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»Wir möchten in Sotschi zwei Medaillen holen«

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Der ehemalige Dreifachweltmeister in der Nordischen Kombination, Hermann Weinbuch, erwartet von seinen Kombinierern in Sotschi zwei Medaillen in drei Disziplinen. Eine Medaille sollte golden glänzen. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Bischofswiesen – Fußballtrainerin Silvia Neid und der Ex-Weltmeister in der Nordischen Kombination, Hermann Weinbuch aus Berchtesgaden, wurden als Deutschlands Trainer des Jahres 2013 ausgezeichnet. Unter Weinbuch gewann Eric Frenzel einen Weltmeistertitel und den Gesamtweltcup in der Krone des Skisports, der Nordischen Kombination. Die Ehrungen überreichten in Baden-Baden im Rahmen der Gala »Sportler des Jahres« der Präsident des Deutschen Fußball-Verbandes Wolfgang Niersbach und der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann. Der »Berchtesgadener Anzeiger« sprach mit dem Erfolgstrainer Weinbuch über die Auszeichnung und seine Karriere.


Was bedeutet die Auszeichnung »Trainer des Jahres« für einen ehemaligen Weltmeister?

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Hermann Weinbuch: Ich bin stolz auf diese Auszeichnung, weil wir mit der Nordischen Kombination doch einer Randsportart angehören, die nicht so im Fokus steht wie zum Beispiel Fußball. Es ist mir und meinem Trainerteam auch eine Ehre, für unsere Arbeit in den letzten Jahren so bedacht worden zu sein.

Was kann ein ehemaliger Spitzensportler seinen Aktiven an Ratschlägen mit auf den Weg geben?

Weinbuch: Man sieht ja an meinem Trainerkollegen Ronny Ackermann, der ebenfalls einmal in der Weltspitze war, dass man seinen Aktiven im Spitzenbereich den einen oder anderen Tipp mitgeben kann. Das betrifft die Renntaktik und Einteilung der Kräfte ebenso wie das Einsparen von Energie, wo dies möglich ist. Gerade mit Eric Frenzel beraten wir uns oft und versuchen unsere Erfahrungen weiterzugeben, damit er den Gesamtweltcup wieder gewinnen kann.

Denken Sie noch an die eigene Karriere, wenn Sie an die Stätten der einstigen Triumphe zurückkehren?

Weinbuch: Da denke ich immer wieder dran. Momente wie solche, als mir der norwegische König den Siegerpokal überreichte, sind schon etwas ganz Besonderes. Und natürlich spricht man auch innerhalb der Mannschaft mal von früheren Erfolgsgeschichten. Oft wird man auch von alten Fans angesprochen, die sich noch gut an die früheren Zeiten erinnern können.

In zwei Monaten finden die Olympischen Winterspiele in Sotschi statt. Was erwarten Sie von Ihren Aktiven und von den Spielen überhaupt?

Weinbuch: Olympische Spiele haben ihre eigenen Gesetze. Es gewinnt dabei auch nicht immer der Beste. Vieles wird anders sein, auch wenn uns die Schanzen liegen. Es ist halt ein ganz anderes Flair, bei dem uns allerdings das Wetter sehr mitspielen könnte. Es könnte regnen oder nass schneien, was das Wachsen nicht leicht macht. Viel wird da auch auf unsere Serviceleute ankommen. Dennoch möchten wir zwei Medaillen holen, eine davon sollte die Goldene sein.

München, Garmisch und der Chiemgau haben mögliche Olympische Winterspiele 2022 abgelehnt. Wie beurteilen Sie die Ablehnung?

Weinbuch: Meine Enttäuschung war groß. Ich denke, man hat das Ganze unterschätzt und für eine entsprechende Werbung zu spät oder gar nicht die richtigen Leute eingebaut. Es ist auch deswegen schade, weil sich die Kinder und Jugendlichen ganz allgemein zu wenig bewegen. Olympische Spiele hätten etwas bewegt und allen Beine gemacht. Die heutige Jugend verbringt zu viel Zeit vor dem Computer.

Sie haben zwei ältere Kinder, die nicht in Ihre Richtung gegangen sind. Jetzt haben Sie noch einmal zwei Nesthäkchen. Sollen die ebenfalls Spitzensportler werden?

Weinbuch: Meine Frau und ich versuchen mit unseren Kindern möglichst viel in der Natur zu sein und führen sie so auch an den Sport heran. Sie sollen viel ausprobieren und erlernen. Wenn sie dann Lust haben, eine Sportart ernsthaft zu betreiben, werde ich es nicht verhindern.

Wie lange dürfen wir Sie noch als Erfolgstrainer erleben?

Weinbuch: Ich habe mit Ronny Ackermann und Kai Bracht ja schon zwei designierte Nachfolger, die derzeit ihre Studien betreiben und mich bis zum Jahr 2016 beerben sollen. Ich hoffe dann eine entsprechende Stelle beim Deutschen Skiverband zu bekommen. Christian Wechslinger