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Wiederauferstehung der Werkself - Leno: «Wir waren tot»

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Bayer-Interimscoach Sascha Lewandowski lobte seine Mannschaft. Foto: Marius Becker Foto: dpa

Leverkusen (dpa) - Die Wiederauferstehung des Werksclubs Bayer Leverkusen verwundert selbst die Spieler.


«Wir waren wirklich tot vor einigen Wochen und jetzt waren wir in der Lage, so eine Leistung gegen Dortmund abzuliefern», meinte Bayer-Torwart Bernd Leno nach dem 2:2 (2:2) im Bundesliga-Topspiel gegen Borussia Dortmund verblüfft. Auch der Vereinsboss staunte nicht schlecht, wie couragiert seine Profis dem Tabellenzweiten Paroli boten. «Für uns war es, im Vergleich zu dem, was man in den vergangenen Monaten von uns gesehen hat, ein Quantensprung», urteilte Michael Schade.

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Bayer 04 hatte die Hinrunde als Zweiter beendet - mit fünf Punkten vor den Dortmundern - aber erst nach der Ablösung von Cheftrainer Sami Hyypiä und mit Interimscoach Sascha Lewandowski den Absturz in der Rückserie gestoppt. «Wir haben ein tolles Spiel abgeliefert», lobte Sportchef Rudi Völler. «Dass wir nach diesem Spiel noch Vierter sind und einen Punkt vor dem VfL Wolfsburg liegen, darauf hätten nicht viele getippt. Den Punkt haben wir redlich verdient.»

Der dem Champions-League-Finalisten abgerungene Zähler ist für das Image gut, im Kampf um einen «Königsklassen»-Platz ist er kein Fortschritt. «Kompliment an die Truppe, sie hat vieles richtig gemacht», sagte Lewandowski. «Der Punkt nach einem richtig guten Spiel bringt uns aber auch nicht richtig weiter. Deshalb müssen wir in den letzten Spielen noch mal alles raushauen.» Nächste Woche geht es zur Eintracht nach Frankfurt, danach kommt Werder Bremen.

Für den Liga-Endspurt wird Stefan Kießling, mit 15 Treffern bester Bayer-Torschütze, ausfallen. Bei einer MRT-Untersuchung wurde bestätigt, dass er sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen hat. Der 30-Jährige war kurz vor dem Abpfiff ausgewechselt worden. «Da wird der Kreis der Spieler kleiner und es ist wichtig, in den kommenden zwei Wochen ein kleiner verschworener Haufen zu sein, der richtig gut funktioniert», hofft Lewandowski, der bei seinem dritten «Feuerwehrmann»-Einsatz erneut ohne Niederlage blieb.

Dass Bayer 04 einen Tag vor dem BVB-Duell die Verpflichtung von Roger Schmidt, der mit Red Bull Salzburg Meister in Österreich geworden ist, bekanntgab, spielte bei den Werksprofis keine Rolle. «Es war kein großes Thema bei uns. Wir haben noch eine Aufgabe zu erfüllen und dann werden wir ihn sicher noch gut kennenlernen», meinte Kapitän Simon Rolfes.

Für Bayer ist das Engagement von Schmidt die erste wichtige Personalie für die Zukunft. Nun soll noch richtig in neue Spieler investiert werden. Kolportiert wird, dass zwischen 30 und 40 Millionen Euro zur Verfügung stehen sollen. Völler will von solchen Summen nichts wissen, sagte aber: «Wir haben gut gewirtschaftet in den letzten Jahren und werden im Sommer etwas tun - aber alles bis zu einem gewissen Grad.»

Auch Borussia Dortmund konnte mit der Punkteteilung in einem hochklassigen Spiel gut leben. «Ein Punktgewinn in Leverkusen ist für den BVB immer noch ein Erfolg», kommentierte Trainer Jürgen Klopp. «Wir waren voller Spielfreude und hatten Bock auf Fußball.» Dies galt besonders für Marco Reus. Der Nationalspieler präsentierte sich in WM-Form, bereitet das 1:1 durch Oliver Kirch (29. Minute) vor und sorgte mit einem verwandelten Handelfmeter (39.) selbst für das 2:2. Die Tore für die Gastgeber erzielten Lars Bender (7.) und Gonzalo Castro (35.). «Ich bin froh, dass ich so oft treffe», sagte Reus, der wettbewerbsübergreifend in dieser Saison an 45 Toren beteiligt war und in Liga eins schon 16 Treffer schaffte.

Die Spielfreude und das Engagement der BVB-Profis gegen Bayer verblüffte etwas, da in der Bundesliga alle Ziele erreicht sind und das DFB-Pokalfinale am 17. Mai gegen Bayern München das Nonplusultra ist. «Ziel ist Berlin, dafür müssen wir die Spannung hochhalten», sagte Torschütze Kirch. Von einem Einspielen auf den Pokal-Showdown gegen Meister Bayern wollte Klopp nichts wissen: «Wenn man sich nach 32 Spielen noch einspielen muss, ist vorher etwas doof gelaufen.»

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