weather-image
-1°

Wimmer-Kunstwerke für Waging

4.0
4.0
Bildtext einblenden
Dieser unbetitelte Holzschnitt aus den 70er Jahren zeigt das Wesentliche der Wimmer´schen Welt(sicht), die als Einheit von Technik und Natur auf dem Fundament eines Glaubens begriffen wird: religiöses Motiv (Schiff), bildhauerisch-technischer Schnitt und organisch-natürliche Holzmaserung.

Willi Wimmer (geb. 1929) kann auf ein langes Kunstschaffen zurückblicken. Er, der im Wimmerhof in Wolkersdorf am Waginger See wohnte und sein Atelier hatte, war von Haus aus eigentlich Ingenieur, der sich jedoch durch Selbststudium und Fortbildung zum anerkannten Bildhauer und Maler formte.


Der bildhauerische Umgang mit Holz und die malerische Auseinandersetzung mit Farbe vereinen sich bei ihm zum Holzschnitt. In Holzstöcke/Bretter werden Darstellungen eingeschnitten, wobei die natürlichen Maserungsstrukturen des Brettes erhalten bleiben. So stehen das eher technische Element des Schnittes und das natürliche der Maserung im Kontrast nebeneinander.

Anzeige

In der Presse werden der eingefärbte Druckstock und das Papier zusammengeführt. Häufig legt Wimmer mehrere Farbaufträge übereinander oder variiert die ins Holz geschnittenen Darstellungen. Religiöse Themen, z. B. das Kreuz, sind dem Künstler ein Anliegen. Hier erweist er sich als christlich sozialisiert und sieht vielleicht das Gegensatzpaar Technik-Natur in der Religion aufgelöst.

Jetzt, da der 85-Jährige aus Wolkersdorf nach Landshut verzogen ist und sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr um seinen umfangreichen Fundus kümmern kann, übergab seine Gattin wesentliche Teile des Lebenswerkes ihres Mannes in verschiedene Hände. Auch nach Waging wurde ein mächtiger Stapel farbiger Originalholzdrucke vergeben.

Diese viele Dutzend Blätter (Format: 100 cm:70 cm) umfassende Sammlung übergab Frau Wimmer dem Waginger Ortsheimatpfleger und Vorsitzenden des Vereins für Heimatpflege und Kultur, Franz Patzelt. Ihr liege daran, so die Schenkerin, dass die Werke ihres Mannes nicht würdelos entsorgt, sondern von guten Händen betreut werden. Patzelt nahm die Werke für Waging dankend entgegen und versprach, sie geordnet zu verwahren und beizeiten in Ausstellungen der Öffentlichkeit zu präsentieren.

- Anzeige -