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Wildparker bereiten Kopfzerbrechen: "Lass es da brennen"

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Dieser BMW steht nicht auf dem Parkplatz, sondern daneben. Mitten auf der Straße. Es ist einer von vielen Fällen im Markt Berchtesgaden, in dem sich Autofahrer nicht an die Regeln halten. (Foto: Pfnür)

Berchtesgaden – Berni Zauner, Vorsitzender der Aktiven Unternehmen Berchtesgaden, ist verärgert. Ebenso Thomas Pfnür, erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Berchtesgaden. Ihnen bereiten die unverbesserlichen Falschparker, die die wichtigen Wege im Markt Berchtesgaden zuparken, Kopfzerbrechen. Und sie sind nicht die einzigen.


Mit einer Aktion wollten die Aktiven Unternehmen Berchtesgaden im Dezember Falschparkern Einhalt gebieten. Die Mitglieder verteilten »Strafzettel«, auf denen allerdings keine Zahlungsaufforderung stand, sondern nur ein Hinweis auf das falsche Verhalten.

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»Das hat zu Diskussionen geführt«, seufzt Berni Zauner. »Dem Ein oder Anderen ist sein Verhalten vielleicht bewusst geworden. Aber den Unverbesserlichen ist es einfach egal«, so sein Fazit. Er glaube nicht, dass der Verein damit eine kommunale Verkehrsüberwachung verhindern konnte. Letzteres fordern mittlerweile einige Berchtesgadener. In der Facebook-Gruppe »Du kommst aus Berchtesgaden, wenn« hat sich in den vergangenen Tagen eine Diskussion zum Thema Falschparker entwickelt.

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Berni Zauner hatte Hoffnung, die Aktion »Knöllchenwoche« sorge für Einsicht bei Wildparkern. Aber leider lassen sich manche »Unverbesserliche«, wie er sagt, nicht belehren. (Foto: Kastner)

Thomas Pfnür, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Berchtesgaden, hatte ein Auto an Silvester fotografiert, dass mitten auf der Straße neben dem Rathausparkplatz parkte, und dieses Foto in dem sozialen Netzwerk veröffentlicht. Damit wollte er darauf aufmerksam machen, dass hier keine Rettungsfahrzeuge mehr vorbeifahren können: »Der Kern des Problems ist oft, dass zwar Pkw noch durchkommen, die Leute aber nicht an Rettungswagen, Feuerwehr, Müllwagen, Winterdienst und Busse denken. Diese haben gerade in Kurven und Kreuzungen sehr viel mehr Platzbedarf wegen der sogenannten Schleppkurven«, erklärt der Kommandant. Prompt meldeten sich zahlreiche Einheimische und Gäste, und erzählten von ihren eigenen Erfahrungen mit Wildparkern.

Bernhard Holleitner schreibt: »Man muss feststellen, dass gerade einige Einheimische im Marktbereich und in den angrenzenden Straßen wild parken. Frei nach dem Motto: Es kontrolliert eh keiner.« Es gebe zahlreiche Beispiele wo beispielsweise absolutes Halteverbot bewusst ignoriert werde. »Da wird über kurz oder lang die kommunale Verkehrsüberwachung auch für den ruhenden Verkehr in Berchtesgaden kommen. Schade eigentlich. Aber offensichtlich hilft nichts anderes.« Auf Nachfrage des »Berchtesgadener Anzeigers« zum Thema kommunale Parkraumüberwachung informiert Bürgermeister Franz Rasp: »Damit wird sich der Gemeinderat im ersten Quartal beschäftigen.«

Neben Thomas Pfnür hat auch Berni Zauner schon so manchen Verkehrssünder beobachtet: »Vor Weihnachten sind drei Lkw in der Griesstätterstraße hintereinander gestanden, weil sie nicht durchkamen.« Denn links und rechts der Straße standen die Autos – wer die Griesstätterstraße kennt, der weiß, dass das keine gute Idee ist. Das große Problem sei, sagt auch Zauner, dass hier Einsatzfahrzeuge keine Chance hätten. »Lass es da brennen«, warnte er. »Wir wollten mit unserer Knöllchen-Aktion ja auch niemanden ärgern, sondern das Problem ins Bewusstsein rücken.« Annabelle Voss