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Wertvolle Erfahrungen im Weltcup

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Sie durfte sich nach dem IBU-Cup-Gesamtsieg auch über eine gute Leistung im Verfolgungsrennen beim Weltcup freuen: Vanessa Voigt. (Foto: DSV)

Die Saison im IBU-Cup beendeten die deutsche Damen- und Herrenmannschaft jeweils mit Rang zwei in der Nationenwertung, es gab auch viele Podestplätze und darunter einige Siege. Dennoch fällt die Bilanz der Trainer eher gemischt aus – so wie auch die Bilanz der »IBU-Cup-Aufsteiger« beim Weltcup-Saisonfinale in Östersund (Schweden).


Da hatten bei den Männern Philipp Nawrath (SK Nesselwang/Stützpunkt Ruhpolding/von Platz 42 im Sprint auf 26), Justus Strelow (SG Stahl Schmiedeberg/von 37 auf 30) und David Zobel (SC Partenkirchen/von 52 auf 32) im Sprint – vor allem wegen zu vieler Fehler am Schießstand – eher mäßig abgeschnitten. In der Verfolgung ging es jedoch für sie deutlich nach vorne.

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Das galt bei den Damen auch für IBU-Cup-Gesamtsiegerin Vanessa Voigt (SV Rotterode), die sich von Platz 57 noch auf Rang 25 verbesserte. Dagegen fiel Anna Weidel (WSV Kiefersfelden) vom guten 31. Platz im Sprint nach neun Schießfehlern im Jagdrennen noch auf Rang 58 zurück. Juliane Frühwirt (SVM Tambach-Dietharz) hatte als 62. des Sprints um nur 2,4 Sekunden den Einzug in die Verfolgung verpasst, Marion Deigentesch (SV Oberteisendorf/67.) um 7,9 Sekunden.

»Das war natürlich schade, ein weiteres Rennen auf so hohem Niveau hätte den beiden auch gutgetan«, so Tobias Reiter. Der Oberwössner ist für die »zweite Garde« der deutschen Damen zuständig, gemeinsam mit Peter Sendel. Bei den Männern betreuten Remo Krug (Inzell) und Roman Böttcher das IBU-Cup-Team, zudem »war am Stützpunkt auch Isidor Scheurl (Inzell, d. Red.) für die Herren mit verantwortlich«, so Krug. Und bei den Damen hatte es am Stützpunkt vor allem im Juni und Juli für das Training auch Hilfe von Andreas Birnbacher (vorwiegend für die Juniorinnen zuständig) gegeben.

Tobias Reiter hatte schon vor der Weltcup-Teilnahme seiner Schützlinge bilanziert: »Wir können jederzeit die Null am Schießstand schaffen – aber das gelingt uns nicht konstant genug.« Zudem sieht er im läuferischen Bereich Defizite, die es zu beheben gelte.

Umso wichtiger seien die Einsätze beim Weltcup: »Wenn die Sportlerinnen da sehen, wie beispielsweise eine Tiril Eckhoff oder eine Marte Olsbu Röiseland auf der Strecke laufen, ist das eine wertvolle Erfahrung.« Seine Schützlinge sollten aus ihren Weltcup-Rennen »auch Motivation rausziehen. Schließlich haben sie sich diese Chance ja auch durch ihre Leistungen erarbeitet.« Dass es dabei nicht einfach sei, die erhofften Platzierungen zu erringen, sei klar. Denn selbst für Biathletinnen, die – wie Vanessa Voigt – im IBU-Cup konstant auf den vorderen Plätzen zu finden waren, sei es auf der höchsten Wettkampfebene schon eine noch deutlich härtere Herausforderung. Letztlich ist es aber ja auch das Ziel, sich irgendwann regelmäßig genau dieser Herausforderung stellen zu dürfen.

Bei den Herren machte nach dem durchwachsenen Sprint zumindest der Verfolgungslauf von Östersund Mut: »Da haben sich alle drei ordentlich präsentiert«, lobt Krug die »Aufsteiger« aus dem IBU-Cup. Er mahnt aber: »Wir müssen auch mal die Null schießen.« Zwar seien in Östersund auch die wechselnden Winde schwierig gewesen, insgesamt aber »gab es beim Schießen einfach über die ganze Saison zu schwankende Leistungen.«

Sehr erfreulich sei, dass der seit dieser Saison tägige Schießtrainer Engelbert Sklorz (Ruhpolding) »sehr wertvolle Detail- und Basisarbeit« leiste. »Aber das müssen wir dann noch ins biathlon-spezifische umsetzen, das heißt vor allem, dass die Sportler dann auch mit hohem Puls noch treffen.« Daher müsse man künftig »im Training noch öfter die hohe Belastung vor dem Schießen suchen«, damit die Sportler dies im Wettkampf umsetzen könnten. »Sie treffen im Training überhaupt besser als im Wettkampf«, hat Krug festgestellt – und vermutet daher, dass man auch noch im mentalen Bereich mehr tun müsse.

Erst einmal aber ist »weniger tun« angesagt: Die Sportler sollen sich nun im April von der langen Saison erholen, nur zwei- bis dreimal pro Woche selbstständig trainieren – und derzeit die noch gute Schneelage eher zum Genuss-Langlauf nutzen. Zudem absolvieren ja viele der bei Behörden angestellten Sportler auch behördeninterne Lehrgänge oder Ausbildungen. Für die kommende Saison hofft Krug zudem darauf, dass es bei der Trainerbesetzung im Juniorenbereich eine Neuregelung gibt: Seit Andreas Stitzl nicht mehr im Amt ist, fehlt ein Trainer komplett. »Da haben alle mitgeholfen, aber für die Junioren ist das trotzdem keine glückliche Situation. Das Problem ist auch erkannt, und der Deutsche Skiverband ist da auch dran«, weiß Krug. Besonders der Sportliche Leiter des DSV, Bernd Eisenbichler, sowie Stützpunktleiter Mark Hofmann arbeiteten intensiv an einer Lösung. Diese werde allerdings dadurch erschwert, »dass erst im nächsten Jahr Olympische Spiele sind – und die meisten Trainer sind erst nach Olympia zu haben.«

Angetan zeigt sich Krug nicht nur von der Zusammenarbeit der Trainer am Stützpunkt, sondern auch bei den Wettbewerben im IBU-Cup selbst. »Da haben immer alle zusammengeholfen, und natürlich haben die Damentrainer an der Strecke die Herren angefeuert und die Herrentrainer die Damen«, berichtet er. Das bestätigt auch Tobias Reiter: Das ist auch ganz wichtig, dass das gesamte Trainerteam gut zusammenarbeitet, um die Sportler so möglichst gut zu unterstützen.« Schließlich sollen diese in der nächsten Saison weitere Fortschritte in ihren Leistungen schaffen können. who

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