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»Wie ist doch die Erde so schön – und wer es nicht sieht, dem klingt es«

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Das gesamte Ensemble mit den Sängerinnen im Altarraum von St. Ägidius in Bergen. (Foto: Krammer)

Mit einer volksmusikalischen Wanderung »durch´s Jahr und durch's Leben«, ganz im Stil der Musik von Tobias Reiser, erfreute das »Ensemble Radauer« im Rahmen der Sommerkonzerte des »Musiksommer zwischen Inn und Salzach« die zahlreichen Besucher in der Pfarrkirche St. Ägidius in Bergen.


Der Salzburger Erzmusikant Sepp Radauer, der bereits im Kindesalter als Hirtabua beim Salzburger Adventsingen mit der Musik und Lebensart Reisers in Berührung gekommen ist, hat sich ein schlagkräftiges Ensemble junger, engagierter Musikantinnen und Musikanten zusammengestellt, die er ganz offensichtlich mit seiner Begeisterung für die Musik des bekannten Salzburger Musikanten Tobi Reiser anstecken konnte.

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Waltraud Stögner (Hackbrett), Silvia Reith-Höfer (Zither), Heidi Reicher an der Harfe, Dominik Meißnitzer (Gitarre) und Leonhard Hartinger an der Diatonischen Harmonika ließen sich an diesem Abend ebenso begeisternd von Sepp Radauer (Kontrabass und Konzeption) führen und antreiben, wie beiden jungen Geigerinnen Alexandra Seywald und Sara Mayer, und Irmgard Messin an den Flöten. Dazu gesellte sich mit dem neuformierten »Salzburger Dreigesang« ein Trio, das mit hellen reinen Stimmen und hoher Musikalität seine Lieder rund um den Jahreskreis vortrug.

Leni Schwaighofer, Helene Widauer und Elisabeth Radauer eröffneten nach einem feinen Geigenjodler den Gang durch das Jahr mit einem Lobpreis auf die schöne Heimat. »Wie ist doch die Erde schön«, eine Volksweise mit Texten von Robert Reinick, in der es auch heißt: »Und wer es nicht sieht dem klingt es!«.

Diesen Satz übernahm in seiner Begrüßung auch Sepp Radauer, der mit wunderbaren Texten von Karl Heinrich Waggerl, Tobias Reiser und Erich Kästner, aber auch mit eigenen Gedanken die Lieder und Musikstücke weiterspann. Ob frisch und lebendig beim »Raufgockel Boarischen« oder einem »Galopp in D« oder etwas getragener beim »Hallstätter Hochzeitsmarsch« und dem Kontretanz KV 534, immer war die Begeisterung der Akteure für die vielseitige und harmonische Musik Reisers zu spüren. Gefühlvoll war auch die Begleitung der Lieder durch die Saiteninstrumente oder auch das gesamte Ensemble.

Von »Geh na eini in Rosengartn« über ein Loblied auf den Bauernstand und »Sicheln schallen« bis zum wunderbaren »Gott hat die Welt gemacht« reichte die Reise der Sängerinnen durch den Sommer und endete mit »Braune Wiesen, nasse Steigerl« in den »herbstlichen Bergen«. Passend dazu unter anderem die »Schnürlregen Polka«, »Landlerische Tänze«, die in einem flotten »Schleunigen« gipfelten, und zum letzten Tanz an Kathrein der »Hellbrunner Galopp«. Über die »Schlittenfahrt« von Wolfgang Amadeus Mozart und den bekannten »Maxglaner Faschingmarsch wurde es wieder Frühling, den die Sängerinnen als Kontrast zu ihrem Dreikönigslied mit dem »Arnreiter Jodler« und »Iatz kimmt de Früahlingszeit« und dem »Arnreiter Jodler« begrüßten.

Mit dem Marsch aus der Bauernhochzeit von Mozart wurde es Ostern, dem die Sängerinnen mit »Gelobt sei Gott im höchsten Thron« eine besonders festliche Stimmung verleihen. Die abwechslungsreiche »Wanderung durch's Jahr« rundete sich mit dem »Dorfmusi-Marsch« und dem Lied »de Kerschn san zeitig« wieder hinein in den Frühsommer, bevor Sepp Radauer mit den Worten Erich Kästners dem Juni die nötige Referenz erwies und mit seinen Musikanten den Zyklus von volksmusikalischen und klassischen Klängen, von Musik und Literatur mit dem »Alt Salzburger Walzer« abschloss.

Den begeisterten Applaus nutzte Sepp Radauer, um die Besucher zu einem gemeinsamen Lied zu animieren und sie zufrieden aus der angenehm temperierten Kühle von St. Ägidius wieder hinaus in den heißen Sommerabendzu entlassen.

Für das musikalische Erbe von Tobias Reiser dürfte es wohl ein Glücksfall sein, dass Sepp Radauer und seine junge Musikantenschar sowohl die Begeisterung für die volksmusikalische Tradition Reisers, als auch die Lust auf neue gemeinsame musikalische Abenteuer verbindet, und dazu mit dem Salzburger Dreigesang das einzigartige Liedgut und der unverwechselbare Stil Reisers behutsam in die Zukunft getragen werden. Franz Krammer