»Wir machen uns keinen Ergebnis-Stress«

Bildtext einblenden
Sie freuen sich auf die Olympischen Spiele in Tokio: Die Seglerinnen Susann Beucke und Tina Lutz.

Seglerinnen Tina Lutz und Susann Beucke freuen sich auf die Olympischen Spiele in Tokio


Für Seglerin Tina Lutz aus Holzhausen bei Bergen hat das Abenteuer Olympia mit der Anreise nach Tokio begonnen. Zum Beginn der Woche machte sich die 30-Jährige vom Chiemsee Yachtclub mit ihrer Vorschoterin Susann Beucke auf den Weg zu den Olympischen Sommerspielen. Dort will sie im Yachthafen von Enoshima in der 49erFX-Klasse starten.

»Wir freuen uns jetzt richtig drauf, dass es endlich so weit ist«, so Tina Lutz vor der Abreise. Immerhin hatten Lutz/Beucke 2012 und 2016 die Teilnahme an den Spielen knapp verpasst. Schade findet es die Sportlerin, dass Olympia wegen der Corona-Pandemie vollkommen ohne Zuschauer stattfinden wird. »Wir sind beim Segeln eh nicht mit allzu vielen Fans gesegnet. Bei der Eröffnungsfeier wäre es freilich schon schön gewesen, wenn da die Zuschauer für Stimmung gesorgt hätten.«

Auch auf die Begleitung ihres Lebensgefährten und der Familie muss Tina Lutz verzichten. »Wir sind eigentlich nur im Hotel und am Wettkampfareal unterwegs. Drei Wochen werden wir ohne soziale Kontakte in einer Art Blase vor Ort sein«, beschreibt die Europameisterin von 2020 in der 49erFX-Klasse die Situation.

Um die Zeit sinnvoll zu nutzen, haben sich die beiden Seglerinnen einiges an Zeitvertreib und Ablenkung besorgt. Unter anderem eine virtuelle Brille, mit der entspannt Japan-Sightseeing möglich ist.

Sportlich macht sich das Duo keinen großen Druck. »Wir machen uns jetzt keinen Ergebnis-Stress. Wichtig ist bei den Wettfahrten immer ein guter Start, wenn wir da vorne sind, haben wir freie Kurswahl und das ist ein großer Vorteil«, weiß die erfahrene Seglerin.

Zuletzt hatten sich Lutz/Beucke im dänischen Aarhus auf ihr Olympia-Abenteuer vorbereitet. »Wir hatten gute Bedingungen, mehr Wind wäre nicht schlecht gewesen«, so Tina Lutz. Sie wird mit ihrer Partnerin Susann Beucke vom Briten Ian Barker trainiert. Für die Fitness sorgen die Trainingspläne von Johannes Lukas, dem schwedischen Biathlontrainer.

Zuvor waren Lutz/Beucke zur Vorbereitung in Spanien und Portugal unterwegs. Bei der letzten Regatta in Portugal erreichten sie den sechsten Platz und erlaubten sich dabei einen Frühstart. »Das sollte uns bei Olympia nicht passieren«, meint Lutz schmunzelnd und verrät, dass sie bereits seit ihrer Kindheit von der Eröffnungsfeier bei den Olympischen Spielen träumt.

Nach den Spielen plant Tina Lutz eine längere Wettkampfpause, einen Rücktritt vom aktiven Sport schließt sie aktuell aus. Im November will sie mit ihrer Partnerin Susann Beucke an den Weltmeisterschaften im Oman teilnehmen. SHu