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»Wertstoff und Markenware«

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Kleinskulpturen aus Wertstoffen sind das Markenzeichen der »trash art«-Kunstobjekte von Maura Hagen.

Eine Ausstellung mit Werken von Maura Hagen in der Alten Wache im Rathaus in Traunstein wird am Freitag um 19 Uhr eröffnet, zu sehen ist die Ausstellung vom 24. Juni bis 2. Juli. Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 14 bis 18.30 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 18.30 Uhr. Aus einer Achtsamkeit für das Nebensächliche, z.B. für »Müll« und einem unerschöpflichen kreativen Spieltrieb, entwickelte Maura Hagen aus Traunstein das Bedürfnis, alles Mögliche zu sammeln: Sektflaschenverschlüsse, Beilagscheiben, Minifigürchen aus Blech, Stoffreste, Briefmarken, Siebe von Siphons, Aluverschlüsse von Zahnpastatuben, Spitzenreste, ein farbiges Stückchen Papier…. Es gibt eigentlich nichts, was Maura Hagen nicht sammelt, nur groß dürfen diese Teile nicht sein.


Der Blick auf das scheinbar Wertlose lässt die Künstlerin ungeahnte Kostbarkeiten entdecken. Sie montiert verschiedene Teile zusammen. So nimmt die, auf ein Schaschlikstäbchen montierte Federspitze beinahe Fetischcharakter an, abgebrochene Pinsel werden zu charaktervollen Skulpturen, die mich an die Darstellung von gekrönten Häuptern erinnern.

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Aber nicht nur Kleinskulpturen aus »Müll« sind in dieser Ausstellung zu sehen, sondern Zeichnungen von exquisiter Qualität und eine Serie von 50 kleinformatigen Collagen zum Thema »Wertstoff«. »Markenware« und »Wertstoff«, in diesen beiden Begriffen spielt die Doppelbedeutung natürlich eine große Rolle. Wir bringen unseren Abfall getrennt zum »Wertstoffhof«, der aus gutem Grund so heißt. Wir bezeichnen Briefmarken meist nur als »Marken« und »Markennamen« spielen bei unseren Einkäufen häufig eine wichtige Rolle.

In den ausgestellten Bildern zu diesen Themenbereichen zeigt sich auch das große zeichnerische Können von Maura Hagen. Sie integriert die Briefmarken so in eine Zeichnung, dass sie sich als »Fremdkörper« kaum vom Rest abheben. Nofretete und Hanna Ahrendt sind vereint zu sehen, auf anderen z. B. tauchen amerikanische Flugpioniere auf. In den 50 Arbeiten zum Thema Wertstoff setzt Maura Hagen verschiedene Arten von Mischtechniken ein, sie collagiert, zeichnet und näht.

Der Untertitel der Ausstellung »trash art« lässt an unzählige sogenannte »Kunstwerke« denken, in denen nicht mehr gebrauchte Gegenstände, oft aus Blech und Eisen, zu Fantasiegebilden zusammengesetzt werden und eigentlich keine große Bedeutung haben. Maura Hagens trash art ist anders. Ihre Arbeiten sind von einem fei-nen, hintergründigem Witz bestimmt, in der Wertschätzung des nicht Beachteten, Nebensächlichen zeigt sie nahezu unerschöpfliche Kreativität. HS