Wie geht es mit dem Festival Alpenklassik weiter?

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Gabriella Squarra betont die Vorteile des Festivals. (Foto: Brigitte Janoschka)

Bad Reichenhall – Die Jahreshauptversammlung des Vereins Alpenklassik begann nachdenklich und endete optimistisch. Vorstand Bernd Hartmann blickte in seiner Rede auf die coronabedingten organisatorischen Schwierigkeiten seit der letzten Hauptversammlung im Juli 2020 zurück, die dazu führten, dass das Festival Alpenklassik 2021 nicht stattfinden konnte. Den Mitgliedern, die zugunsten des Vereins auf die Rückerstattung des Eintrittsgeldes verzichteten, sprach Hartmann seinen Dank aus. Nun hoffe er darauf, dass 2022 ein Neuanfang möglich ist, denn sowohl die Stadt als auch der Noch-Geschäftsführer der Philharmonie, Felix Breyer, und die Noch-Geschäftsführerin der Kur-GmbH, Gabriella Squarra, möchten das Festival durchführen, wobei ihr Nachfolger Dirk Sasse aber noch viele Hindernisse sehe.


Vor allem finanzielle Hürden gebe es. Verluste der Kur-GmbH und der Hotellerie sowie diverse Baumaßnahmen an öffentlichen Gebäuden und am Hotel »Axelmannstein« erschwerten die Planung. Auch die Musikhochschule in München zögere mit einer Zusage, bevor nicht ein neues Team gebildet sei. Denn Bernd Hartmann informierte auch darüber, dass Jochen Gnauert zum neuen Geschäftsführer der Philharmonie gewählt wurde und diese Aufgabe zum 1. Januar 2022 von Felix Breyer übernehmen werde. Er selbst und die zweite Vorsitzende Margit Enzersberger stehen auch nicht mehr zur Verfügung, gab er zu bedenken. Beide wollen den Platz für Jüngere freimachen. Die nächste Hauptversammlung prognostizierte er für April 2022.

Hartmann führte aus, dass er die Erwartungen nicht zu hoch stecken wollte, da es durchaus möglich sei, dass das Festival Alpenklassik erst 2023 mit einem neuen Team durchgeführt werden könne.

Nach dem Bericht des Schatzmeisters Marcus Goebel, der die Einnahmen und Ausgaben detailliert vortrug, bat Kassenprüfer Mike Rupin um Entlastung der Vorstandschaft, die einstimmig erfolgte – sämtliche Belege seien übersichtlich vorgelegen. In ihrem Grußwort rief Gabriella Squarra das perfekte Zusammenspiel zwischen den Kurmusikern, der Hochschule, den Dozenten und der Kur-GmbH beim Alpenklassik-Festival 2019 in Erinnerung. Der Verein sei die Basis, ohne dessen Stütze das Festival nicht möglich sei, so Squarra.

Die Stadt Bad Reichenhall habe ebenso Zuschüsse gegeben wie die Gemeinde Bayerisch Gmain, aber auch der Freistaat, weil das Festival in die Kernaufgaben der Kur-GmbH integriert sei. Squarra betonte die Jugend- und Bildungsarbeit sowie den touristischen Aspekt (durch mehr Übernachtungen) und damit die entstandene Lebendigkeit in der Stadt und eine gegenseitige Befruchtung zwischen der Philharmonie, den Einheimischen und den Gästen.

»Wir haben es alle miteinander im selben Geist getragen«, sagte Squarra, die Corona auch als Chance für die kommende Zeit mit einem neuen Geschäftsführer der Kur-GmbH sehen wollte. Ein Neustart sei notwendig. Sie selbst werde im Ort keine Funktionen mehr annehmen. Die Alpenklassik gehöre für Squarra unbedingt zu Bad Reichenhall. Was richtig ist, werde sich weiter entwickeln, in diesem Fall mit anderen Menschen und mit neuer Kraft, war sie überzeugt. Für Felix Breyer berge das Projekt Alpenklassik mehr Chancen als Risiken. Es sei ein wichtiger Bestandteil der Marke Reichenhall. Die Frage sei nicht, ob das Festival stattfinden solle, sondern wie man es macht. Wenn die Stadt befürwortet, dass es stattfindet, stünden die Chancen nicht schlecht. Breyer möchte den Blick in die Zukunft richten und dankte für die Zusammenarbeit und das Vertrauen.

Die Kulturreferentin Monika Tauber-Spring entschuldigte ihre Stadtratskollegen wegen der zeitgleich stattfindenden Bürgerversammlung. Sie sagte die Unterstützung der Stadt zu, da alle wüssten, »auf wie vielen Ebenen die Alpenklassik immer ein fruchtbringendes, nachhaltiges Highlight war«.

Sie äußerte ihren »tiefen Respekt dafür, dass im ersten Quartal 2022 eine Hauptversammlung mit Neuwahlen stattfinden werde« und würdigte die Arbeit des bisherigen Vorstands ebenso wie die aktuelle transparente Kommunikation zum Wechsel. »Das Neue wird auf eurem standfest zementierten Fundament stehen«, so Tauber-Spring.

Brigitte Janoschka