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»Wir Menschen haben es verlernt, mit der Natur zu leben«

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Schönau: Königsseer Paar gibt Tipps zur naturnahen Gartengestaltung – Insektenhotel
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Im Garten von Julia und Martin Weindl haben alle ihren Platz: Mensch, Biene, Käfer, Spinne, Brennnessel und sogar Totholz. (Fotos: Annabelle Voss)
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Das ist ein Sandarium. 40 Zentimeter tief ist der Sand. Es ist eine Nisthilfe für bodennistende Wildbienen.

Schönau am Königssee – »Die Menschen müssen wieder lernen, in Symbiose mit Flora und Fauna zu leben.« Das ist die Überzeugung des Schönauer Ehepaars Julia und Martin Weindl.


Die 39-jährige Tierschutzpädagogin und ihr 41-jähriger Ehemann, Wald- und Naturpädagoge, kennen sich aus mit naturnaher Gartengestaltung. In ihrem Kleinod in Schönau am Königssee grünt und blüht, kreucht und fleucht es. Julia Weindl teilt ihr Wissen bei Seminaren und mit Schulklassen – und auch mit den Lesern des »Berchtesgadener Anzeigers«. Ein Gartenrundgang.

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Einige Ameisen krabbeln über den alten Holztisch im Garten, an dem Julia und Martin Weindl sitzen. »Schatz, du hast eine Spinne auf dem Revers«, sagt die Tierschutzpädagogin lächelnd. Ihr Mann nimmt sie behutsam auf die Hand, um sie auf den Boden zu setzen. Dieses Zusammenleben in der Natur wollen sie fördern.

»Wir haben es heutzutage verlernt, mit der Natur zu leben«, so die 39-Jährige. Gelernt hat sie ursprünglich den Beruf der medizinischen Fachangestellten, heute ist sie Schauspielerin, Mutter von zwei Kindern und auch Tierschutzpädagogin. Das Entfremden von der Natur kann sie unter anderem an manchen Kindern erkennen: »Es gibt Kinder, die ekelt es vor der Natur.«

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Überall gibt es etwas zu entdecken im Garten der Weindls. So auch am toten Zwetschgenbaum.

Ihr Mann stimmt ihr zu: »Ich habe diese Erfahrung gemacht. Ich arbeite bei einer Outdoor-Firma, wir bieten Rafting an. Wenn wir mit Stadtkindern unterwegs sind, kann es schon vorkommen, dass es ein Mordsgeschrei gibt, wenn eine Mücke auf dem Boot sitzt. Oder eine Spinne. Die kennen das gar nicht mehr.« Auch ein Graureiher, der regelmäßig an der Ache sitzt, und die Rafter sogar immer ein Stück begleitet, sorgt für Panik. »Manche halten ihn dann für einen Greifvogel, der sie packt.« Der Bezug zur Natur sei nicht da.

Den vollständigen Bericht und Tipps, wie man im Garten ein Wildbienenhotel richtig betreibt, lesen Sie in der Wochenendausgabe (16./17. Mai) des »Berchtesgadener Anzeigers«. 

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Hier lebt der Holzbockkäfer, nach ihm Bienen und auch die Vogelwelt freut sich über diesen Stamm.

Annabelle Voss