Wir führen ein Doppelleben – Freiwillige Feuerwehr Waging am See

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Michael Perschl am Hilfeleistungslöschfahrzeug Foto: Freiwillige Feuerwehr Waging am See
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Herbert Mauerkirchner am Rettungsspreizer. Foto: Freiwillige Feuerwehr Waging am See
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Daniel Drießlein im Rettungskorb der Drehleiter. Foto: Freiwillige Feuerwehr Waging am See

Waging am See – Seit einiger Zeit wirbt die Waginger Feuerwehr mit dem Slogan "Wir führen ein Doppelleben - mit uns kannst Du das auch!". Mit dieser Aktion sollen neue Mitglieder für den Feuerwehrdienst gewonnen werden.


Der vergangene Großbrand im Waginger Ortskern zeigte es auch wieder, wie unerlässlich die Arbeit der Feuerwehr ist. Ohne dass immer ausreichend ehrenamtliche Einsatzkräfte zur Verfügung stehen, ist ein Einsatz zu jeder Tages- und Nachtzeit, 365 Tage im Jahr, egal ob Weihnachten oder Ostern, nicht möglich. Ganz klassisch startet man seine Laufbahn bei der Feuerwehr natürlich bei der Jugendfeuerwehr. Ab einem Alter von 12 Jahren können Jungen und Mädchen der Feuerwehr beitreten und genießen in den folgenden Jahren neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung auch die Teilnahme an Jugendwettbewerben und Ausflügen, das Ablegen von Leistungsprüfungen und natürlich auch kameradschaftliche Freizeitgestaltung.

Speziell gesucht werden allerdings auch Herren und auch Damen als Quereinsteiger im Erwachsenenalter. "Dies können natürlich auch völlige Neulinge ohne feuerwehrtechnischem Vorwissen sein", wie Michael Schramke, der Kommandant der Waginger Feuerwehr betont. Die erforderliche Ausbildung für den Einsatzdienst könne jederzeit begonnen werden.

Aber auch bereits in anderen Orten aktive Feuerwehrmitglieder sind in Waging gerne gesehen. In Bayern ist eine sogenannte Doppelmitgliedschaft bei den Freiwilligen Feuerwehren möglich. Somit kann sich in seinem Wohn- aber auch Arbeitsort bei den jeweiligen Feuerwehren engagiert werden. Neu Hinzugezogene, welche in ihrem ehemaligen Wohnort bereits bei der Feuerwehr waren und in der neuen Heimat sich wieder bei der Feuerwehr engagieren möchten, sind gerne gesehen. "Wir haben in der Vergangenheit schon einige Wieder-Feuerwehrmitglieder erfolgreich integrieren können, wie auch der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Andreas Ostermann, mit einem Schmunzeln bemerkt.

Nicht immer kommt es nur auf die handwerklichen Fähigkeiten im Feuerwehrdienst an. Auch Fachwissen aus den unterschiedlichsten Berufsrichtungen und Interessengebieten sind bei der Freiwilligen Feuerwehr gefragt. Wie groß und auch unterschiedlich die Interessen sowie etwaige Spezialisierungen bei der Feuerwehr sind zeigt sich bei drei Mitgliedern, welche sich in mehreren Feuerwehren einbringen.

Michael Perschl, 28 Jahre, ist seit dem Jahr 2006 bei der Feuerwehr in seinem Heimatort Törring. Aufgrund seines arbeitsbedingten Wohnortswechsel engagiert er sich jedoch auch bei der Waginger Feuerwehr. Als Inhaber der Fahrerlaubnis für Lastwagen und in seiner Funktion als Maschinist für Löschfahrzeuge ist er unter anderem dafür befähigt die Feuerwehrfahrzeuge „von A nach B“ im Einsatzfall zu bewegen. Auch ist er somit am Einsatzort für die Geräteausgabe aus dem Fahrzeug verantwortlich. Der wichtigste Job als Maschinist ist allerdings die Bedienung der in den Fahrzeugen fest verbauten Feuerlöschpumpen und der Seilwinde. Zusätzlich ist er noch als Atemschutzgeräteträger und Sanitäter der First-Responder-Gruppe aktiv. Bei der Feuerwehr ist er dabei „weil es einfach dazu gehört“ sich ehrenamtlich zu engagieren.

Mit seinen 49 Jahren ist Herbert Mauerkirchner bereits ein alter Hase bei der Feuerwehr. Hilfe am Nächsten, Weiterbildung und natürlich die Kameradschaft sind seine Motivation bei der Feuerwehr. Eingetreten ist er im Jahr 1989 bei der Feuerwehr Kammer, bei der er auch seine Ausbildung als Atemschutzgeräteträger, Maschinist und Gruppenführer erhalten hat. Nach seinem Wohnortwechsel ist er nun zusätzlich in Waging als Fahrerausbilder für die Einsatzfahrzeuge tätig. Aufgrund seines Erfahrungsschatzes im Einsatz- und Übungsdienst betreut er auch unter anderem die Jugendfeuerwehr.

Auch der Dritte im Bunde, Daniel Drießlein, hat seine Wurzeln bei einer anderen Feuerwehr im Landkreis. Seit knapp 10 Jahren ist der Neunundzwanzigjährige bei der Feuerwehr in Vachendorf und auch in Waging mit dabei. Sein Können setzt er als ausgebildeter Atemschutzgeräteträger und als Sanitäter in der First-Responder-Gruppe ein. Auch ist er im Team des Einsatzleitwagens mit dabei. Im Ernstfall laufen hier sämtliche organisatorischen und taktischen Fäden zusammen und sind für einen optimalen Einsatzverlauf, den Kontakt zu weiteren Einsatzkräften und auch für die Einsatzdokumention maßgebend. Nebenher rückt er auch mit der Unterstützungsgruppe der Örtlichen Einsatzleitung des Landkreises Traunstein mit aus.

Thomas Pfeffer, der Pressesprecher und Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Feuerwehr Waging erwähnt auch, dass es natürlich in erster Linie auf den Einsatzdienst ankommt. Nicht zu unterschätzen ist aber auch die gelebte Kameradschaft bei der Feuerwehr. Ohne ein Miteinander von "Jung" und "etwas älter" ist ein Feuerwehrdienst nicht in dieser Qualität denkbar. Schließlich muss man sich im Ernstfall auf den oder die jeweils anderen verlassen können. So entstanden schon seit jeher wahre Feuerwehrfreundschaften, die natürlich auch im Privatleben gepflegt werden.

fb/red