Wie umgehen mit ungeimpften Hochzeitsgästen?

Wie Corona die Hochzeitsplanung beeinflusst
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Bloß die Ringe nicht vergessen - und die Maske? Die Pandemie beeinflusst auch Hochzeitsplanungen. Familientherapeutin Valeska Riedel rät zu klarer Kommunikation, etwa wenn nur Geimpfte willkommen sind. Foto: Friso Gentsch/dpa/dpa-tmn Foto: dpa

Bekannte, Freunde und Familie: Hochzeit wird meist mit vielen Menschen gefeiert. In Corona-Zeiten stellt sich dabei unweigerlich die Frage nach dem Impfstatus. Paare sollten hier geradlinig sein.


Nürnberg (dpa/tmn) - Auch bei der Planung des schönsten Tages im Leben ist die Pandemie momentan allgegenwärtig. Wer 2022 heiraten will, muss neben Location, Gästeanzahl und Essen auch Dinge im Blick haben wie: Brauche ich Hygienespender, sollten wir Masken tragen, was ist mit tagesaktuellen Corona-Tests?

Eine Frage mit besonders viel Zündstoffpotenzial ist die nach dem Umgang mit nicht geimpften Freunden und Verwandten. Was ist, wenn man die Teilnahme an den Feierlichkeiten an eine Covid-19-Impfung knüpft - wie kommuniziert man das?

Familientherapeutin gibt Tipps

Wichtig sind in diesem Fall zwei Dinge, sagt Familientherapeutin Valeska Riedel aus Nürnberg. Erstens: Das Hochzeitspaar sollte die Entscheidung zu zweit treffen, ohne sich von jemanden reinreden zu lassen.

Es sollte sich von vornherein klar machen, dass es - wie bei allen anderen, meist »profaneren« Fragen von der Sitz-Zuteilung bis zur Essenswahl - nie alle zufriedenstellen wird. »Es allen recht machen zu wollen, ist der Weg zum Scheitern. Gerade in der Pandemie«, sagt Riedel. Es wird immer jemanden geben, der enttäuscht ist.

Auf keine Impfdiskussion einlassen

Zweitens: Ist die Entscheidung getroffen, sollte man sie geradlinig vermitteln. Das heißt, dass man nicht viel dazu erklären sollte. »Die Gründe für die Impfung darzulegen, ist unnötig«, sagt Riedel. Nach zwei Jahren Pandemie und in Anbetracht der aktuellen Corona-Lage sollten die Argumente geläufig sein.

Legitim ist es, etwas in dieser Art zu formulieren: »Es ist ein besonderer Tag für uns und wir wollen, dass es allen, die ihn mit uns feiern, gut geht. Darum sollte alles so sicher wie möglich ablaufen.« Das sei das einzige gültige Argument, sagt Riedel. Sie würde einem Brautpaar vehement davon abraten, sich auf die Ebene des Für und Wider der Impfung einzulassen.

Natürlich ruft so eine Entscheidung bei den betroffenen Verwandten und Freunden, die nicht geimpft sind, Enttäuschung, Traurigkeit und vielleicht auch Wut hervor. Als Hochzeitspaar kann man deutlich machen, dass einem diese Auswirkungen bewusst sind.

Man könnte schreiben oder sagen: »Es ist uns klar, dass wir damit bei einigen Unverständnis und Enttäuschung auslösen.« Das zu benennen, sei authentisch und ein Stück weit auch erlösend, sagt Riedel.

Lieber mündlich oder schriftlich?

Ob man all das im persönlichen Gespräch oder per Brief oder Karte kommuniziert, ist Geschmackssache: Das hängt vom eigenen Typ, aber auch vom Empfänger ab. Bei der Oma greift man vielleicht eher zum Telefon oder fährt vorbei, um das zu erklären. Ansonsten tut es oftmals sicher auch die Einladungskarte, in der man auf die Besonderheit mit der Impfung hinweist.

Bleibt die Frage: Vertraut man den Gästen oder möchte man die Impfnachweise kontrollieren? Wer sich für die letztgenannte Option entscheidet, sollte eine Vertrauensperson bitten, das im Vorfeld zu organisieren, rät Riedel. Dass man um einen Nachweis bittet, sollte man dann ebenfalls schon in der Einladung kommunizieren.

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