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»Wie a Sonnenstrahl«

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Unter der Leitung von Andrea Wittmann präsentierten der Sing- und Musizierkreis Seeon und Sängerin Eva Norel im Kloster Seeon »Musical, Pop & More«. (Foto: Benekam)

Wie lässt sich das Chorleben trotz Corona aufrechterhalten? Diese Frage stellt derzeit alle Chöre vor eine schwierige Aufgabe. So auch den Seeoner Sing- und Musizierkreis.


Das im Frühjahr diesen Jahres geplante Konzert »Musical, Pop & More«, bei dem ausdrücklich ein Mitsingen der Konzertbesucher gewünscht war, musste abgesagt werden und durfte nun unter strengen Corona-Auflagen nachgeholt werden. Chorleiterin Andrea Wittmann strahlte ihre Sängerinnen an, mehr als sonst. Wiedersehensfreude war auch seitens des Publikums spürbar. Die Chorsängerinnen standen im vorgegebenen Abstand auf der Bühne des Festsaals des Kultur- und Bildungszentrums Kloster Seeon: glücklich, gelöst und voller Vorfreude, endlich wieder gemeinsam und vor Publikum singen zu dürfen. Das Mitsingen sei, wie Johanna Binder, Leiterin der Kulturabteilung, bei ihrer kurzen Begrüßung den zahlreichen Gästen erklärte, leider nicht möglich. Damit alle, die im Frühjahr eine Karte für dieses Mitsingkonzert gekauft hatten, auch bei den geltenden Abstandsregeln im Saal Platz finden konnten, musste das Konzert auf zwei Termine am selben Tag verlegt werden.

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»Verstärkt« wurde der Chor von dem jungen Gitarristen Fabian Böck, der zusammen mit Lisa Huber auch stimmlich zu brillieren wusste, Hans Bernauer am E-Bass, Stefan Fenninger am Schlagwerk und von der Sängerin Eva Norel. Neben der bunten Mischung aus Musical und Pop, die mit Musical-Klassikern aus »Cabaret«, »Porgy and Bess«, der »West Side Story« und »Cats« bestens ankam, gefiel den Zuhörern eine Auswahl flotter »alpenländischer Traditionals«: etwa »Übern See«, »Wie a Sonnenstrahl« von STS, »Wo bleibt die Musik« von Werner Schmidbauer oder »Der Wind« und »Vü schena is des G’fühl« von Reinhard Fendrich. Dazu passten Fabian Böcks Stimme, sein Gitarrenspiel und sein locker-lässiges Auftreten trefflich, wodurch das Konzert einen besonderen Reiz bekam.

Sing- und Musizier-Nachwuchssorgen gibt es also glücklicherweise nicht. Denn auch Lisa Hubers Stimme »verjüngte« die Chorstimmen, wobei zu bemerken ist, dass im Seeoner Sing- und Musizierkreis Sänger aller Generationen auf sehr erfrischende Weise zusammenwirken. Theatralik und Musical-Feeling brachte Eva Norel ins Konzert ein. Die Finalistin von »The Voice Senior« 2019 zeigte ihr Können unter anderem in »Only you« (Elvis) oder Jackos »We are the World«, wenn auch in diesem Fall die Regel »Weniger ist mehr« gefragt gewesen wäre. Dennoch kam die Sängerin aus Gstadt im Festsaal gut an und erntete für ihre Gesangsauftritte, die sie in profihafter Manier zu performen wusste, kräftigen Applaus.

Der Chor hat Potenzial, das hat er in den letzten Jahren unter der Leitung Wittmanns in unterschiedlichsten Konzerten unter Beweis gestellt. Die Proben- und Gesangspause war sicherlich ein Einschnitt. Setzt man nun in direkter (Lied-)Folge »Thank you for the Music« (ABBA), »Wie a Sonnenstrahl« (STS) und am Ende »We are the World« (Jacko), dann ergibt das Dankbarkeit, Hoffnung und Zusammenhalt. Dafür spendeten die Besucher euphorischen Applaus, als Zugabe gab es Fendrichs »Schickeria«.

Kirsten Benekam