weather-image
31°

Willi Barke: »Mit dem Equipment sind wir unschlagbar«

Traunstein. Die Staatliche Berufsschule I Traunstein positioniert sich als regionales Ausbildungs- und Kompetenzzentrum im Bereich der gastgewerblichen Berufe. In den vergangenen sechs Monaten wurde eine der drei vorhandenen Hotelausbildungsküchen für rund 1,05 Millionen Euro generalsaniert und erneuert, wobei die Kosten alleine vom Landkreis getragen wurden, nachdem es hier keine Landesförderungen gab. Nun fand die Eröffnungsfeier vor rund 70 Gästen statt.

Statt des symbolischen Schlüssels bekamen Landrat Hermann Steinmaßl (von links), Helmut Wieshuber, Fachlehrer für Hotel und Gastronomie, und Schulleiter Willi Barke einen übergroßen Kochlöffel bei der Eröffnungsfeier überreicht. (Foto: Wittenzellner)

Optimaler Partner für Auszubildende und Betriebe

Anzeige

Schulleiter Willi Barke betonte, dass die Schule, die unter anderem die Ausbildungsberufe als Koch, als Hotel- und Restaurantfachmann ebenso anbietet wie eine einjährige Berufsfachschule für gastgewerbliche Berufe, nun »gut bis bestens« ausgestattet sei. Die alte Küche sei 35 Jahre alt gewesen, jetzt sei man mit den insgesamt drei sehr gut ausgestatteten Hotelküchen und zwei ebenso gut ausgestatteten Restaurants ein optimaler Partner für Auszubildende, Ausbildungsbetriebe, Verbände und Kammern.

»Mit dem Equipment sind wir unschlagbar«, betonte Barke, der das Duale System lobte, und das partnerschaftliche Miteinander in den Vordergrund stellte. Er lobte die Möglichkeit einer betrieblichen Ausbildung, die hervorragende Perspektiven biete. Die gastronomischen Berufe seien dabei kein »Beruf«, sondern in Wirklichkeit eine »Berufung«. »Das Zelebrieren eines Fünf-Gänge-Menüs ist ein Kunsthandwerk«, lobte der Schulleiter. Gerne hätte er auch den Bereich der Metzger mitsanieren lassen, was sich aber aufgrund der aktuellen Schülerzahlen nicht habe realisieren lassen.

Landrat Hermann Steinmaßl ging auf die Schulentwicklung ein. 2400 Schüler machen weitestgehend im Dualen System in 43 Berufsgruppen in den Bereichen Bau, Ernährung, Elektrotechnik und Metall in der BS I ihre Ausbildung. Der Chiemgau als Tourismusregion verfüge über eine »hervorragende Gastronomie«. Diese sei mit entscheidend, dass sich Urlaubsgäste wohlfühlen. »Dazu brauchen wir eine gute Ausbildung«, sagte er. Deshalb sei es wichtig gewesen, »die finanzielle Herausforderung zu stemmen. Wir machen den Standort für die Zukunft fit«, betonte der Landrat im Hinblick auf die Küchenerneuerung. Er sagte, dass es – auch aufgrund der Ausbildungsbereitschaft vieler regionaler Betriebe – eine Zukunftsperspektive für junge Menschen in der Region gäbe, was sowohl für die Industrie wie auch für das Handwerk gelte. In der Diskussion um die Kosten eines Studienplatzes, die er mit bis zu 10 000 Euro jährlich bezifferte, betonte er, dass ein Auszubildender mit jährlich 20 000 Euro Kosten für die Ausbildungsbetriebe zu Buche schlagen würde. »Mein Dank gilt auch an die Betriebe, die Auszubildende nehmen.«

Für die Schulgänger in den gastronomischen Betrieben sah er einen direkten Bezug zwischen neuer Kücheneinrichtung und der künftigen Notenentwicklung der Auszubildenden: »Die müssen ja jetzt mindestens eine Note besser werden«, sagte er schmunzelnd.

Arbeiten starteten in den Sommerferien

Martin Eisenberger von der Planungsgruppe Strasser + Partner erläuterte, »wo die Million versteckt ist«. So wurde in den Sommerferien vergangenen Jahres mit der kompletten Entkernung der Küche begonnen, eine vollständig neue Verkabelung vorgenommen und eine neue Lüftungsanlage eingebaut. Daneben wurde die Küche mit hochwertigen Induktions- und Gasherden und weiteren Arbeitsgeräten ausgestattet. Insgesamt waren an dem Bauvorhaben 22 Firmen überwiegend aus der Region beteiligt. Anschließend übergab Eisenberger an Steinmaßl und Barke statt eines symbolischen Schlüssels einen übergroßen Kochlöffel, auf dem gute Wünsche für die Küchennutzung aufgedruckt sind.

Die Anwesenden konnten sich bei einem Rundgang durch die neuen Räume gleich selbst von der Leistungsfähigkeit der Küche und der Qualität der von den Auszubildenden vorbereiteten, kulinarischen Köstlichkeiten überzeugen. awi