»Wir müssen solche Rückschläge einfach einkalkulieren«

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In dieser Szene konnte zwar Traunsteins Moritz Knauer gegen den dreimaligen Torschützen Johannes Maier klären, doch insgesamt gelang es dem SB Chiemgau nicht, die Erlbacher Angreifer in den Griff zu bekommen. (Foto: Weitz)

Nichts zu holen gab es für den SB Chiemgau Traunstein im Derby der Fußball-Landesliga Südost gegen den SV Erlbach: Die Gastgeber unterlagen vor 530 Zuschauern im Jakob-Schaumeier Sportpark den starken Gästen mit 0:5. Dabei hatten die Erlbacher bereits nach 34 Minuten ihre fünf Treffer erzielt.


Die Gäste feierten ihren fünften Sieg in Serie – bei beeindruckenden 19:0 Toren! Daher gilt es nun für die Traunsteiner, die Niederlage schnell abzuhaken: Schließlich geht es am morgigen Dienstag (20 Uhr) wieder auf eigenem Platz zur Sache, nämlich gegen die Sportfreunde Schwaig. Die stehen zwar mit 21 Punkten aus zehn Spielen glänzend da, dennoch wollen die Traunsteiner gegen sie nun den ersten Heimsieg der Saison feiern.

Dass dies gegen die Erlbacher schwer werden dürfte, war den Traunsteinern schon im Vorfeld klar. Und es bestätigte sich auch sehr schnell auf dem Spielfeld. Zwar hatte nach einem Abseitstor der Gäste (6.) sogar der SBC mit einem Schuss von Christian Wallisch eine erste Tormöglichkeit (12.), doch bereits kurz darauf war Johannes Maier für die Elf von Spielertrainer Lukas Lechner zum 0:1 (13.) erstmals erfolgreich.

Nach einigen Minuten mit Angriffsversuchen auf beiden Seiten beseitigten die Erlbacher mit vier Treffern innerhalb von neun Minuten alle Zweifel an ihrem Erfolg: Zunächst schoss Sebastian Hager zum 0:2 (25.) ein. Dann legten Johannes Maier (30.), Sebastian Hager (32.) und wiederum Maier (34.) bis zum 0:5 nach. Es war Maiers neuntes Saisontor.

Bastian Buchner, der gemeinsam mit Uli Habl beim SB Chiemgau diesmal Cheftrainer Jochen Reil vertrat, wechselte wenig später Namik Helic für Maximilian Probst und Mike Opara für Mevlud Sherifi ein. Probst und Sherifi waren jeweils leicht angeschlagen – und beim SB Chiemgau ist die Hoffnung groß, dass diese beiden Stützen der Mannschaft am morgigen Dienstag wieder eingesetzt werden können.

Nach dem Seitenwechsel nahm sich Erlbachs Spielertrainer Lukas Lechner in der 58. Minute selbst vom Feld und brachte dafür Nicolas Barth – am klaren Sieg seiner Schützlinge änderte sich nichts mehr. Es gab auch in der Folgezeit weitere Wechsel auf beiden Seiten, doch Entscheidendes tat sich auf dem Platz nicht mehr. Die Gäste verwalteten geschickt ihren Vorsprung, die Hausherren kamen nicht wirklich zu klaren Tormöglichkeiten.

»Ehrlich gesagt haben wir auch schon vor dem 0:2 keine Lösungen gefunden, um uns gegen die Erlbacher durchzusetzen«, so Jochen Reil, der das Spiel per Livestream verfolgte. »Die waren halt sehr kompakt, und da haben wir im Spiel gegen den Ball keinen Zugriff gefunden. Und wenn man das nicht schafft, wird es ganz schwer, nach vorne Akzente zu setzen.«

Reil ergänzt: »Man hat gemerkt, dass die Erlbacher eine sehr reife und qualitativ hochwertige Mannschaft sind. Wir haben halt sehr viele junge Spieler in der Mannschaft, und die müssen noch viel lernen. Das ist ein Prozess – und der braucht seine Zeit.« Eines aber gefiel ihm diesmal gar nicht: »Die Zweikampfführung war nicht das, was unser Anspruch ist. Da waren wir einfach zu weit weg von den Gegenspielern.« Doch nun gelte es, sich auf den kommenden Gegner zu konzentrieren. Auch die Sportfreunde Schwaig haben sich bisher stark präsentiert. Dennoch will der SB Chiemgau zeigen, dass das 0:5 gegen den »heimlichen Tabellenführer« SVE – die Lechner-Schützlinge haben als Tabellendritter zwei Zähler weniger als der Spitzenreiter FC Unterföhring, haben aber auch ein Spiel weniger bestritten – nur ein Ausrutscher war.

»Wir müssen solche Rückschläge einfach einkalkulieren und damit leben«, blickt Reil auf das 0:5 zurück. Und betont: »Aber wir müssen eben auch immer wieder aufstehen und es in jedem Spiel wieder neu probieren.« Daher hatte er bereits am gestrigen Sonntag und auch für den heutigen Montag noch je ein Training angesetzt, um daran zu arbeiten, die Schwachstellen zu beheben. »Wir müssen kleine Brötchen backen, wir haben ja schließlich keine hochbezahlte Truppe. Daher brauchen wir Zeit und Geduld, um uns die nötige Qualität zu erarbeiten«, betont der Trainer. Er selbst findet das »eine spannende Aufgabe«, weiß aber auch: »Wir müssen uns halt alles erkämpfen. Und dafür brauchen wir auch die Unterstützung der Fans«, bittet er um Geduld für seine Schützlinge – die wollen das mit Einsatzfreude und möglichst bald auch mit Punktgewinnen belohnen ...

SB Chiemgau Traunstein: Thomas Unterhuber, Gorzel, Probst (42. Opara), Finkenthei (63. Dressl), Kraus, Weixler (71. Hrvoic), Daniel, Wallisch, Knauer, Sherifi (42. Helic), Smajlovic.

SV Erlbach: Malec, Fischer, Manghofer, Obermeier, Ramstetter, Hager (71. Grösslinger), Lechner (58. Barth), Maier, Sammereier (83. Pupovic), Lobendank, Hahn (71. Schiedermair).

Tore: 0:1 Johannes Maier (13.), 0:2 Sebastian Hager (25.), 0:3 Johannes Maier (30.), 0:4 Sebastian Hager (32.), 0:5 Johannes Maier (34.).

Zuschauer: 530.

Schiedsrichter: Braunsperger.

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