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»Wir sind die Letzten, die aufsperren«

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Schönau: Kaserbar-Öffnung in Königssee nach Corona-Pause ungewiss
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Pächter Pit Kurz hat die vergangenen Wochen genutzt und die Kaserbar innen frisch gestrichen. Wie es aber weitergeht, und wann er wieder aufsperren kann, das stehe in den Sternen. (Foto: Christian Wechslinger)

Schönau am Königssee – Wird die Kaserbar in Schönau am Königssee jemals wieder öffnen? »Das weiß ich leider nicht«, schnaubt Besitzer Pit Kurz bei der Nachfrage des »Berchtesgadener Anzeigers« ins Telefon. Wenn es nach ihm und seinem Team ginge, dann schon, fügt er hinzu. Es sind harte Zeiten für Gastronomien, aber für die einzige Diskothek im Talkessel ist es ein besonders schlimmer Zustand.


Es steht in den Sternen, sagt Pit Kurz. Er führt die legendäre Kaserbar seit 37 Jahren. Die üblichen Stammgäste hätten schon zu ihm gesagt: »Es wird Zeit, dass Ihr wieder aufsperrt«, erzählt das Urgestein in der heimischen Ausgehszene. Am 15. März schloss die einzige Diskothek weit und breit ihre Türen. Seitdem ist es still am Königssee. Um den Jugendlichen und anderen Feierwütigen im Talkessel wenigstens etwas »Disco-Feeling« nach Hause zu bringen, haben zwei der Bar-DJs, DJ Ladi und DJ Wasti, bereits Live-Streams über die Facebookseite »Kaserbar« angeboten und Musik für die Fans aufgelegt. Es lohnt sich also, diese Seite im Auge zu behalten.

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Die letzten Monate hat Pit Kurz genutzt um Renovierungsarbeiten an der über 50 Jahre alten Lokalität durchzuführen. Auch wenn die letzte große Sanierung noch nicht lange her ist, so veranlasste Pit Kurz dennoch einen Anstrich der Innenräume in einer neuen Farbe, wie er dem »Anzeiger« erzählt. Das zeigt seinen Optimismus.

Der Wirt macht sich aber nichts vor, er bleibt realistisch: »Solange es keinen Impfstoff gibt, werden wir nicht aufmachen können.« Eine Diskothek bedeutet enger Kontakt, tanzende Menschen – sprich ist es unmöglich, genug Abstand einzuhalten. »Ich kann ja nicht jedem einen Plexiglaskasten umhängen«, scherzt Kurz. Einen Außenbereich gibt es ebenfalls nicht.

Was »wahnsinnig wehtut«, seien die monatlichen Kosten. Egal, ob Pacht, Steuerbüro oder Strom – alles wird weiter abgebucht. Demgegenüber stehen null Einnahmen.

Von der Bayerischen Staatsregierung oder einer anderen Stelle hört Pit seit Beginn der Corona-Krise nichts. Die Kommunikation ist nicht vorhanden. »Wir bekommen unsere Infos rein über Nachrichten, Fernsehen und Zeitung.« Daher wisse er auch nicht, wie es weitergeht. Eines stehe aber fest: »Wir sind auf jeden Fall die Letzten, die wieder aufsperren können.«

Annabelle Voss