»Wir gehen die Herausforderung an«

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»Mit oder ohne Zuschauer«: Engelbert Schweiger, der Generalsekretär des Organisationskomitees Biathlon Ruhpolding, ist zuversichtlich, dass der Weltcup im Januar in der Chiemgau-Arena stattfinden wird.

Gute Nachricht für die Biathlon-Fans aus der Region: Der Weltcup in der Ruhpoldinger Chiemgau-Arena vom 12. bis 16. Januar 2022 wird auf jeden Fall stattfinden – »sofern das die gesetzliche Lage zulässt«, wie Engelbert Schweiger in einem Gespräch mit unserer Sportredaktion betont. Dies geschehe unabhängig davon, »ob mit oder ohne Zuschauer«, betont der Generalsekretär des Organisationskomitees Biathlon Ruhpolding.


Nach sehr konstruktiven Gesprächen im Werkausschuss (dem Gremium der Gemeinde Ruhpolding für den Weltcup in finanzieller Hinsicht) hat man sich auf diese Regelung verständigt. »Wir hoffen dabei darauf, dass zumindest 25 Prozent der maximalen Zuschauer-Auslastung erlaubt sein werden«, berichtet Schweiger. »Vorlage« ist in dieser Hinsicht die zumindest bis zum 15. Dezember gültige 15. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung: In dieser ist derzeit festgelegt, dass bei Freiluft-Veranstaltungen bei einer Inzidenz unter 1000 die Auslastung von Stadien auf 25 Prozent begrenzt wird. Das würde auch vom bisherigen Kartenvorverkauf her passen: »Derzeit bekämen wir da noch alle Gäste unter, die eine Karte haben.«

2022 gibt eskein VIP-Zelt

Mit einer Ausnahme: Es gibt heuer kein VIP-Zelt. »Das machen wir nicht, weil das ja eine Sache in einem Innenraum ist – daher mussten wir hier die Reißleine ziehen.« Das heißt, es ist eine Rückabwicklung des VIP-Karten-Kaufs möglich, genausogut können die Interessierten aber ihre Karten für die Weltcup-Auflage 2023 behalten. »Es kommen hier ohnehin schon viele Stornierungen«, sieht Schweiger hier kein besonders großes Problem.

Er verweist zudem darauf, dass die Weltcup-Organisatoren in Ruhpolding schon von Beginn an vorsichtig geplant hätten, »trotz der damaligen Aussagen der Politik, dass es keinen neuen Lockdown geben werde«.

»Wir haben von Anfang an auf selbst auferlegte, strenge Regularien gesetzt – und haben dafür teilweise viel Kritik bekommen«, blickt er zurück. Denn von Beginn an setzten die Ruhpoldinger unter anderem auf eine 2G-Regelung (geimpft oder genesen/Ausnahme sind Kinder bis zu zwölf Jahren). »Wir haben alle sportlichen Bereiche abgefragt, das heißt alle, die für die Abwicklung der Wettkämpfe zuständig sind, wie unter anderem das Wettkampf-Büro: Schon da haben wir zu rund 98 Prozent Zusagen bekommen und sehr früh gesehen, dass wir in organisatorischer Hinsicht gewappnet sind. Wir waren neben Willingen (Skisprung-Weltcup, d. Red.) die einzigen, die auch frühzeitig für 2G für die Fans waren.«

Im Stadion giltdie 2G-Plus-Regel

Was inzwischen angesichts der neuen Lage sogar noch verschärft wurde: Sollten überhaupt Fans im Stadion erlaubt sein, käme die 2G-Plus-Regel zum Einsatz. Das heißt, die Geimpften oder Genesenen müssten zudem einen Schnelltest vorweisen. »Dabei prüfen wir, welche Schnelltest-Kapazitäten wir eventuell am Stadion zur Verfügung stellen könnten« – Maskenpflicht herrsche ohnehin.

Der OK-Generalsekretär betont zudem: »Es muss und wird eine reine Freiluft-Veranstaltung sein. Wir halten uns dabei sowohl an die Vorgaben des Biathlon-Weltverbands IBU als auch an die Vorgaben der Staatsregierung. Wir sind uns der Verantwortung bewusst, dass es hier nicht zu einem Infektionsgeschehen kommen darf.«

Konstruktive Gespräche habe es auch mit den politischen Entscheidungsträgern der Region (unter anderem dem Landratsamt) gegeben. »Auch mit dem Gesundheitsamt Traunstein, mit dem wir wöchentlich mindestens einmal Gespräche haben, haben wir in dieser sehr schwierigen und angespannten Situation eine sehr gute und einvernehmliche Zusammenarbeit. Da gilt den hiesigen Behörden ein großes Lob«, verdeutlicht Schweiger.

Ebenso erfreulich laufe die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Skiverband. Der DSV fungiert ja offiziell als Veranstalter, während Ruhpolding als Ausrichter gilt. Auch vom Schnee her sei man derzeit gut gerüstet, »das dürfte wohl unsere geringste Sorge sein«.

Als »Lichtblick« sieht es Schweiger an, dass zum einen der R-Wert im Landkreis »stabil bis sinkend« sei, und zum anderen am gestrigen Mittwoch auch die 1000er-Marke bei der Inzidenz unterschritten worden sei. »Noch sind es ja gut fünf Wochen Zeit. Wir hoffen, dass die Entwicklung da weiter in die richtige Richtung geht.«

In die »richtige Richtung« geht derzeit nach seiner Ansicht auch das sportliche Geschehen im deutschen Biathlon. Das habe der Weltcup-Auftakt am vergangenen Wochenende in Östersund (Schweden) gezeigt, »und man kann auch deshalb optimistisch sein, weil auch die zweite Reihe im BU-Cup mit guten Ergebnissen hoffen lässt«. Daher gelte trotz aller Sorgen und Probleme: »Die Vorfreude auf die Veranstaltung ist da. Wir gehen die Herausforderung an.«

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