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Wertstoffinsel ist künftig neben Wasserwerk

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Foto: Pixabay/Symbolbild

Marquartstein – Nach längerer Diskussion beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung, die Wertstoffinsel hinter dem Rathaus aufzulassen und an einen neuen Standort zu verlegen. Wie mehrfach berichtet, bemüht sich die Gemeinde seit der gemeinsamen Einrichtung des Wertstoffhofs in Grassau mit Staudach-Egerndach Ende des vergangenen Jahres, eine getrennte Entsorgung von Wertstoffen in Marquartstein auch für Bürger ohne Auto im Ort zu ermöglichen.


Die Wertstoffinsel mit anfangs knapp 20 Containern nördlich des Rathauses musste bereits stark auf wenige Container für Altpapier, Altglas oder Altkleider reduziert werden, da in den Containern oftmals Müll ungetrennt abgelagert wurde. Immer wieder hatten sich daher Bürger im Rathaus über den »Saustall« in der Ortsmitte beschwert. Auch entsprechende Aufrufe im Gemeindeanzeiger von Seiten der Gemeinde änderten daran nichts.

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Bürgermeister Andreas Scheck informierte daher in der jüngsten Gemeinderatssitzung, dass die Verwaltung übereingekommen sei, die Wertstoffinsel sei an der jetzigen Stelle nicht länger tragbar. Äußerlich habe sich zwar manches gebessert, aber dennoch werde von rücksichtslosen Einheimischen und Touristen mit Nummernschildern von weit her hier Müll ungetrennt entsorgt. In Schachteln werde zum Beispiel oft Sperrmüll oder Elektroschrott im Papiercontainer entsorgt, sagte Scheck. Nach wie vor müssten die Mitarbeiter des Bauhofs daher die Insel kontrollieren, damit die Container überhaupt abgeholt werden. Nun müssten endgültig Gegenmaßnahmen ergriffen werden, so Scheck.

Er stellte dem Gemeinderat als Grundsatzentscheidung zur Wahl, entweder die Wertstoffinsel ohne Alternative ganz aufzulassen oder die Insel ins Gewerbegebiet an der Tiroler Achen hinter das gemeindliche Wasserwerk und den Bauhof neben der Firma Skywalk zu verlegen. Bisher sei hier ein unbefestigter Parkplatz, der von Firmenangehörigen und Anwohnern genutzt, zum Teil aber auch von Dauerparkern missbraucht werde. An dieser Stelle könne auch ein Grüngutcontainer aufgestellt werden, sodass nicht zuletzt der Bauhof Rasenschnitt entsorgen könne, ohne immer bis nach Grassau fahren zu müssen.

Scheck schlug weiter vor, den Bereich für Container mit einem Zaun einzufrieden und die gesamte Fläche herzurichten, asphaltieren und/oder mit Gittersteinen zu belegen. Die Wertstoffinsel könnte dann zum Beispiel zweimal in der Woche für je zwei Stunden geöffnet werden, ohne dass Bauhofmitarbeiter dabei sein müssten. Auf den Einwand aus dem Gemeinderat, dass es nach wie vor möglich sei, dass Müll einfach vor dem Zaun abgelagert werde, meinte Scheck, dass in dem Fall Verstöße gezielt geahndet werden könnten.

Geschäftsleiter Florian Stephan sagte, wenn diese Lösung letztendlich auch nicht klappen sollte, müsste künftig die Wertstoffinsel in Marquartstein ganz aufgelassen werden. Die Kosten für Asphaltierung und Einfriedung bezifferte er auf voraussichtlich 13 000 Euro.

Michael Elgass empfahl in der Diskussion, dass keine Autos mehr zu den Containern gelangen sollten, sondern Fußgänger. Dem wurde allgemein zugestimmt. Hubert Götschl äußerte sich besonders skeptisch gegenüber dem neuen Angebot, da die Entsorgung von Plastik das größte Problem sei. Wenn man hier kein Komplettangebot machen könne, solle man die Wertstoffinsel lieber schleifen. Elgass stimmte zu, dass er eigentlich auch dagegen sei, die Container weiter vorzuhalten, aber für einige betagte Marquartsteiner ohne Auto müsse man einfach eine Möglichkeit im Ort bieten. Thomas Halder befürchtete, dass das Experiment ohnehin zum Scheitern verurteilt sei und daher die 13 000 Euro zum Herrichten ziemlich hoch seien. Nach wie vor könne man nachts nicht sehen, was passiert. Allerdings räumte er ein, dass ein Zaun eine gewisse Abschreckungswirkung haben könnte. Stephan informierte, dass die hier präsentierte Lösung in Rücksprache mit dem Landratsamt erfolgt sei.

Bei der Abstimmung waren vier von 13 Gemeinderäten dagegen, dass der Standort verlegt und ein neuer Bereich dafür hergerichtet wird. Die Verwaltung wird also Angebote für die notwendigen Bauarbeiten einholen. gi