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Wieder Pferde in der Felsenreitschule

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Bartabas mit seinem Pferd Le Caravage. (Foto: Stiftung Mozarteum)

Die Felsenreitschule wird zum wiederholten Mal Schauplatz einer Kombination aus Musik und Pferden. Warum wieder Bartabas und seine Pferde bei der Mozartwoche 2017? Weil es ein so großer Erfolg war, weil dieses spezielle Programm so gut funktioniert hat und eine große Zuschauerzahl bei den Fernsehübertragungen nach sich zog, erklären Marc Minkowski und Matthias Schulz bei der Präsentation der Mozartwoche 2017.


Und weiter: Weil es der Traum von Bartabas ist, seine Pferde-Show zur Musik von Mozarts Requiem zu gestalten. »Ist es profan, Mozart mit Pferden zu mischen?«, fragt Minkowski und meint, »das Requiem ist ein heiliges Stück, aber auch ein theatralisches und seit Jahrhunderten waren Pferde und Menschen ein wunderbares Team.« Minkowski dirigiert dazu das Requiem mit den Musiciens du Louvre Grenoble und dem Salzburger Bachchor sowie den Solisten Genia Kühmeier, Elisabeth Kulman, Julian Behr und Charles Dekeyser. Die Mozartwoche 2017 ist die letzte gemeinsame Programmgestaltung der beiden künstlerischen Leiter, ihr Abschiedsgeschenk sozusagen und eine Art Resümee der letzten fünf Jahre unter Schulz’ Leitung. Schulz geht an die Staatsoper Berlin und Minkowski wird Intendant an der Opéra National de Bordeaux.

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Gegenstücke zu Mozarts Totenmesse sind seine Divertimenti, Serenaden und ähnliche sogenannte »Gebrauchsmusiken«, meist Auftragswerke, die heiteren und unbeschwerten Charakters sind, heute aber seltener in den Programmen anzutreffen sind. Für diese Stücke macht sich mit »Ennui« die Musicbanda »Franui« auf ironische und originell freizügige Weise stark, gemeinsam mit Peter Simonischek, der Texte von Søren Kierkegaard, Erik Satie, Alberto Moravia, Ernst Jandl und anderen lesen wird. Außerdem spielt 2017 Joseph Haydn eine besondere Rolle mit Werken, die man nicht so oft hört, wie etwa seine beiden Cellokonzerte und das Hornkonzert oder die mit einem Titel versehenen Londoner Symphonien. Ein interessanter Blickpunkt richtet sich dabei auf das, was Haydn, der vor Mozart geboren wurde, nach Mozart geschaffen hat. Das Cuarteto Casals widmet sich Mozarts Haydn-Quartetten und das Hagen Quartett bringt Haydns Erdödy Quartette zu Gehör. Auch Johann Nepomuk Hummel wird mit konzertanten Werken vertreten sein als ein Bindeglied zwischen Mozart und Haydn, als einer ihrer Zeitgenossen, der den Weg zum Stilwandel hin zur Romantik repräsentiert. Haydn hat Hummel später als seinen Nachfolger bei Esterhazy empfohlen.

Fazil Say setzt seinen Mozart-Klavierzyklus fort

Neben den Salzburger Orchestern und diversen Gastorchestern sind die Wiener Philharmoniker mit den Dirigenten Thomas Hengelbrock, Yannick Nézet-Séguin und Adam Fischer das Herzstück der Mozartwoche. Die Leitung des Mozart Kinderorchesters übernimmt, als Nachfolger von Christoph Koncz, Peter Manning, Konzertmeister in Covent Garden, London. Der Mozart-Klavierzyklus mit Fazil Say wird ebenso fortgesetzt wie die Violinsonaten mit Renaud Capuçon und Kit Armstrong. Robert Levin wird an Mozarts Walter-Fügel die kaum mehr angewandte Kunst der Improvisation stilkundig aufzeigen.

Das Österreichische Ensemble für Neue Musik, ŒNM, bringt Höhepunkte der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts mit Werken von Johannes Maria Staud, Elliott Carter, Arvo Pärt und Henri Dutilleux, die prägende Eindrücke in den Mozartwochen-Programmen der letzten Jahre hinterließen. Beat Furrers »spazio immergente« für Sopran und Posaune brachte eine erste Begegnung beim letzten Dialoge Festival und lädt nun in vollständiger Version zum zweiten Hören ein: Mojca Erdmann und Mike Svoboda sind wieder die Interpreten.

Weitere Höhepunkte versprechen unter anderem das Pasticcio »Salomons Reise«, das Haydns Impresario Johann Peter Salomon nachspürt. Das Quatuor Diotima und Jörg Widmann musizieren zusammen ein Kammerkonzert, Haydns »Nelsonmesse« wird vom Salzburger Bachchor und dem Mozarteumorchester unter Ivor Bolton aufgeführt, Pablo Heras-Casado dirigiert die Haydn-Symphonien »Mit dem Paukenschlag«, »The Miracle« und »Militär«.

Mozart Jazz Night im Republic

András Schiff wird mit Haydn-Symphonien und Mozart-Klavierkonzerten präsent sein. Giovanni Antonini kommt mit »Il Giardino Armonico« zur Mozartwoche und Wunderkind-Sonaten servieren Benjamin Schmid und Ariane Haering. Eine Mozart Jazz Night im Republic, ein Round Table über Haydn und Mozart sowie diverse Filme ergänzen das Konzertangebot. Detaillierte Informationen und Kartenbestellungen unter www.mozarteum.at, tickets@mozarteum.at. Elisabeth Aumiller