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Die Biologin Dr. Ute Künkele (Zweite von rechts) präsentierte Teilnehmern des Waldaktionstages unter einer alten Buche vielfältige »Schätze aus dem Wald«. (Foto: Effner)

Wie der Wald als Erlebnisraum Begeisterung weckt

Traunstein – Anlässlich des internationalen Tags des Waldes informierte das Traunsteiner Aktionsbündnis »Wir für den Wald – Klimaschutz in Traunstein« bei einem Erlebnistag im Haidforst über die vielfältigen Funktionen des Waldes in Traunstein. 


Neben verschiedenen Vortragsstationen standen ein Rundgang beim »Waldbaden«, die Präsentation von »Schätzen aus dem Wald«, eine Lesung über Erlebnisse im Wald und Kinderbetreuung auf dem Programm. Die Vorstellung der Fotocollage »Gib dem Wald (D)ein Gesicht« zeigte, dass die im Herbst 2021 gegründete Initiative inzwischen mehr als 100 Unterstützer hat.

»Corona hat gezeigt, wieviele Menschen aller Altersklassen den Haidforst nutzen, um Erholung, Frieden und positive Anregungen zu finden«, erklärte Rosi Berger von der Initiative. »Gerade auch für den Klimaschutz ist der Erhalt dieser Waldflächen für Traunstein von größter Bedeutung.« Aufgrund der Erweiterungspläne für das Industriegebiet wolle man den »natürlichen Schatz« für viele Bürger deutlich machen, der durch die Rodung zerstört werden könnte.

Der ehemalige Staatswaldförster und Mitglied des Bunds Naturschutz, Karl Fischer, erläuterte die besondere Bedeutung des Waldes für den Klimaschutz, die ökologischen Zusammenhänge im »Lebensraum Wald« und dessen wirtschaftliche Bedeutung. Aufgrund seines Artenreichtums, seiner gesunden Struktur und als Vorzeigeprojekt für Hochschulen sei der Erhalt des über mehrere Generationen hinweg aufgebauten Haidforsts von besonderer Bedeutung.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Gisela Sengl ging auf die verschiedenen Zuständigkeiten von Staat und Kommunen für den Wald ein. Sie stellte ebenfalls die Bedeutung stadtnaher Wälder als Naherholungsgebiet für den Menschen, sensibler Lebensraum für Tiere und Pflanzen und als Schutz vor den Folgen des Klimawandels heraus. Rosi Berger machte sich in ihrem Vortrag dafür stark, dem Wald durch die Mitwirkung im Aktionsbündnis eine Stimme zu geben. Dies sei wichtig, um dem Bürgerwillen gegenüber politischen Entscheidungsträgern Ausdruck zu verleihen. »Wenn der Wald erst abgeholzt ist, ist es zu spät.« Die Ausweisung von Ausgleichsflächen sei »kein Ersatz für gewachsenen Wald«.

Mit Atem- und Achtsamkeitsübungen sowie meditativen Einlagen brachte die Traunsteiner Physiotherapeutin Astrid Breidenstein einer Gruppe von Teilnehmern die Schönheit und positive Gesundheitswirkung des Haidforsts nahe. Das Ehepaar Peuser wiederum zeigte bei der Kinderbetreuung, mit wie wenigen Mitteln sich im Wald fantasieanregende Bastel- und Spielmöglichkeiten finden lassen.

Die Biologin Dr. Ute Künkele hatte auf einem Tisch unter einer alten Buche »Schätze aus dem Wald« ausgebreitet. Mit Liebe zum Detail erklärte sie die Frühlingsblüher im Buchenwald, machte den Unterschied zwischen Fichte, Tanne und Eibe klar oder lud zum Verkosten von Milzkraut, Traubenkirschen und anderem Essbaren ein. Von den bewegenden Erlebnissen und Wandererfahrungen eines fünftägigen Aufenthalts als Schriftsteller in einer einsamen Hütte im Bayerischen Wald berichtete Chiemgau-Autor Bernhard Straßer. Inspiriert vom Klassiker des US-Autors Henry David Thoreau »Walden oder das Leben in den Wäldern« verfasste Straßer sein Buch »Ich ging in die Wälder«.

eff