»Wir tragen es mit Fassung«

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Am Ende der Abbruch-Saison hat der TV Obing mit Fabian Schätzke nichts zu jubeln. Der Spitzenreiter verpasst den Aufstieg in die Kreisliga. Gleich zwei Mannschaften schneiden aufgrund der jetzt greifenden Quotienten-Regelung besser ab. (Foto: Weitz)

In einigen Fußball-Ligen ist es so, dass der aktuelle Tabellenführer nach der Einführung der Quotienten-Regelung nach dem Abbruch der Saison 2019/21 nicht der Meister ist. Das trifft etwa den TV Obing in der Fußball-Kreisklasse 2. Die Elf von Trainer Ralf Rößler führte über weite Strecken der Saison die Tabelle an, nun wird der Spitzenreiter nach 20 Spieltagen gleich von zwei Teams überholt.


Meister ist nun der Zweite SV Amerang (37 Punkte/17 Spiele/Quotient 2,18) vor dem Tabellenvierte DJK/SV Edling (34/17/2,00). Dem TV Obing bleibt zwar ein Platz auf dem »Stockerl« (39/20/1,95), aber für die Rößler-Elf ist das ein schwacher Trost. Von Platz drei auf vier rutscht damit der FC Maitenbeth ab.

Dabei spielte die TVO-Truppe eine tolle Saison. Das erkennt auch Slaven Jokic, Trainer des Meisters SV Amerang, an: »Ich finde es schade für die Obinger, dass sie in egal welcher Variante leider keine Möglichkeit für den Aufstieg bekommen. Sie hätten sich den verdient.« Er ging auch nochmals auf die Rückrunden-Partie der beiden Teams ein. »Besonders im zweiten Spiel hat mir Obing sehr gut gefallen. Es ist eine sehr talentierte Mannschaft, der sicher nicht viel für den nächsten Schritt fehlt«, sagt er. Diese Partie endete damals in Obing 1:1. Mit Blick auf die neue Saison betont Jokic: »Die Derbys gibt es dann leider nicht mehr. Das sind für mich die schönsten Spiele.«

Der 2. Abteilungsleiter des TVO, Maxi Stübl, und seine Mannen stehen aber voll hinter der Entscheidung des BFV. Einen Wermutstropfen sieht er aber doch: »Dass wir um 0,05-Quotientenregel-Punkte nur auf Platz drei landen, ist natürlich extrem bitter für uns.«

Mit den fehlenden Direktduellen der Konkurrenten Amerang und Edling und den weniger ausgetragenen Spielen kann er der Regelung nichts abgewinnen: »So ganz fair ist es irgendwie nicht, aber es hilft alles nichts und wir tragen es mit Fassung.« Im Allgemeinen würde er sich wünschen, »dass die Vereine mehr darauf schauen sollten, den Spielplan so durchzuführen wie er angesetzt wird. Das würde meiner Meinung nach dem Spielbetrieb guttun.«

Gemischte Gefühle hat auch SVA-Meistertrainer Slaven Jokic: »Ich denke, wir haben uns den Aufstieg sportlich schon verdient. Aber mir wäre es auch lieber gewesen, wir hätten die Saison zu Ende gespielt, aber es ist nun mal so.« Der Ex-Bezirksligist kehrt nach dem Abstieg 2018 in die Kreisliga zurück. »Ich möchte, dass meine Spieler und der Verein SV Amerang sich über den Aufstieg freuen, denn er ist verdient – ganz so schlecht haben wir es nicht gemacht«, zieht Jokic Bilanz. »Mein Fokus ist jetzt auf die neue Saison gerichtet, es wird nicht leichter.«

Wie der Meister mit Jokic, so geht auch die Obinger Truppe mit Ralf Rößler (»Wir sind mit ihm sehr zufrieden«) in die neue Saison. »Beim Kader gibt es keine Veränderungen, außer natürlich die Nachrücker aus der A-Jugend«, blickt Stübl in die Zukunft. Mit seiner Zweiten  Mannschaft darf er sich aber freuen, die schaffte über die B-Klasse 3 als Meister den Aufstieg in die A-Klasse. »Am meisten freut mich aber, dass die Kinder jetzt wieder auf den Platz dürfen!«, ergänzt Stübl.

Nach drei Siegen aus vier Spielen im Herbst hat sich der SV Seeon/Seebruck (22/19/1,15) vom Relegationsplatz ins sichere Mittelfeld gearbeitet und spielt auch in der neuen Saison in der Kreisklasse. Die Truppe von Achim Stader steht auf Platz elf – der erste Platz über dem Strich. Mitentscheidend war auch in der »dritten Saisonhälfte« der Einbau der Youngsters aus den A-Junioren, die mitverantwortlich für die neun Zähler gegen Babensham (5:0), Pittenhart (3:1) und dem TSV Breitbrunn/Gstadt (5:0) waren. Aber auch die Stammkräfte bekamen dadurch einen neuen Schwung. Nur die Auftaktniederlage in Eiselfing (0:1) schmerzte schwer. Achim Stader, der auch in der kommenden Saison auf der Kommandobrücke des Ex-Kreisligisten steht, blickt zurück: »Nachdem wir uns im Herbst vergangenen Jahres mit beiden Mannschaften einen Nichtabstiegsplatz erkämpft haben, fühlt sich die aktuelle Phase auf jeden Fall leichter an.«

Er ist schon voller Tatendrang und freut sich auf die neue Saison: »Wir konzentrieren uns zu hundert Prozent auf die Zukunft.« Vor einem weiteren Generationswechsel hat er keine Angst: »Ich denke, wir haben ein junges Team mit guter Perspektive in der Kreisklasse. Trotzdem müssen wir, sobald es losgeht, wieder hart für den Erfolg arbeiten. Dazu wäre es schön, wenn wir endlich wieder auf den Fußballplatz könnten«, hofft Stader.

Schlusslicht TSV Breitbrunn/Gstadt mit dem Seeoner Coach Patrick Kopecky und der ASV Rott müssen wieder zurück in die A-Klasse. »Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir es so annehmen und akzeptieren, wie es kommt«, betont Kopecky. Mit ihm wurde der Vertrag verlängert »Egal wo wir nächste Saison spielen, der TSV Breitbrunn/Gstadt und ich werden weiterhin zusammenarbeiten, darüber waren wir uns sofort einig.«

td