Marschroute ist, mit Thomas Schaaf den Klassenerhalt zu schaffen und die Saison zu Ende zu bringen. Danach sehen wir weiter«, meinte Sportchef Eichin.