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»Wie ein betrunkener Hase im Kinderbuch«

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Der Kabarettist Max Uthoff beschloss die Literaturwoche mit seinem Programm »Gegendarstellung«. (Foto: Mix)

Max Uthoff zündete zum Abschluss der Steiner Literaturwoche in seinem Programm »Gegendarstellung« ein wahres Feuerwerk an sprachlich perfekt ausgefeilten und vor Satire tropfenden Erkenntnissen. Der aus verschiedenen Fernsehsendungen bekannte Jurist und Kabarettist, der seit Februar 2014 gemeinsam mit Claus von Wagner als Gastgeber die Sendung »Die Anstalt« im ZDF präsentiert, nimmt bei seinem Rundumschlag die deutsche Politik, Wirtschaft, Kapitalismus und die Presse unter die Lupe.


In der Aula der Schule Schloss Stein erlebten die Besucher einen politischen Kabarettisten, der zwei Stunden lang wie ein Maschinengewehr reden kann, ohne dazu ein Manuskript zu brauchen oder auch nur einmal ins Stocken zu geraten.

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So erzählte Uthoff, dass er Christine Haderthauer schmerzlich vermisst und nicht recht verstehen kann, was man ihr eigentlich vorwirft: »Menschen auszunutzen, die ein gestörtes Verhältnis zur Realität haben, das ist doch eigentlich das Erfolgsrezept der CSU schlechthin.« Selbst Papst Franziskus kommt bei ihm ins Spiel, der reichlich inkonsequent sei. Da wettere er gegen das organisierte Verbrechen und zwei Tage später empfange er eine CSU-Delegation, »das geht doch nicht!«

Auch die SPD bekommt ihr Fett weg: Denn laut Uthoff führt der Genuss von Crystal Meth zu Gedächtnisverlust, dem Verfall des Gehirns und »wenn beides zusammenkommt zur Mitgliedschaft in der SPD«. Die Politiker dieser Partei könnten sich längst nicht mehr daran erinnern, dass sie ursprünglich mal für die sozial Schwachen da waren, und ließen alle Grundsätze über Bord gehen, nur um in den »Hafen der Ehe mit der CDU« einfahren zu können. Auch an weiteren deutschen Politikern lässt Uthoff kein gutes Haar: Anton Hofreiter von den Grünen sehe aus wie ein »Erlöser nach gescheiterter Diät« und Bodo Ramelow von der Linken habe einen Namen »wie ein betrunkener Hase im Kinderbuch«. Angela Merkel handele nach dem Grundsatz, »wenn ich die Vergangenheit anhalte, bis die Gegenwart vorbei ist, brauche ich mir über die Zukunft keine Gedanken mehr zu machen«.

Bei seinen Überlegungen zu den Waffenlieferungen deutscher Firmen ins Ausland kommt Uthoff zu der Überzeugung, dass die beiden beliebtesten Argumente der »sicheren Arbeitsplätze« und »wenn wir’s nicht tun, tut’s ein anderer« alles und jedes Unrecht rechtfertigen könnten.

Nachdem er auch die Themen Wirtschaft, Drogen, Ukraine, Religionen und Armut in Deutschland abgehandelt und aus seiner ganz eigenen Sichtweise erklärt hat, gibt der Kabarettist den Besuchern noch einen Rat mit auf den Weg: »Seien sie nicht zu enttäuscht von der Politik. Lesen sie weiter die Zeitung, informieren sie sich und bilden sie sich eine Meinung.« Pia Mix