Wildverbiss im Kreis Traunstein zurückgegangen

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Alle drei Jahre begutachten Förster den Einfluss von Reh-, Rot- und Gamswild auf die Waldverjüngung. Die Ergebnisse sind Grundlage für die nachfolgende Abschussplanung.

Im Landkreis Traunstein ist der Wildverbiss im Wald weiter deutlich zurückgegangen. Das teilte der Chef des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein (AELF), Alfons Leitenbacher, anlässlich der Vorstellung der bayernweiten Ergebnisse der Forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung mit.


In zwei Dritteln der 208 Jagdreviere bewerteten die Förster des AELF den Wildverbiss als »tragbar«, in mehr als 11 Prozent sogar als »günstig«. Damit hat der Anteil der Reviere, in denen junge Mischwälder im Wesentlichen ohne aufwändigen Schutz aufwachsen können, gegenüber den letzten Gutachten vor drei Jahren deutlich um zehn Prozentpunkte auf knapp 80 Prozent zugenommen.

»Für dieses erfreuliche Ergebnis ist den vielen engagierten Jägern im Namen der Waldbesitzer herzlich zu danken«, lobte Leitenbacher. Denn die Waldbesitzer seien bei der großen Herausforderung, gemischte, klimatolerantere Zukunftswälder aufzubauen, zwingend auf die Unterstützung durch die Jagd angewiesen. »Gesunde, stabile, naturnahe Wälder bekommt man mit vertretbarem Aufwand nur, wenn Reh-, Rot- und Gamswild an die Tragfähigkeit des Lebensraums angepasst sind«, so der Amtschef. Daher sei es wichtig, dass in den Revieren, die noch einen zu hohen Verbiss aufweisen, vor allem mehr Rehe erlegt werden.

Im Landkreis Traunstein sei das immerhin noch in 43 Jagdrevieren der Fall, in 13 Revieren davon sei der Wildverbiss bereits seit drei Abschussperioden oder mehr hintereinander als »zu hoch« beurteilt worden. Dabei wies Alfons Leitenbacher auch darauf hin, dass sich niemand Sorgen machen müsse, der Rehbestand könnte durch einen höheren Abschuss gefährdet sein. »Auch wenn man sie kaum sieht: Rehe sind überall und sie vermehren sich in unserer nahrungsreichen Kulturlandschaft sehr freudig. Wenn das anders wäre, könnten in Bayern nicht jährlich fast 350.000 Stück davon erlegt werden.«

Bereits zum 13. Mal wurden heuer die »Forstlichen Gutachten zur Situation der Waldverjüngung«, kurz »Vegetationsgutachten«, erstellt. Sie werden alle drei Jahre durchgeführt und sind laut Jagdgesetz für die Dreijahres-Abschussplanung für Rehwild »vorrangig« zu berücksichtigen. Dazu wurden im Frühjahr vor dem Knospenaustrieb der jungen Bäume vom Forstpersonal des AELF Traunstein in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land auf insgesamt 650 systematisch festgelegten Erhebungsflächen mehr als 61.000 junge Bäumchen nach Baumart, Höhe, Leittriebverbiss, Verbiss im oberen Drittel und Fegeschäden begutachtet. Diese Daten wurden für jedes Gebiet der 17 Hegegemeinschaften des Amtsbezirks ausgewertet und bilden eine wichtige Beurteilungsgrundlage für die hegegemeinschaftsbezogenen Forstlichen Gutachten. Außerdem erstellt das AELF Traunstein seit 2006 für jedes einzelne Jagdrevier ergänzende revierweise Aussagen. Denn Hegegemeinschaften umfassen meist zwischen zehn und 20 Jagdreviere mit oft ganz unterschiedlichen Verhältnissen. Zudem werden die Abschusspläne nicht für Hegegemeinschaften, sondern für die einzelnen Jagdreviere aufgestellt.

Die Forstlichen Gutachten, wie auch die revierweisen Aussagen, münden in zwei wesentlichen Aussagen: In der zusammenfassenden Beurteilung der aktuellen Verbisssituation in den Stufen »günstig – tragbar – zu hoch – deutlich zu hoch« und einer tendenziellen Abschussempfehlung, zum Beispiel »beibehalten« oder »erhöhen«.

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