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»Wir finden einen Weg«

Bischofswiesen - Im Interview mit dem »Berchtesgadener Anzeiger« nahm Umwelt- und Gesundheitsminister Dr. Marcel Huber am Rande des Starkbieranstichs zu weiteren aktuellen und regionalen Themen Stellung.

Bayerns Umwelt- und Gesundheitsminister Dr. Marcel Huber war Festredner des diesjährigen CSU-Starkbieranstichs. Foto: Anzeiger/Thoma-Bregar

Im Landkreis werden derzeit immer wieder kleine Wasserkraftwerke diskutiert. Wie sehen Sie den Nutzen solcher Werke?

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Dr. Marcel Huber: Wir können die Energiewende nicht nur mit Sonne und Wind erreichen, schon weil die nicht ständig zur Verfügung stehen. Deswegen sind wir sehr daran interessiert, jede Form der Energiegewinnung, die grundlastfähig ist, voranzubringen. Dabei geht es aber immer darum, sie so einzusetzen, dass sie natur- und landschaftsverträglich sind. Es bedarf daher einer strengen Abwägung der Folgen, auch bei kleinen Wasserkraftanlagen. Prinzipiell planen wir die Wasserkraftgewinnung von 15 auf 17 Prozent zu erhöhen. Dabei muss einem klar sein, dass der größte Anteil der Wasserkraft über große Anlagen kommt und derzeit nur etwa vier Prozent Leistung über kleine Kraftwerke. Aber wie gesagt: Es gilt die Abwägung des Einzelfalls, und Kleinvieh macht eben auch Mist. In der Summe ist es genauso ein Beitrag zur Grundlastsicherung der bayerischen Stromversorgung.

Die Kreiskliniken Südostbayern vermelden steigende Patientenzahlen. Auf der anderen Seite gibt es ständig steigenden Kostendruck.

Huber: Das Krankenhauswesen im Berchtesgadener Land und Traunstein ist gut aufgestellt. Man hat die Restrukturierung von kleineren Häusern zu einem zukunftsfähigen Zusammenschluss schon vor langem angepackt. Der Freistaat bemüht sich durch Investitionshilfen von rund 500 Millionen Euro pro Jahr, dass Krankenhäuser auch die baulichen Notwendigkeiten erfüllen können, um den hohen Qualitätsstandard zu halten. Zusätzlich setzen sich die bayerische Staatsregierung und ich im Bund massiv dafür ein, dass durch die restriktive Finanzierung der laufenden Kosten keine Defizite entstehen. Allein im letzten Jahr haben die deutschen Krankenhäuser 900 Millionen Minus eingefahren, heuer werden es 43 Prozent der Häuser sein, die rote Zahlen schreiben. Das ist ein unhaltbarer Zustand bei einem Überschuss von 23 Milliarden Euro bei Fonds und bei Krankenkassen.

Die Gemeinde Bischofswiesen liegt im Clinch mit dem Nationalpark, es geht um die Almrechte auf der Stuben- und Grubenalm. Was sagt der Umweltminister?

Huber: Ich werde mich des Themas annehmen und versuchen eine Lösung zu finden, die für alle Beteiligten tolerabel ist. Es ist ein Streit juristischer Details. Aber ich glaube, alle wollen das Gleiche, nämlich dass dort oben ordentliche Almwirtschaft betrieben wird. Die Dinge werden wir regeln, ich habe heute mit Landrat Grabner und Bürgermeister Toni Altkofer drüber gesprochen. Wir finden einen Weg. Kathrin Thoma-Bregar